„Chor Cantarem“ besteht seit 2005 Für die Hollager Sänger ist die Chorprobe besser als Yoga

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Seit 2005 singt Chor Cantarem bei geistlichen und weltlichen Veranstaltungen in Wallenhorst. Zu seinem Repertoire zählt vor allem das neue geistliche Liedgut. Foto: Christina HalbachSeit 2005 singt Chor Cantarem bei geistlichen und weltlichen Veranstaltungen in Wallenhorst. Zu seinem Repertoire zählt vor allem das neue geistliche Liedgut. Foto: Christina Halbach 

Wallenhorst. „Lasst uns singen“ ist dem gemischten Chor unter der Leitung von Maria Hartelt Name und Motto zugleich. Seit 13 Jahren begleitet der „Chor Cantarem“ das musikalische Leben in der Gemeinde, das Philipp-Neri-Haus in Hollage ist sein Probenort.

Doch bevor es im großen Saal im ersten Stock mit dem Singen losgeht, stehen erstmal Lockerungsübungen auf dem Programm: „Wir schütteln einmal die Beine, Arme und Schultern aus“, fordert Chorleiterin Maria Hartelt ihre im Halbkreis aufgestellten Sängerinnen und Sänger auf. Dann ist die Halswirbelsäule an der Reihe: „Wir drehen uns zur Seite und nehmen die Arme mit.“ Mit Modulationsübungen wird schließlich die Atmung in Angriff genommen: Die Sänger im Alter von 18 Jahren bis ins Rentenalter sollen versuchen den mit einem „Mmh, mmh, mmh“ geformten Ton durchzukauen und dabei immer denselben zu treffen: „Haltet mal die Hand ans Ohr, um Euch selbst zu hören“, rät die Chorleiterin.

Glücksgefühl durch Singen

Gezielt setzt Hartelt vor und während jeder Probe die drei Säulen der Stimmbildung rund um Körper, Stimme und Atmung ein. Ganz nebenbei verfolgt sie damit noch ein anderes Ziel: „Nach zehn Minuten muss es jedem Sänger besser gehen als vor der Probe. Es muss ein Glücksgefühl entstehen.“ Was gelingen kann, wie Cantarem-Sängerin Christina Leonard bestätigt: „Für mich ist die Chorprobe wie Yoga. Wenn ich nach Hause gehe, bin ich wirklich entspannt. Man geht mit einer Melodie im Ohr ins Wochenende“ Auch Christian Voßgröne hat festgestellt: „Man kann hier wunderbar abschalten.“


Als Schola angefangen

Im Februar 2005 hatte Maria Hartelt, die auch als Kirchenmusikerin im Bistum Osnabrück beschäftigt ist, den Chor zunächst als kleine Schola aus der Taufe gehoben: Junge Frauen, die auch männliche Stimmen mitbrachten, gehörten zu den ersten Cantarem-Sängern: „Damit war der Anfang zur Dreistimmigkeit gemacht“, erinnert sich Hartelt. Geprobt wurde von Beginn an im 14-tägigen Rhythmus. Wenn Sänger aus privaten oder beruflichen Gründen eine längere Pause einlegen, ist das kein Problem: Neue aktive Mitglieder sollen dadurch auf lange Sicht bei der Stange gehalten werden, lautet Hartelts Strategie.

Kirchenmusikerin Maria Hartelt hat den Chor im Februar 2005 ins Leben gerufen. Foto: Christina Halbach

Neues geistliches Liedgut

Das Liedgut des Chores ist fast so jung wie Cantarem selbst: Vor allem neue geistliche Lieder gehörten von Anfang zum Repertoire. Entschieden hat sich Hartelt dafür ganz bewusst: „Das klassische Kirchenlied ist in der Gemeinde abgedeckt. Es ist gut, dass man dem etwas entgegensetzt.“ Seit den 70er-Jahren hält das neue geistliche Liedgut in katholischen und evangelischen Kirchen Einzug: „Es geht um aktuelle Themen wie Frieden, Umweltschutz oder Beziehungen, die bislang in der Kirchenmusik nicht vorgekommen sind“, erläutert Hartelt. Die Lieder seien verfasst in einer Sprache, die im Alltag gesprochen wird und orientierten sich an Musikstilen wie Gospel oder Pop, die die Menschen auch am Tag hören. Mit diesem Repertoire hat sich Cantarem in der Gemeinde eine treue Fangemeinde geschaffen: „Die Menschen, die uns schätzen, wollen genau dieses Liedgut hören.“

Alle 14 Tage probt Chor Cantarem am Freitag im Philipp-Neri-Haus. Foto: Christina Halbach

Neue Sänger durch Jubiläumskonzert

Regelmäßig tritt Cantarem bei Veranstaltungen in der Gemeinde auf. 2015 stand das Konzert anlässlich des zehnjährigen Jubiläums gemeinsam mit anderen Wallenhorster Chören in der St. Josefkirche auf dem Programm. Das bescherte den Sängern seinerzeit nicht nur einen hohen Publikumszuspruch, sondern auch einen weiteren Mitgliederschub: „Das Jubiläum hatte einen tollen Effekt. Dadurch ist der Chor nochmal stark angewachsen.“ Auch heute seien neue Sänger, vor allem natürlich Männerstimmen, immer herzlich willkommen. Aufnahmekriterien gebe es nicht: „Es kann und darf jeder mitsingen.“ Bei den Proben stehe der Gesang im Vordergrund: „Wir treffen uns, weil wir singen wollen“, betont Hartelt.

Auftritt am 10. Dezember

Trotz unterschiedlicher musikalischer Voraussetzungen ist es ihr wichtig, einen gleichmäßigen Chorklang zu formen. Hartnäckig erarbeitet Hartelt mit dem Chor Wort für Wort und Note für Note eines Liedes: „Versucht mit der Stimme zu modulieren, sonst denkt man, die singen nur einen Ton“, erklärt sie ihren Sängern bei der Probe für ihren Auftritt bei „Musik und Wort“ am Montag, 10. Dezember, um 19 Uhr in St. Josef Hollage. In dem besinnlichen kleinen Adventskonzert wird Cantarem unter anderem mit dem Gospel „In your arms“ zu hören sein. Für das Video gaben die Sänger bereits eine Kostprobe.


Steckbrief

Name: Chor Cantarem

Chorleiter: Maria Hartelt

Mitgliederzahl: 60

Altersspanne: 18 -65 Jahre

Liedgut: Neues, geistliches Liedgut

Chorproben: 14-tägig freitags, 18 bis 20 Uhr

Kontakt: Maria Hartelt, Tel. 05407/816447

Weitere Informationen: cantarem-hollage.jimdo.com

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