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Erlebnispfad durch die Hase-Rieselwiesen als neues Projekt Neuwahlen im Hollager Heimathaus-Verein

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Vorstandsbild mit Dame: Bauerngarten-Expertin Anke Kreis und der Heimathaus-Vorstand mit Franz-Josef Landwehr, Heinrich Maßbaum, Siegfried Wulftange, Nico Bender-Nietfeld und Josef Pott (von links). Foto: Joachim DierksVorstandsbild mit Dame: Bauerngarten-Expertin Anke Kreis und der Heimathaus-Vorstand mit Franz-Josef Landwehr, Heinrich Maßbaum, Siegfried Wulftange, Nico Bender-Nietfeld und Josef Pott (von links). Foto: Joachim Dierks

Wallenhorst. Bevor es Kunstdünger gab, haben sich unsere Vorfahren so einiges einfallen lassen, um dem Boden Nährstoffe zuzuführen. Was für den Ackerbau die Plaggenwirtschaft war, das war die Rieselbewässerung für die Hasewiesen. Auf der Mitgliederversammlung des Heimat- und Kulturvereins Hollager Hof gab der Vorsitzende Josef Pott Auskunft über ein neues Großprojekt des Vereins: Er will einen Erlebnispfad durch die Haseauen anlegen.

Von etwa 1870 bis 1960 unterhielten dort die Wasser- und Bodenverbände ein System von Stauschleusen, Zuleitergräben und Rieselrinnen, um die Erträge der anliegenden Wiesen mithilfe des Hasewassers und seiner düngenden Schwebstoffe zu verbessern. Das Heu der „fetten“ Hasewiesen war so begehrt, dass alle Bauern aus Hollage und auch von weiter weg sich dort Landstreifen gesichert hatten. Erst der verbesserte Kunstdünger und das sauberere Hasewasser ohne ungeklärte Einleitungen machten der Rieseldüngung ein Ende.

Einige Wehre und Nebenschleusen sind erhalten und warten auf konservierende Hände.

„Es wäre ein Jammer, wenn diese Kulturzeugnisse vor unserer Haustür endgültig verfielen“, gab Pott die Meinung vieler Hollager Heimatfreunde wieder. Noch gebe es Zeitzeugen, die in dieser Bewirtschaftungsform selbst gearbeitet hätten und für eine Dokumentation zur Verfügung stünden. Man sei in Gesprächen mit den Landkreisen Osnabrück und Steinfurt mit dem Ziel einer finanziellen Begleitung, denn: „Geld haben wir ja nicht, das wissen alle, aber wir können Arbeitsleistung einbringen“, so Pott. Auch die Halener Bauern fänden die Idee sehr gut und würden mitmachen. Was auch nötig ist, denn der natur- und kulturkundliche Pfad würde abschnittweise über ihr Gebiet laufen.

Ausgangspunkt des Rundwegs soll die Hollager Schleuse werden. Westlich davon steht ein noch recht gut erhaltenes Sperrwerk, dessen Funktionsweise über anschauliche Informationstafeln dargestellt werden würde. An der Mündung der Düte in die Hase vorbei gehe es auf den Bahnhof Halen zu, dann über die kürzlich wiederhergestellte Brücke in Richtung der Kläranlage und schließlich auf den Barlager Esch. Das Naturschutzgebiet westlich des Modellflugplatzes Do-X müsse ausgespart bleiben, habe der Landkreis gefordert, aber das sei kein Problem.

Voller Schwung angesichts der neuen Aufgaben arbeitete die Versammlung ihre Regularien ab. Turnusgemäß waren zwei Vorstandsposten neu zu besetzen. Der stellvertretende Vorsitzende Klaus Brockmeyer trat nicht erneut an. Einstimmig wurde Heinrich Maßbaum in dieses Amt gewählt. Auch der Kassenwart seit der ersten Stunde, Siegfried Wulftange, stand nicht zur Wiederwahl. Unter großem Beifall dankte Pott ihm für die in 22 Jahren geleistete Arbeit: „Er hat dafür gesorgt, dass wir heute schuldenfrei dastehen.“ Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung den 27-jährigen Diplom-Kaufmann Nico Bender-Nietfeld.

Referentin des Abends war Anke Kreis von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Fachberaterin für hauswirtschaftlichen Gartenbau nahm das Publikum in Wort und Bild mit auf einen Ausflug durch die Bauerngärten „früher und heute“. Von klassischen Klostergärten mit buchsbäumchengefassten Beeten ging ihr Streifzug über typische Sündenfälle der 1960er-Jahre mit Fichtenreihen und Betonmauern hin zu den heutigen wieder naturnäheren Gärten. Dabei solle man keine Angst vor Giersch oder Brennnesseln in einer Gartenecke haben. „Sieht schön aus und schmeckt gut“, befand Anke Kreis, womit sie Diskussionen im Heimathaus auslöste.


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