Überraschende Entwicklung Brutvogelkartierung verzögert Bau des Feuerwehrhauses in Rulle

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Die Planungen für ein neues Feuerwehrhaus in Rulle verzögern sich. Zunächst ist eine Brutvogelkartierung erforderlich. Symbolfoto: dpaDie Planungen für ein neues Feuerwehrhaus in Rulle verzögern sich. Zunächst ist eine Brutvogelkartierung erforderlich. Symbolfoto: dpa

Wallenhorst. Eigentlich sind alle Wege dafür freigemacht, dass der Bau des neuen Feuerwehrhauses für die Ortswehr Rulle in gut einem Jahr beginnen kann. Fachbereichsleiter Rüdiger Mittmann überraschte jetzt mit der Mitteilung, dass das bereits erworbene Grundstück zuvor auf Vogelbrutstätten hin untersucht werden müsse.

„Da war vorher ein Maisacker mit null Artenvielfalt“, „Absolut unverständlich“, „Völlig überzogen“, „Ich fahre da seit 30 Jahren vorbei und habe noch nie einen selteneren Vogel gesehen“ – die Meinungen der Mitglieder des Ausschusses für Feuerwehr und Ordnung, besonders derjenigen aus dem Ortsteil Rulle, waren eindeutig. Selbst der Grünen-Vertreterin Dagmar Wellmann fiel kein Wort der Rechtfertigung ein für das, was die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises der Gemeinde da auferlegt hat. Mit der Kartierung kann erst im Frühjahr 2019 begonnen werden. Dann werden Gutachter das Gelände mehrfach begehen.

Mittmann und Bürgermeister Otto Steinkamp waren bemüht, die Wogen der Verständnislosigkeit etwas zu glätten. Mittmann sagte, er halte es für sehr unwahrscheinlich, dass bei der Kartierung etwas ans Tageslicht komme, was den Fortgang stören könne. Das beauftragte Architekturbüro Kornhage + Schubert aus Wallenhorst werde parallel die Planungen vorantreiben. Da das erworbene Grundstück im Außenbereich liege, müssten sowieso erst ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert werden. Steinkamp meinte, schlimmstenfalls würden Kompensationsmaßnahmen drohen, oder es könnte eine Umsiedlung der Brutstätten auferlegt werden, „dann am besten gleich zur geplanten Trasse der A 33 Nord, damit es da nicht weitergeht“, meinte Steinkamp halb im Scherz.

Neuer Standort an der L 109

Im Juni dieses Jahres hatte der Rat beschlossen, für die Ortsfeuerwehr Rulle ein neues Feuerwehrhaus zu planen und zu errichten. Zwischenzeitlich wurde ein als verkehrs- und einsatztechnisch günstig gelegenes Grundstück an der L 109 (Ruller Straße) im Einmündungsbereich der Straße „Unländer Damm“ von 5500 Quadratmetern Größe erworben. Nach dem Ergebnis eines Bodengutachtens ist das Grundstück für eine Bebauung geeignet, trug Mittmann vor. Bei einem vorgesehenen Baubeginn Anfang 2020 sei es ein realistisches Ziel, bis spätestens April 2021 das neue Gebäude zu beziehen.

Alle Planungen laufen in enger Abstimmung zwischen Architekt, Verwaltung und dem Leitungsteam der Feuerwehr ab. Das bestätigte der anwesende Ortsbrandmeister Ansgar Osterbrink. Der Altbau der Feuerwache am St. Bernhardsweg aus dem Jahr 1956 entspricht in keiner Weise mehr den heutigen baulichen und feuerwehrtechnischen Anforderungen. Unter anderem müsste das bestellte neue Löschfahrzeug HLF 20 leider draußen bleiben, weil es nicht durchs Tor passt. Der Neubau soll einschließlich Grunderwerb überschläglich 1,8 Millionen Euro kosten.

Dank an die Blauröcke

Die Haushaltsbudgets 2019 für die Bereiche Feuerwehr sowie Bürgerservice und Ordnung wurden einstimmig durchgewinkt. Bei der Gelegenheit sprachen der stellvertretende Ausschussvorsitzende Dennis Schratz (CDU) und der Bürgermeister den Blauröcken den Dank für die reibungslose Zusammenarbeit und ihre selbstlosen Einsätze aus. „Gerade bei belastenden Einsätzen wie gestern auf der A 1 mit einem getöteten LKW-Fahrer wissen wir alle zu schätzen, was wir an Ihnen haben“, sagte Schratz. Alfred Lindner (CDU) hatte zusammengerechnet, was die Gemeinde in den letzten zwei Jahren allein an Fahrzeugen für die beiden Ortswehren ausgegeben beziehungsweise bewilligt habe: Er kam auf 1,8 Millionen Euro. „Damit ist die kommunale Versorgungssicherheit auf diesem Gebiet überdurchschnittlich gut gewährleistet“, stellte er fest.


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