Verwaltung stellt Inklusionskonzept vor Barrierefreies Leben für Menschen in Wallenhorst

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Barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Gebäuden sind zwingend erforderlich für eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Foto: Sandra DornBarrierefreie Zugänge zu öffentlichen Gebäuden sind zwingend erforderlich für eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Foto: Sandra Dorn

Wallenhorst. 2047 Menschen und damit fast neun Prozent der Wallenhorster Bevölkerung gelten laut Angabe der Gemeinde als schwerbehindert. Wie ihnen ein barrierefreies und selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden könnte, dazu hat die Gemeindeverwaltung in den vergangenen zwölf Monaten ein Inklusionskonzept erarbeitet. In der jüngsten Sitzung des Forums für Menschen mit Behinderung stellte sie jetzt einen vorläufigen Entwurf vor.

Die Verwaltung hat damit einen Auftrag des Gemeinderates vom Juni 2017 umgesetzt, neben einer Bestandsaufnahme Empfehlungen zu erarbeiten, wie die Ziele und Grundsätze der UN-Behindertenrechtskonvention in Wallenhorst umgesetzt werden können. In dieser 2008 in Kraft getretenen Übereinkunft verpflichten sich Deutschland und 170 weitere Staaten Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Konkret: Barrierefreien Zugang zu Gebäuden und Transportmitteln, aber auch Internet und Sprache zu schaffen, ein selbstbestimmtes Leben wie die freie Wahl des Wohnortes zu ermöglichen sowie gleiche Rechte etwa auf Bildung, Erziehung und Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Barrierefreiheit und Gleichberechtigung

Was kann die Verwaltung selbst tun, um diese Ziele zu erreichen, was ist realistisch und auch tatsächlich umsetzbar? Mit dieser Frage hat sich seit August 2017 unter der Leitung von Gemeindemitarbeiterin Eva Lohbeck eine Projektgruppe, besetzt mit Mitarbeitern aus allen Fachbereichen, dem Wirtschaftsförderer und der Gleichstellungsbeauftragten für Frauen, Familien und Senioren auseinandergesetzt. In den Blick genommen wurden dabei die Handlungsfelder Erziehung und Bildung, Arbeit, Wohnen, Kultur, Freizeit und Sport, Gesundheit und Pflege, Mobilität und Barrierefreiheit, barrierefreie Informationen und Kommunikation und Bewusstseinsbildung und geprüft, was in puncto Barrierefreiheit und Gleichberechtigung bereits erreicht wurde.

Behindertengerechte Gestaltung

Das Ergebnis: Einiges, aber es bleibt auch noch vieles zu tun. Etwa beim Zugang zum Personennahverkehr: Bereits jetzt sind eine Vielzahl von Bushaltestellen wie zum Beispiel am Kirchplatz mit dem nahezu barrierefreien Kassler Sonderbord ausgestattet. Weitere 27 Haltestellen im Linienverkehr sollen bis 2022 entsprechend ausgebaut und außerdem Ampelanlagen mit akustischen Signalen ausgestattet werden, kündigte Projektleiterin Lohbeck an. Fortgesetzt werden soll auch die behindertengerechte Gestaltung des Geländes der Erich-Kästner-Schule: Zusätzlich zur Rampe, die seit vergangenem Jahr die beiden Schulhöfe verbindet, soll ein rollstuhlgerechter Zugang zu den Tischtennisplatten eingerichtet werden. An der Lechtinger Sporthalle will die Gemeinde Behindertenparkplätze zur Verfügung stellen. In puncto Informationszugang soll der Internetauftritt der Gemeinde und Einrichtungen wie der Hollager Mühle eine Kurzfassung in leichter Sprache erhalten. In einem zweiten Schritt sollen weitere gemeindeeigene Homepages auf Verständlichkeit überprüft werden. Mit Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiter der Verwaltung, aber auch Unternehmen will die Gemeinde die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen weiter in den Focus rücken. 

Vorläufiges Konzept

Eva Lohbeck machte zum Ende der Präsentation gegenüber den Forumsmitgliedern und Ratsmitgliedern deutlich, dass es sich lediglich um ein vorläufiges Konzept handele und betonte: „Das ist der interne Blick der Verwaltung. Ihrer fehlt noch. Wir sind gespannt auf ihre Anregungen.“ CDU-Ratsfrau Anna Schwegmann regte hier an, zum Beispiel auch Verwaltungsformulare auf Verständlichkeit zu überprüfen.

Die Ergebnisse sollen in eine Endfassung einfließen und der Politik im kommenden Jahr zur Entscheidung vorgelegt werden.


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