Politik stimmt gegen Verwaltung Ein neuer Fußballplatz für die Wallenhorster Katharinaschule

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Auf Rindenmulch müssen die Katharinaschüler bislang Fußball spielen. Im kommenden Jahr sollen sie einen richtigen Fußballplatz erhalten. Foto: Michael GründelAuf Rindenmulch müssen die Katharinaschüler bislang Fußball spielen. Im kommenden Jahr sollen sie einen richtigen Fußballplatz erhalten. Foto: Michael Gründel

Wallenhorst. Die Katharinaschule bekommt im nächsten Jahr einen wetterunabhängig bespielbaren, eingezäunten Fußballplatz. Das hat am Donnerstagabend der Ausschuss für Kindergärten, Schulen und Bildung einstimmig beschlossen. Zudem wird 2019 in der Schule groß umgebaut.

Grundschulkinder als Zuschauer bei einer Sitzung des Ausschusses für Kindergärten, Schulen und Bildung sind eher ein seltenes Bild im Wallenhorster Rathaus. Am Donnerstagabend ging es aber auch um ihre Wünsche. 

Verwaltung wollte Fußballfeld erst später

Die Katharinaschule hatte im Mai einen Antrag auf ein wetterunabhängig bespielbares, eingezäuntes Fußballfeld auf dem Schulhof gestellt, wie es schon andere Schulen in Wallenhorst bekommen haben. Die Verwaltung hatte in einem Beschlussvorschlag den Vorstoß grundsätzlich begrüßt, wollte die Umsetzung jedoch zunächst aufschieben und das Projekt in einen „Ideenspeicher“ legen, wie es in der Vorlage hieß. Dies gefiel den Schülern gar nicht.

Fachbereichsleiter Rüdiger Mittmann erklärte in der Sitzung die Position der Verwaltung. „Richtig ist, dass in den letzten Jahren auf den Schulhöfen der Johannisschule, der Grundschule Lechtingen sowie der St.-Bernhard-Schule solche Plätze gebaut wurden“, sagte er. Jedoch koste jedes Feld auch zwischen 40.000 und 70.000 Euro. Die Idee der Plätze sei immer gewesen, dass die Kinder in allen Ortsteilen Fußball auch außerhalb der Schulzeit spielen könnten. Mit Erfolg, wie Mittmann bestätigte: „Die Plätze werden genutzt.“ Allerdings gebe es für Kinder in Alt-Wallenhorst an anderer Stelle, dem Schulzentrum, drei Spielfelder. Und auch die Katharinaschule habe bereits zwei Fußballplätze, allerdings mit Mulch- beziehungsweise Pflasterbelag.

Weitere Arbeiten an der Schule

Aber nicht nur deswegen wolle die Verwaltung im kommenden Jahr an der Katharinaschule keinen Fußballplatz bauen. Dort stehen 2019 schon andere Baumaßnahmen an, die jeweils viel Geld kosten. Der Brandschutz muss erneuert werden, der Verwaltungsbereich sowie die Toiletten sollen umgebaut werden und auch die Digitalisierung wird weiter umgesetzt. Im Fall eines Kindes mit entsprechendem Bedarf steht auch noch ein Fahrstuhl auf dem Plan. „Alles gleichzeitig geht nicht“, fasste Bürgermeister Otto Steinkamp die Meinung des Rathauses zusammen. Zudem stellte er die Frage, ob diese Art Fußballplatz zum Standard werden solle.

Genau das schlug Stefan Düing von der Unabhängigen Wählergemeinschaft vor. „Kinder aus der Grundschule gehen nicht zum Fußballspielen zum Schulzentrum“, meinte er. Auch bei den anderen Fraktionen fand die Idee des Fußballfeldes durchaus Zustimmung. Positiv aufgenommen wurde der Vorschlag von André Schwegmann (CDW), den Platz anders als im Antrag vorgesehen auf dem vorderen Schulhof zu bauen. Für die SPD/FDP-Gruppe ist der Kunststoffplatz schon fast Standard. Allerdings sollte der Platz erst nach Abschluss der anderen Baumaßnahmen angegangen werden, schlug Hans Stegemann vor. Dieser Idee konnte sich auch die CDU anschließen. Folglich wurde einstimmig beschlossen, dass das Fußballfeld im kommenden Jahr gebaut wird. 70.000 Euro sollen dafür im Haushalt bereitgestellt werden.

Brandschutz

Zunächst jedoch sollen die bisher geplanten Baumaßnahmen umgesetzt werden. Diese stellte Dangard Schubert vom Architekturbüro Kornhage & Schubert vor. Einiges an der alten Schule müsse baulich verändert werden. Ganz wichtig sei die Verbesserung des Brandschutzes. 500.000 Euro stehen hierfür im aktuellen Haushaltsplan bereit. „Der Brandschutz muss zwingend ertüchtigt und auf den aktuellen Stand gebracht werden“, sagte Schubert. Wann immer gebaut werde, müsse auch dieser Bereich angegangen werden. Feuerfeste Türen und Wandverkleidungen sollen hier installiert werden. Gleichzeitig dürfen Fenster nicht mehr zweiter Rettungsweg sein. Hier werden in allen Stockwerken neue Wege realisiert. 

Der EDV-Raum wird zum Lehrerzimmer werden. Die digitalen Medien werden hingegen modernisiert und nur noch mobil eingesetzt. Ebenfalls neu gestaltet werden die Toiletten und das Behinderten-WC. Sie erhalten zudem einen Zugang von der Mensa. 

Aufzug geplant

Eingeplant wird auch ein Aufzug für gehbehinderte Kinder. Der kommt jedoch erst, wenn das erste Kind mit einem solchen Förderbedarf an die Katharinaschule angemeldet wird. Dies bestätigten Mittmann und Steinkamp, auch wenn Lehrervertreter den Aufzug lieber sofort haben würden - auch um eventuell gehbehinderten Eltern den Zugang zur Schulverwaltung zu erleichtern.

„Die Baumaßnahmen dürften hauptsächlich in den Ferien durchgeführt werden“, sagte Mittmann. Das gelte sowohl für den Umbau als auch für das neue Fußballfeld. Eventuell können einige Abschnitte auch parallel umgesetzt werden. Für die Umbaumaßnahmen im Innern brauche man keine Flächen im Außenbereich, stellte Schubert klar. „Wir werden die Maßnahmen mit der Schulleitung der Katharinaschule abstimmen“, so Steinkamp. Für die kleinen Besucher der Ausschusssitzung hatte sich das Kommen also gelohnt.


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