Müllsammel-Aktion am 20. Oktober „Wallenhorst putz(t) munter“: Gemeinde räumt wieder auf

Müllsammlerin Birgit Schad und Wallenhorsts Umweltbeauftragter Udo Stangier mit Schads Kunstwerk „Plastikfisch“. Das Werk besteht ausschließlich aus Fundstücken, die Schad während eines einwöchigen Urlaubs am Strand von Texel gesammelt hat. Foto: André ThöleMüllsammlerin Birgit Schad und Wallenhorsts Umweltbeauftragter Udo Stangier mit Schads Kunstwerk „Plastikfisch“. Das Werk besteht ausschließlich aus Fundstücken, die Schad während eines einwöchigen Urlaubs am Strand von Texel gesammelt hat. Foto: André Thöle

Wallenhorst. Unter dem Motto „Wallenhorst putz(t) munter“ schickt die Gemeinde am kommenden Samstag wieder freiwillige Müllsammler durch alle Ortsteile. Bislang ist die Hilfsbereitschaft aber im Vergleich zu früheren Jahren sehr gering.

„Wir haben alle Vereine und Verbände angemailt“, sagt Udo Stangier. „Bislang haben sich aber nur sehr wenige zurückgemeldet.“ Der Umweltbeauftragte der Gemeinde Wallenhorst ist merklich zerknirscht. Seit Anfang des Jahrtausends ruft die Kommune alle paar Jahre zum Müllsammeln auf. Und in diesem überschaubaren Zeitraum sei das gesellschaftliche Engagement schon merklich zurückgegangen, sagt Stangier.

Einmalhandschuhe verteilen

Das zeige sich auch bei den Schülern, die traditionell einen Tag früher als die Erwachsenen zum Müllsammeln losgehen, in diesem Jahr also am 19. Oktober. „Die älteren Klassen der Haupt- und Realschulen waren früher eine Bank, die haben richtig viel gesammelt. Heute machen die leider gar nicht mehr mit.“ Auch das Sicherheitsbedürfnis der Eltern sei massiv gestiegen. In diesem Jahr müsse er an alle Kinder Einmalhandschuhe verteilen, so Stangier. „Früher wurde uns die Frage nach Handschuhen nie gestellt. Wenn ein Kind welche brauchte, hat es eben irgendwelche Gartenhandschuhe von der Mutter mitgebracht.“

Freiwillige Müllsammler

Wegen der geringen Resonanz würde sich Udo Stangier in diesem Jahr über weitere Anmeldungen sehr freuen. Die Anmeldungen dienten übrigens nicht dem Zweck, die freiwilligen Müllsammler zu reglementieren. „Es geht einfach nur darum, dass ich eintrage, wer wo sammelt und wir damit verhindern können, dass Gruppen dieselben Bereiche säubern.“ Bei vergangenen Aktionen sei es immer wieder vorgekommen, dass Müllsammler enttäuscht waren, weil ihr Gebiet ohne ihr Wissen schon vorher von anderen Sammlern abgegrast worden war.

Getränke und Bratwurst

Wer sich  noch anmelden möchte, kann das bei Udo Stangier unter der Mailadresse stangier@wallenhorst.de oder unter der Telefonnummer 05407 888-730 . Als Belohnung können alle Helfer zwischen 14 Uhr und 17 Uhr zum Bauhof der Gemeinde am Eckergarten (neben der Freiwilligen Feuerwehr) kommen, wo es für sie Getränke und Bratwurst gibt.

Trash-Queen von Wallenhorst

Zu Gast ist dort auch Birgit Schad, die selbst ernannte „Trash-Queen von Wallenhorst“. Die Lechtingerin sammelt seit zwei Jahren regelmäßig Müll und hat ihr Engagement mittlerweile mit der Facebook-Seite „City Cleaners für eine saubere Stadt“ ausgeweitet. Schad, die sich über Mitstreiter freuen würde, ist für Udo Stangier ein hervorragendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement: „Ich finde es toll und ganz beeindruckend, was Frau Schad macht.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN