Erörterungstermin im Mai 2019 Bissendorf: Radweg an der L87 in Wulften rückt näher

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Ihnen fehlt ein Radweg: Anlieger der Belmer Straße (L87) im Bissendorfer Ortsteil Wulften. Foto: Hermann PentermannIhnen fehlt ein Radweg: Anlieger der Belmer Straße (L87) im Bissendorfer Ortsteil Wulften. Foto: Hermann Pentermann

Bissendorf. Seit Jahren warten die Anwohner der Belmer Straße (L87) in Wulften auf einen Radweg, nun scheint sich etwas zu bewegen: Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beantragt derzeit die Planfeststellung beim Landkreis, für Mai ist ein Erörterungstermin mit den Anliegern geplant.

"Schon unsere Eltern haben gehofft, dass wir einen Fuß- und Radweg bekommen, um sicher zur Schule zu kommen, inzwischen hoffen wir, dass unsere eigenen Kinder dort hergehen können", erzählt Christian Wesseler mit einem verbitterten Lachen. Er wohnt mit seiner Familie direkt an der Landesstraße 87; die Bushaltestelle, von der der Bus zur Grundschule Schledehausen fährt, liegt gerade einmal 200 Meter entfernt. Doch zu Fuß wollen die Wesselers ihre Kinder nicht zum Bus gehen lassen, erst recht nicht alleine: Die Belmer Straße ist schmal und hat nicht einmal einen befestigten Seitenstreifen; wenn sich hier zwei Autos bei Tempo 70 oder mehr begegnen, ist für Fußgänger und Radfahrer kein Platz mehr. Deshalb bringe sei Frau die Jungs morgens mit dem Auto zum Bus, sagt Wesseler. 

Elf Unfälle binnen vier Jahren

Mit ein paar Nachbarn hat er sich an der Wendeschleife eingefunden, wo der Bus hält, sein Hof liegt in Sichtweite. Die Wulftener weisen Richtung Westen: Knapp 800 Meter von hier, an der Gemeindegrenze, endet der Rad- und Fußweg, der auf Belmer Seite seit fünf Jahren fertig ist. Auch das sei eine Gefahrenquelle, meinen die Anwohner: Wer von Belm Richtung Wulften fährt, muss die Fahrbahn überqueren, aber das Ende des Radwegs liegt hinter einer leichten Kurve in einer Senke. 

Abruptes Ende: Seit fünf Jahren endet der Radweg auf der Gemeindegrenze zwischen Belm und Bissendorf. Foto: Hermann Pentermann

Johannes Jaenicke hat einen Ordner mitgebracht, in dem er seine Korrespondenz mit den verschiedenen Behörden sammelt, darunter eine Karte aus der Verkehrsunfallstatistik seit 2014. Allein bis zur Kreuzung in Wulften reihen sich auf der L87 elf Punkte aneinander. Zum Glück sei hier noch keiner ums Leben gekommen, sagen die Anwohner, aber wer wisse schon, wie lange das so bleibe.

Bissendorf muss (fast) nichts bezahlen

Das Problem ist seit Jahren bekannt; im „Radwegekonzept 2016“ des Landes Niedersachsen steht der Radweg unter den Vorhaben im Landkreis Osnabrück an zweiter Stelle. Fest steht auch, dass das Land die Baukosten zu 100 Prozent tragen wird – anders als in Belm, das bereits 2002 einen Vertrag mit dem Land geschlossen hatte und am Ende die Hälfte der Kosten von knapp 600.000 Euro selbst beisteuerte. Bissendorf dagegen ließ auf eigene Kosten die rund 20.000 Euro teure Vorentwurfsplanung durchführen, dafür muss sie für den Radweg nun nichts mehr zahlen.

Erörterungstermin am 15. Mai 2019

Cord Lüesse, Leiter des Geschäftsbereichs Osnabrück der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, sichert auf Anfrage zu, die Planfeststellung für den Radweg werde "bis Ende dieses Jahres" beim Landkreis Osnabrück als Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde beantragt werden. Auf Nachfrage bestätigt Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff, dass die Unterlagen dem Landkreis "angekündigt" worden seien: "Das Verfahren soll in Kürze eingeleitet werden." Als Erörterungstermin stehe bereits der 15. Mai 2019 fest, kündigte Riepenhoff an. Dieser Termin diene "der Aufklärung eingegangener Einwendungen und Stellungnahmen sowie der möglichen Einigung in strittigen Punkten", um schließlich einen Planfeststellungsbeschluss zu fassen. Für diesen könne noch kein Termin genannt werden, weil dieser "auch vom Umfang des Abwägungsprozesses" abhängig sei. 

Anwohner fordern faire Entschädigungen

Strittig sind nach wie vor Eigentumsfragen, schließlich müssen einige Anwohner Flächen für den neuen Radweg abgeben. Hier fordert Jaenicke "faire Entschädigungen" für die Eigentümer. Und die Kommunikation müsse besser werden, verlangen die Wulftener: "Das schlimme ist, dass wir Anwohner nichts erfahren", beklagt Wesseler. Selbst er als Ortsvorsteher habe weder von der Gemeinde noch vom Kreis oder der Straßenbaubehörde erfahren, wie es weitergeht.


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