Mehr Gewerbefläche durch Erdverkabelung Im Wallenhorster Gewerbegebiet „Schwarzer See“ beginnen Erschließungsarbeiten

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Die Leerrohre sind da: Zum Start der Erdverkabelung im Wallenhorster Gewerbegebiet "Schwarzer See" erschienen Vertreter der Ratsfraktionen, Westnetz und der NLG, darunter Bürgermeister Otto Steinkamp (links). Die Strommasten werden im Zuge der Maßnahme abgebaut. Foto: André ThöleDie Leerrohre sind da: Zum Start der Erdverkabelung im Wallenhorster Gewerbegebiet "Schwarzer See" erschienen Vertreter der Ratsfraktionen, Westnetz und der NLG, darunter Bürgermeister Otto Steinkamp (links). Die Strommasten werden im Zuge der Maßnahme abgebaut. Foto: André Thöle

Wallenhorst. Start der Erschließungsarbeiten im Wallenhorster Gewerbegebiet „Schwarzer See“: Der Verteilnetzbetreiber Westnetz hat mit der Erdverkabelung begonnen. Eine unterirdisch geführte 110-kV-Freileitung wird zukünftig auf einem 1250 Meter langen Teilstück die Mastanlage ersetzen. Mit einer Inbetriebnahme wird im Herbst 2019 gerechnet.

Noch liegen sie gestapelt und verschnürt auf einem Ackergrundstück am Pollerweg nördlich des Schwarzen Sees: In den kommenden Monaten werden die schwarzen Leerrohre nach und nach in 1,60 Meter tiefes Erdreich eingelassen. Von der Umspannanlage an der Wernher-von-Braun-Straße in Hollage wird die 110-kV-Freileitung erst in nördlicher Richtung und dann gen Westen parallel zur bisherigen Stromanlage verlaufen. Diese wird dadurch zukünftig überflüssig sein: „Alle vier Masten auf der Strecke werden abgebaut, der letzte Mast durch einen Kabelaufführungsmast ersetzt“, erläuterte Bernd Igelbüscher, Kabelnetzbetreuer der Westnetz. Soll heißen: Die im Erdreich geführten Leitungen werden dort wieder an das oberirdische Stromnetz angeschlossen, in das aus sechs Rohren bestehende Stromleitungssystem eingeführt wird das 300 mm² dicke Kupferstromkabel jedoch erst nach Abschluss der Straßenbauarbeiten.

38 Hektar 

„Das ist für uns ein großer Schritt nach vorne“, stellte Bürgermeister Otto Steinkamp beim Termin mit Vertretern der Ratsfraktionen, der Westnetz und NLG (Niedersächsische Landgesellschaft) fest. Die Erdverkabelung versetze die Gemeinde in die Situation, eine große Flächenverfügbarkeit zu bekommen. In dem insgesamt 38 Hektar großen Gewerbegebiet stehe damit, so der Gemeindechef weiter, zwischen 28 und 30 Hektar als Gewerbefläche zur Verfügung. Das mache Wallenhorst in Verbindung mit seiner Nähe zu Osnabrück für Unternehmen aus der Region zu einem „Topstandort“, betonte Steinkamp, der von einem Potential von 300.000 bis 400.000 Arbeitnehmern in der Region ausgeht.

Branchenbezogene Einbrüche

Auch die Vertreter der Ratsfraktionen begrüßten den Start der Erdverkabelung: „Wir müssen jetzt keine Rücksicht mehr auf eine Stromleitung nehmen. Dadurch können wir die Fläche besser vermarkten und eine bessere Wirtschaftlichkeit und einen schonenderen Umgang mit den Ressourcen erzielen“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Guido Pott. Die Nachfrage der Unternehmen sei da. Bei der Ansiedlung werde darauf geachtet, einen vielfältigen Mix abzubilden, um mögliche branchenbezogene Einbrüche bei der Gewerbesteuer ausgleichen zu können. Manfred Gretzmann (CDW-Fraktion) stellte ergänzend die gute verkehrliche Anbindung heraus, die Wallenhorst zu einem guten Standort mache und betonte die Notwendigkeit des Gewerbeparks: „Wir brauchen dieses Gewerbegebiet. Wir haben an der Hansastraße eine Flickenteppichsituation, weil dort die Grundstücke zu klein und nur bedingt verfügbar sind.“ UWG-Ratsherr Stefan Botterhuis stellte fest: „Viele Gewerbegebiete sind mittlerweile zu. Wir können was anbieten. Das wird funktionieren.“

2,3 Millionen Euro

Bereits jetzt stehen die Gewerbeparkflächen zum Verkauf. Mit der Erschließung soll nach Auskunft von Bürgermeister Steinkamp im Frühjahr 2019 begonnen werden. Unternehmen, die sich dort ansiedeln wollen, könnten dann Ende 2019 mit dem Bau ihrer Gebäude beginnen. Rund 2,3 Millionen Euro wird die Erdverkabelung die Gemeinde kosten. Der Wallenhorster Gemeinderat hatte das Gewerbegebiet „Schwarzer See“ im Juni 2017 gegen die Stimmen der CDU-Fraktion beschlossen. Aufgrund der hohen Investitionskosten bezweifeln die Christdemokraten die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens.


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