Drosselweg und Franksmannstraße Bäume bei Sanierung im Wallenhorster Zentrum in Gefahr?

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Die Sanierung geht weiter: Nach Fertigstellung des Bauprojekts "Wallenhorst 21" sollen Franksmannstraße (links) und Drosselweg (rechts) umgestaltet werden. Fraglich ist, wie die alten Eichen (rechts im Bild) entlang der Hofstelle Duling geschützt werden können. Foto: André HavergoDie Sanierung geht weiter: Nach Fertigstellung des Bauprojekts "Wallenhorst 21" sollen Franksmannstraße (links) und Drosselweg (rechts) umgestaltet werden. Fraglich ist, wie die alten Eichen (rechts im Bild) entlang der Hofstelle Duling geschützt werden können. Foto: André Havergo

Wallenhorst. Die Sanierung des Wallenhorster Zentrums geht in die nächste Phase: Wenn das Bauprojekt "Wallenhorst 21" abgeschlossen ist, sollen Franksmannstraße und Drosselweg umgestaltet werden. Der Bauausschuss stimmte dem zu, pochte aber auf einen besonderen Schutz der alten Bäume am Drosselweg.

Die Gemeinde hatte dem Wallenhorst-21-Investor, der Bohmter Firma Futura Invest, vertraglich zugesichert, die beiden Straßen entlang des ehemaligen Töwerland-Geländes in Anlehnung an die bereits umgestalteten Bereiche Große Straße, Kirchplatz und Alter Pyer Kirchweg auszubauen. Beginnen könnten die Arbeiten frühestens im April, also kurz bevor der dreiteilige Gebäudekomplex voraussichtlich im Juni fertiggestellt ist.

Drosselweg wird zur Einbahnstraße

Im Bauausschuss stellte der von der Gemeinde beauftragte Ingenieur Volker Westerhaus aus Bramsche nun seine Planungen für Franksmannstraße und Drosselweg vor. Im vorderen Bereich der Franksmannstraße sollen demnach beidseitig Parkflächen angelegt werden, die Fahrbahn wird 5,50 Meter breit und erhält beidseitig einen Gehweg. 

Im vorderen Bereich der Franksmannstraße sind - wie bisher - Pkw-Stellplätze vorgesehen. Vor dem Komplex "Wallenhorst 21" entsteht zudem eine Freifläche, die passend zu den angrenzenden Straßen gepflastert werden soll. Foto: André Havergo


Die vielleicht wichtigste Änderung aber ist, dass der Drosselweg zur Einbahnstraße werden soll, in der der Verkehr künftig nur noch Richtung Flachshütte fließen kann. Grund hierfür ist nach Auskunft des Planers, dass die sieben Meter breite Straßenparzelle zu wenig Spielraum für Begegnungsverkehr lasse, auch Parkflächen haben demnach keinen Platz. Zudem sei berücksichtigt worden, dass die am Drosselweg gelegene Einfahrt zur Tiefgarage des Wallenhorst-21-Komplexes aufgrund des engen Radius nur von einer Seite aus befahren werden könne. Letztlich sahen Westerhaus' Planungen eine 3,50 breite Fahrbahn und einen 1,50 Meter breiten Gehweg vor.

Um das frühere Töwerland-Gelände im Wallenhorster Zentrum herum sollen Franksmannstraße und Drosselweg saniert werden. Grafik: Ingenieurbüro Westerhaus/Gemeinde Wallenhorst


Neue Schmutz- und Regenwasserkanalisation

Als Knackpunkt erwies sich bei der Planung die alte Baumreihe am nördlichen Rand des Drosselwegs. Denn im Zuge der Arbeiten muss nach Angaben der Verwaltung auch die Schmutz- und Regenwasserkanalisation erneuert werden; im Drosselweg besteht derzeit noch gar kein eigener Regenwasserabfluss. Die Verlegung der neuen Rohre sei aber nur in offener Bauweise möglich - und dabei sei mit "umfangreichem Wurzelwerk" zu rechnen, wie die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage vermerkte. Der Erhalt der zum Teil 150 Jahre alten Eichen könne daher "nicht garantiert" werden.

Wie teuer wird der Erhalt der Bäume?

Das aber wollte der Ausschuss nicht ohne Weiteres hinnehmen. Marion Müssen (UWG) und Ludger Meyer (WWG) befürworteten zwar die Umgestaltung, forderten aber, vor einem Beschluss die Kosten für den fachgerechten Schutz der Bäume zu ermitteln. Das lehnte Fachbereichsleiterin Claudia Broxtermann ab: Es sei "müßig", im Vorfeld die Kosten für eine Maßnahme zu ermitteln, die unter Umständen gar nicht erforderlich sei. Da die Sanierung "im dritten, vierten Quartal 2019" abgeschlossen sein solle, "können wir uns einen weiteren Aufschub gar nicht mehr leisten", sagte Broxtermann, räumte aber auch ein, dass ein Erhalt der Bäume mit Mehrkosten verbunden sei. Westerhaus empfahl hierzu eine sogenannte ökologische Baubegleitung, also einen Experten, der während der Tiefbauarbeiten den Schutz der Bäume gewährleiste: "Ich sehe hier keinen immensen Kostenmehraufwand."


Keine Parkflächen am Drosselweg

Fragen warfen auch die Umwandlung des Drosselwegs zur Einbahnstraße und der Wegfall der bisherigen Parkflächen auf. Die Parkplatzsituation sei "jetzt schon problematisch", befand Müssen; ihren Beobachtungen zufolge parkten derzeit bis zu zehn Fahrzeuge auf dem unbefestigten Straßenrand. Planer Westerhaus entgegnete, dass zusätzliche Stellflächen "nur auf Kosten der Bäume" möglich seien. 

Parken wird am Drosselweg nach der Umgestaltung nicht mehr möglich sein - dafür ist die Straßenparzelle zu schmal. Foto: André Havergo


Letztlich folgte der Ausschuss dem Beschlussvorschlag der Verwaltung bei drei Enthaltungen. Nach Schätzung des Planers fallen damit Kosten von rund 689.000 Euro an. Im Haushaltsentwurf 2019 seien hiervon 490.000 eingeplant, hinzu komme ein Haushaltsrest, sodass aus Sicht der Verwaltung ausreichend Mittel zur Verfügung stehen - sofern für den Erhalt der Eichen keine Kosten anfallen.


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