Lob als wichtiger Motor Lernberaterin gibt in Wallenhorst Tipps für stressfreies Lernen

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30 Zuhörer informierten sich im Wallenhorster Rathaus über Ursachen und Tipps bei Stress mit den Hausaufgaben. Foto: Christina Halbach30 Zuhörer informierten sich im Wallenhorster Rathaus über Ursachen und Tipps bei Stress mit den Hausaufgaben. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Eltern dürfen erwarten, dass sich ihre Kinder anstrengen, sollten dann aber auch das Lob nicht vergessen, stellte Lernbegleiterin Imke Igelmann bei einem Vortrag rund um Stress bei Hausaufgaben und Co. im Wallenhorster Rathaus fest.

In vielen Familien wird das Thema „Hausaufgaben“ zur regelmäßigen Belastungsprobe zwischen Eltern und Kind. Die Folge sind häufig Motivationsprobleme beim Nachwuchs, Mütter und Väter wollen helfen, wissen aber nicht, ob sie sollten und wenn ja wie. Vor den erhofften Tipps, wie Eltern und Kinder aus dieser oft festgefahrenen Situation herausfinden können, erläuterte Igelmann den rund 30 Zuhörern wie diese überhaupt entstehen kann. Die integrative Lerntherapeutin und Sozialpädagogin ist ausgebildete Lernbegleiterin im Projekt Bilnos (Bildungs- und Lernberatung im Osnabrücker Land), den Vortrag im Wallenhorster Sitzungssaal hielt sie im Rahmen des Projekts Qualivit, Qualifizierung für Vielfalt, Integration und Teilhabe im Landkreis Osnabrück.

Lernbegleiterin Imke Igelmann gab im Wallenhorster Rathaus Tipps bei Stress bei den Hausaufgaben. Foto: Christina Halbach


Vier Komponenten seien es, erklärte Igelmann, die Kinder und auch Erwachsene motivierten, sich in einen Lernprozess zu begeben: Dazu gehörte neben dem Kompetenzerwerb der Wunsch nach Beziehung, angenehmen Situationen und einem gesunden Selbstwertgefühl. Was dieses System ins Wanken bringt, stellte die Referentin anhand zweiter fiktiver Kinder dar, der lesebegabten Claudia und Markus, der auch in der 3. Klasse noch Probleme hat, einfache Sätze zu lesen. Ließen sich im Fall des leseaffinen Mädchens hinter alle Lernvoraussetzungen ein Plus setzen, sieht das bei Markus ganz anders aus: „Er weiß irgendwann, dass Lesen lernen für ihn eine unangenehme Situation ist“, erläuterte Igelmann. Außerdem werde er zunehmend seine Kompetenz infrage stellen, ob er überhaupt in der Lage sein wird, lesen zu lernen. 

Erwartungen anpassen

Die häufige Folge einer solchen Situation: Man geht dem Ganzen aus dem Weg. Für Markus bedeutet das: Leseübungen mit den Eltern werden abgeblockt, ein Konflikt ist vorprogrammiert. Das müsse nicht sein, meint Igelmann: Denn die Kompetenz der Kinder hänge vor allem in der Grundschulzeit vom Umfeld, also den Lehrern und vor allem den Eltern ab: „Diese“, stellt die Lernberaterin fest, „dürfen erwarten, dass sich ihre Kinder anstrengen.“ Die Erwartungen müssten aber dem Leistungsstand des Kindes angepasst und nicht auf eine bestimmte Note gerichtet sein. Denn Leistungsbereitschaft ließe sich beeinflussen, meint Igelmann, nicht aber das Ergebnis. Ein ganz wichtiger Motor in diesem Prozess sei das regelmäßige Lob: „Kinder, die sich am meisten anstrengen, brauchen das meiste Lob“, ist die Lerntherapeutin überzeugt.

Optimale Lernbedingungen

Nach der Theorie folgten einige Tipps, wie sich das Zusammenspiel aus angepassten Erwartungen und Lob in die Praxis umsetzen lässt. Ganz wichtig: optimale Lernbedingungen schaffen, also Ablenkungspotenziale wie Handy und Spielsachen aus dem Weg räumen. Dann verbinden viele Kinder Hausaufgaben mit schlechten Erfahrungen: Wenn ich schlecht rechne, verdreht Mama die Augen und Papa stöhnt komisch. „Achten Sie nicht nur auf das Schlechte, sondern gucken Sie gut hin, ob sie was Positives entdecken“, forderte Igelmann die Zuhörer auf. Außerdem wichtig: Widerstand ins Leere laufen lassen. Blockt das Kind ab, sollte Unterstützung nur für den Moment angeboten werden: „Ich kann dir jetzt helfen. Später musst du es alleine machen.“


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