Oktoberfest in Wallenhorst-Hollage 7000 Besucher feiern an zwei Tagen in Dirndl und Lederhose

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Wallenhorst. E​ine große Gaudi war das Oktoberfest in Hollage für die Besucher. Jeden Abend strömten 3500 Besucher in die Festhalle.


Ausverkauft war das 18. Oktoberfest der Kolpingfamilie Hollage: An beiden Abenden feierten jeweils 3500 Besucher. Foto: Swaantje Hehmann


"O´Zapft is", heißt es in München. Heiner Placke, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Hollage, eröffnete deren Oktoberfest am Freitag mit den Worten: "Willkommen zur 18. Auflage des Oktoberfestes - wir sind volljährig!" Seit Anfang Oktober wurde auf einer Wiese in Hollage das 40 Meter lange Hallenzelt aufgebaut, nun war es endlich soweit: Die Party konnte beginnen. Ab 18.30 Uhr war Einlass, als um 19.30 Uhr die bayrische Oktoberfestband Simmisamma die Bühne betrat, gab es nur noch vereinzelt Sitzplätze. Für beide Abende konnten die Veranstalter 3500 Karten verkaufen. Die waren ratzfatz weg. Ausverkauft.  

Diese Mädels-Clique kam größtenteils extra zum 18. Oktoberfest der Kolpingfamilie Hollage wieder Wallenhorst zurück. Foto: Swaantje Hehmann


Für das Oktoberfest zurück nach Hollage

Einen Abend beim Oktoberfest mitfeiern ist für Hollage und ehemalige Hollager offensichtlich ein Muss: Carolina Jakob und Johanna Muhle waren mit ihrer ganzen Clique auf dem Fest: "Wir übernachten mit 14 Mädels zusammen bei einer Freundin und sind für das Oktoberfest aus München, Berlin, Münster und Holland nach Hollage gekommen." Es sei einfach "mega cool", dass dort stets "Alt und Jung zusammen feiern", so Muhle, und Jakob ergänzte: "Das hier ist das einzig gute Dorffest, das es bei uns gibt." Auch Inga Hune, die ebenfalls mit ihren Freundinnen feierte, freute sich: "Hier kommen immer alle zusammen." Kolpingmitglied Carina Dasenbrock, die inzwischen in Königswinter lebt, erklärte: "Das Oktoberfest steht fest in meinem Kalender, meine Familie ist komplett da und auch alle Freunde." Die Hollager Kolpinger kämen meist am Samstag - oder beide Tage. Das Gleiche galt für die Nachbarn: Am Stehtisch direkt neben der Bühne stand unter anderem Christian Vogt - mit passendem Hut zum Outfit. "Wir wohnen nur 200 Meter entfernt", berichtete Silvia Flegel gut gelaunt, während die Band "Ein Prosit auf die Gemütlichkeit" sang.

Ein Aufreger in den sozialen Medien: Die Wasser-Preise des 18. Oktoberfestes der Kolpingfamilie in Wallenhorst. Foto: Swaantje Hehmann


Bei den Cocktails war der Preisunterschied zwischen Varianten mit und ohne Alkohl auf dem 18. Oktoberfest der Kolpingfamilie Hollage größer als bei Bier und Wasser. Foto: Swaantje Hehmann


Preisdiskussion

Apropos Prosit: In sozialen Medien diskutierten einige am Samstag über die Getränkepreise beziehungsweise den geringen Preisunterschied zwischen Wasser und Bier. Placke erklärte: "Wir bestehen darauf, das nicht-alkoholische Getränke billiger sind als Bier." In diesem Fall waren es 80 Cent beim Vergleich von je einem Liter Wasser und Bier. Er wies zudem auf den Aufwand hin, der nötig sei, damit auf der Wiese gefeiert werden kann und erklärte: "Wir sind der Ausrichter, aber nicht der Festzeltwirt, somit können wir die Preise nicht diktieren." Allerdings hätte die Kolpingsfamilie auf vielfachen Wunsch angeregt auch kleinere Getränkemengen als 0,5 Liter anzubieten, was gut angenommen werden würde. Plackes Empfehlung: Alkoholfreie Cocktails kosteten beispielsweise 3 Euro, während die Varianten mit Alkohol bei 5 Euro anfingen.


Die Freundinnen Spaß und waren sich einig, was die Kleiderauswahl anging: Zu kurz darf das Dirndl nicht sein. Foto: Swaantje Hehmann. Foto: Swaantje Hehmann


Dirndl und Lederhose muss sein

Zum ersten Mal mit dabei war Phillip Bollnow, und wie gefühlte 99 Prozent der Besucher war auch er passend in Lederhose und Karohemd gekleidet: "Ich wollte nicht so auffallen", so Bollnow. Und was sagt die Modepolizei? Traditionell werden zum Dirndl robuste Wanderschuhe mit groben Wollsocken getragen, in Wallenhorst waren Sneaker sehr angesagt. Auch auffällige Tattoos zu eleganten Dirndln mit Pailletten waren zu sehen, ebenso sehr viele Flechtfrisuren. Was den Schnitt anging, waren sich viele Frauen einig: "Zu kurz darf es nicht sein, das Dirndl." Und die Schleife der Schürze musste natürlich auch richtig gebunden sein. Im Bayerischen heißt es: „Schleife links, Glück bringt’s!“. Sprich: Singels binden sie links, vergebene Frauen rechts. Und Placke hatte bei "seinen drei Frauen" mitbekommen, wie wichtig Accessoires sind: "Da gibt es mal eine neue Handtasche und man kann nicht immer mit der gleichen Halskette kommen."

Mit Bedacht gewählt: Auch auf das Outfit kam es beim Oktoberfest in Hollage an. Foto: Swaantje Hehmann


Hollage im Vergleich zu München

Derweil sang die Band einen Andrea-Berg-Song und Olga Brockmeyer, die das orignal Oktoberfest in München kennt, stellte fest: "Hier ist es ein bisschen süßer, man sieht wie viel Arbeit und Mühe hier reingesteckt wird. Das andere ist schon sehr kommerziell." Tom Tenk, der selbst in München in verschiedenen namenhaften Zelten gearbeitet hat, urteilte diplomatisch: "Für Norddeutschland ist das schon sehr schön."



Jutta Wolff und Alois Niesing mit ihren Gästen beim 18. Oktoberfest der Kolpingfamilie eine. Foto: Swaantje Hehmann


Eine Stunde länger feiern

Sabine und Frank Wulbusch feiern sonst in Georgsmarienhütte das Oktoberfest mit und kamen nach Wallenhorst, weil Tochter Alina eine Wiesenbox gebucht hatte. Frank Wulbusch fand sein "Heim-Oktoberfest" gemütlicher und "nicht so kommerziell", doch Tischnachbar Heinz-Jürgen Schwegmann erklärte: "Das Oktoberfest in Hollage ist das einzig wahre." Außerdem hätten sie diesen Termin mit Blick auf die Zeitumstellung gewählt, weil sie so eine Stunde länger feiern könnten.

Dank Zeitumstellung konnten die Besucher am Samstag beim 18. Oktoberfest der Kolpingfamilie Hollage eine Stunde länger feiern. Foto: Swaantje Hehmann



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