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Rund 150 Einbrüche Polizei nimmt mutmaßlichen Wallenhorster Serieneinbrecher fest

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Spezialkräfte der Polizei haben am Mittwoch einen 52-Jährigen festgenommen. Er soll rund 150 Wohnungseinbrüche in Stadt und Landkreis Osnabrück begangen haben – einen Großteil davon in Wallenhorst. Foto: NWM-TVSpezialkräfte der Polizei haben am Mittwoch einen 52-Jährigen festgenommen. Er soll rund 150 Wohnungseinbrüche in Stadt und Landkreis Osnabrück begangen haben – einen Großteil davon in Wallenhorst. Foto: NWM-TV 

Wallenhorst. Spezialkräfte der Polizei haben am Mittwoch einen 52-Jährigen festgenommen. Er soll rund 150 Wohnungseinbrüche in Stadt und Landkreis Osnabrück begangen haben – einen Großteil davon in Wallenhorst. Der Schaden ist immens, der Verdächtige streitet die Taten ab.

In unter anderem Bad Iburg, Georgsmarienhütte, Belm, in den Osnabrücker Stadtteilen Pye und Hellern sowie in Gütersloh, Bielefeld und im Kreis Lippe soll der Beschuldigte zugeschlagen haben, teilte die Polizeidirektion Osnabrück am Donnerstag mit. Der Gesamtschaden belaufe sich ihr zufolge auf rund 100.000 Euro.

Spezialkräfte der Polizei haben am Mittwoch einen 52-Jährigen festgenommen. Er soll rund 150 Wohnungseinbrüche in Stadt und Landkreis Osnabrück begangen haben – einen Großteil davon in Wallenhorst. Foto: NWM-TV

In Ruhe aussortiert

Der Täter hatte zumeist Fenster oder Türen von Einfamilien- und Doppelhäusern aufgehebelt oder eingeschlagen. Anschließend sortierte er das Diebesgut noch im Haus oder Garten anhand der Wertigkeit aus. Zumeist hatte es der Einbrecher auf Schmuck, Uhren und Bargeld abgesehen. Modeschmuck und andere Dinge von ähnlichem Wert ließ er zurück.


Ein Richter schickte den Mann nach seiner Festnahme am Mittwoch in Untersuchungshaft. Die Ermittler hatten zuvor eine Wohnung durchsucht und Einbruchswerkzeuge, weitere Beweismittel, einen gefälschten serbischen Pass sowie Schmuck und Uhren gefunden. 

In Deutschland und Serbien verurteilt

Der Verdächtige besitzt der Polizei zufolge die serbische Staatsbürgerschaft und hält sich illegal in Deutschland auf. Einem Polizeisprecher zufolge hat er keinen festen Wohnsitz und wurde bei einem Bekannten im Osnabrücker Stadtteil Schinkel festgenommen.

Die Polizei sucht nach dem Eigentümer dieser Uhr (samt Eigentumsnachweis). Sie soll einen Wert von mehr als 8000 Euro haben. Foto: Polizeidirektion Osnabrück

Der Verdächtige ist der Polizei nicht unbekannt: Zwischen 1992 und 2002 wurde er mehrfach wegen Einbrüchen und anderen Straftaten verurteilt, sagte ein Sprecher der Polizei. 2004 wurde er nach Serbien abgeschoben. Auch dort saß er 2016 wegen mehrerer Einbrüche eine Haftstrafe ab.

In Deutschland soll er mindestens sechsmal seine Identität geändert haben, um seine Herkunft und wahre Identität zu verschleiern.

Ein Jahr ermittelt

Rund ein Jahr hatte die „Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl” der Polizeidirektion Osnabrück Osnabrück (zuständig vom Teuto bis zur Küste) in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Osnabrück (zuständig für Stadt und Landkreis Osnabrück) und der Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt. Denn seit September 2017 hatte die Polizei Wallenhorst deutlich mehr Einbrüche registriert.

Die „Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl“ (ZEG WED)

Die zentrale Ermittlungsgruppe aus Osnabrück verfolgt seit fast zwei Jahren den Ansatz von grenzüberschreitender Analyse und Auswertung auf der einen Seite, verbunden mit sich anschließender länderübergreifender Ermittlungsarbeit auf der anderen Seite – in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück. „Das Erkennen von Tatzusammenhängen durch die Analyse und Auswertung überregionaler Einbrüche, legt oftmals den Grundstein für sich anschließende Ermittlungen und die Aufklärung von Taten. Außerdem können durch die gewonnenen Informationen aus der Analyse – beispielsweise über die Art und Weise der Tatbegehung – Präventionsmaßnahmen sowie entsprechende Konzepte nachhaltig angepasst und weiterentwickelt werden“, wird Marco Ellermann, Pressesprecher der Polizeidirektion Osnabrück, in der Mitteilung zitiert. Schwerpunkt der 19-köpfigen Ermittlungsgruppe ist die Aufdeckung und Zerschlagung krimineller Netzwerke im Dreiländereck Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Niederlande. Das Projekt der ZEG WED wird wegen ihrer grenzüberschreitenden Strukturen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls von der Europäischen Union aus dem „Fonds Innere Sicherheit” mit rund 600.000 Euro über eine Laufzeit von drei Jahren gefördert. (Quelle: PD OS)

Die rund 150 Einbrüche seien dem Mann zuzuordnen, sagt eine Sprecherin der Polizeidirektion auf Nachfrage. Die Ermittlungsgruppe habe Spuren gesichert, etwa Schuhabdrücke und von bestimmten Werkzeugen. „Die Spuren passen zum Vorgehen”, so die Sprecherin. Zudem hatten die Ermittler an mehreren Tatorten Blutspuren gefunden und somit DNS sichern können. Sie stimme einem Polizeisprecher zufolge mit der DNS des Verdächtigen überein. Dennoch streite er die Taten ab.

Wem gehört diese Uhr? Foto: Polizeidirektion Osnabrück

Wem gehören diese Wertgegenstände? Foto: Polizeidirektion Osnabrück

Foto: Polizeidirektion Osnabrück

Foto: Polizeidirektion Osnabrück

Foto: Polizeidirektion Osnabrück



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