Traditionelle Lieder mit Geschichte Irische Musiker begeistern im Ruller Haus

Von Dominik Lapp

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Mit Irish Folk Musik begeisterten John Doyle und Mick McAuley im Ruller Haus. Foto: Dominik LappMit Irish Folk Musik begeisterten John Doyle und Mick McAuley im Ruller Haus. Foto: Dominik Lapp

Wallenhorst. Rund 100 Besucher lauschten der Irish-Folk-Musik im Ruller Haus. Im Rahmen der beliebten Gitarrenkonzertreihe spielten die irischen Musiker John Doyle und Mick McAuley auf verschiedenen Instrumenten und sangen irische Lieder mit Geschichte.

Der ausverkaufte Saal im Ruller Haus platzte am Dienstagabend aus allen Nähten. Um niemanden an der Abendkasse abweisen zu müssen, wurden neue Stühle dazugestellt – bis es schließlich brechend voll war. Die Stimmung war dementsprechend gut. Bereits beim letzten Gitarrenkonzert von Fareed Haque und Goran Ivanovic wurde John Doyle, der schon für Barack Obama gespielt hat, vom Veranstalter im Ruller Haus als „weltbester Folk-Gitarrist“ angekündigt. Was noch vor ein paar Wochen vollmundig versprochen wurde, galt es jetzt zu beweisen. Aber das Publikum wurde nicht enttäuscht. Denn Doyle und sein Kollege Mick McAuley zelebrierten fast drei Stunden lang Irish-Folk-Musik vom Feinsten.

Doyle gilt als Koryphäe des Irish Folks und ist Komponist, Gitarrist und Sänger zugleich. Mit seinem rhythmischen Gitarrenspiel präsentierte er sich als vielseitiger und moderner Musiker des Folkgenres. Mick McAuley stand dem in nichts nach. Als Meister des Knopfakkordeons hatte er nicht nur dieses Instrument dabei, sondern spielte zudem Gitarre, Flöte und die typisch irische Whistle (Schnabelflöte). Außerdem bewiesen beide Musiker ihre Gesangsqualitäten. Insbesondere bei der tiefen sonoren Stimme von Mick McAuley schlossen manche Zuschauer ihre Augen und schienen ganz in der Musik und der warmen Stimme zu versinken.

Irische Lieder mit Geschichte

Auf dem Programm standen traditionelle irische Lieder genauso wie erstklassige Eigenkompositionen, die wunderbare Geschichten erzählten. Die Songs aus der Feder von John Doyle handelten vor allem von irischen Emigranten, aber auch von seinem Urgroßvater oder den Opfern der großen irischen Hungersnot. Ein zehn Jahre alter Song erzählte die Geschichte irischer Auswanderer, die auf dem Weg nach Amerika von einer besseren Zukunft träumten.

In jeder Nummer wurde hör- und sichtbar, mit welch einer großartigen Leidenschaft Doyle und McAuley sich ihrer Musik hingaben. Doyle überzeugte immer wieder mit seinem außergewöhnlichen Fingerspiel auf den Gitarrensaiten und McAuley spielte sein Knopfakkordeon, als würde es kein Morgen geben. Das Publikum ließ sich mitreißen: In dem heimeligen Saal wurde geklatscht, gestampft, gewippt und mitgesungen, während es draußen stürmte und der Regen an die Fensterscheiben prasselte. Nach enthusiastischem Schlussapplaus mussten die sympathischen Iren noch vier Zugaben spielen, ehe man sie letztlich von der Bühne gehen ließ. 


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