Lieder aus verschiedenen Jahrhunderten 70 Sänger beim Weihnachtssingen mit Thomas Leuschner im Ruller Haus

Zum traditionellen Weihnachtssingen des Ruller Hauses kamen am Vortag des Heiligen Abends gut 70 Sänger, die vom Pianisten Thomas Leuschner begleitet und durch´s Programm geführt wurden. Foto: Horst TroizaZum traditionellen Weihnachtssingen des Ruller Hauses kamen am Vortag des Heiligen Abends gut 70 Sänger, die vom Pianisten Thomas Leuschner begleitet und durch´s Programm geführt wurden. Foto: Horst Troiza

Wallenhorst. Die Lust am gemeinsamen Singen lockte am Tag vor dem Heiligen Abend gut 70 Besucher zum Weihnachtssingen in das Ruller Haus. Angeleitet vom Pianisten Thomas Leuschner stimmte der Spontanchor adventliche Lieder aus verschiedenen Jahrhunderten an.

Die Buden des Weihnachtsmarkts auf dem Hof des Ruller Hauses waren schon abgebaut, das vorweihnachtliche Treiben dort hatte aber noch kein Ende. Alljährlich findet in der Kultureinrichtung das Weihnachtssingen statt, das inzwischen eine feste Tradition geworden ist. Dieses Mal konnte bereits die 13. Auflage der Veranstaltung gefeiert werden.

Wieder saß der Pianist Thomas Leuschner am Steinway-Flügel und führte die sangesfreudigen Frauen und Männer durch das von ihm vorbereitete Programm. Es bestand aus 18 Perlen der Weihnachtslied-Literatur, bekannten und weniger bekannten. Die Texte waren in deutscher Sprache, englischer, lateinischer und sogar einem Lied in plattdeutscher Mundart.

Viele Sänger sehr textsicher

Die Liste begann mit dem Klassiker „Leise rieselt der Schnee“, für dessen Text niemand im Raum in das ausgegebene Heft schauen musste. Das setzte sich auch bei den nächsten Gesangsstücken fort und es war nicht zu überhören, dass viele der Anwesenden den Gesang nicht allein nur liebten, sondern auch leidlich beherrschten. Unter ihnen waren verschiedene Typen auszumachen: jene, die mit ruhiger Stimme, den Kopf geneigt, mitsangen, andere, die nur selten ins Textheft schauten und dann die, die völlig frei und kräftig zu Werke gingen.

Lieder wie „Maria durch den Dornwald ging“ „Ihr Kinderlein kommet“ und „Zu Bethlehem geboren“ tauchten das altehrwürdige Ruller Haus in eine angenehme weihnachtliche Stimmung. Leuschner führte in den Pausen zwischen den Liedern in deren Entstehung ein oder erzählte Anekdoten.

Ein hörenswertes Zwischenspiel lieferte der erst 14-Jährige Matthias Stelzle am Flügel. Der begabte Nachwuchspianist lieferte eine neu arrangierte Version von „Ich steh an deiner Krippe hier“ und begeisterte das Publikum des Weiteren mit einer swingenden Improvisation des Themas.

Im Anschluss waren wieder die Besucher gefragt. „We wish you a Merry Christmas“ und der Kanon „Dona nobis pacem“ waren anspruchsvoll, doch keine Hürden für die Sänger. Etwas schwieriger wurde es für sie bei „Olle Joohre wieder“ – das Plattdeutsche sitzt bei den Menschen der Region nicht mehr so fest wie noch vor 30, 40 Jahren.

Erinnerung an den Weihnachtsfrieden

Ein weiteres, kurzes, Zwischenspiel kam von Burkhard Imeyer. Er erinnerte an jene Begebenheit, als nach Kriegsausbruch 1914 die Soldaten der Gegner am Heiligen Abend fraternisierten und gemeinsam Weihnachten feierten. Imeyer hatte in den Archiven gestöbert und einen Auszug aus dem, 1968 entstandenen englischen Musical „O what a lovely War“ mitgebracht, das schwarzhumorig auch auf jene Begebenheit eingeht.

Den Abschluss des überaus stimmungsvollen Weihnachtssingens stellte das nahezu auf den Tag vor 200 Jahren entstandene „Stille Nacht“ dar, das volltönend angestimmt und gesungen wurde. Danach wurden alle Sänger für ihre Leistung mit Glühwein, Punsch und Glühsaft belohnt.


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