Der Bürger als Ideengeber Zukunft des alten Hollager Rathaus Thema im CDU-Bürgerforum

Von Christina Halbach, 11.09.2018, 14:57 Uhr
Ein Podium mit den acht Mitgliedern der CDU-Ratsfraktion stellte sich den Fragen der rund 20 Gäste beim 1. CDU-Bürgerforum. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Das alte Rathaus in Hollage, die Ausweisung neuer Baugebiete, die Grüne Wiese oder auch der Lechtinger Kreisel: Das waren die Themen beim ersten Wallenhorster CDU-Bürgerforum. Rund 20 Bürger waren der Einladung des Gemeindeverbands der Wallenhorster Christdemokraten zum offenen Dialog im Gasthaus Lingemann gefolgt.

 „Wir wollen Mitgliedern und Bürgern die Möglichkeit geben, aktuelle Themen in der Gemeindepolitik darzustellen und diese gemeinsam reflektieren“, erläuterte Nadine Klumpe die Idee hinter der Erstauflage in Sachen Bürgernähe und Austausch. Die stellvertretende Vorsitzende des Wallenhorster CDU-Ortsverbandes moderierte die Veranstaltung gemeinsam mit CDU-Geschäftsführerin Denise Barlag. Und Clemens Lammerskitten, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, ergänzte: „Es macht keinen Sinn, dass wir im Rat in unserer eigenen Welt leben. Wir sind auf Hinweise und Ideen angewiesen.“

Den Fragen zu den aktuellen Themen in der Gemeinde stellte sich ein Podium besetzt mit den acht Mitgliedern der Wallenhorster CDU-Ratsfraktion. Ganz weit oben auf der Liste, die von Soziales über Bildung bis Landwirtschaft und Umwelt reichte: Gemeindeentwicklung und Infrastruktur. Der Umgang der CDU mit dem alten Wallenhorster Rathaus in Hollage gehörte hier zu den ersten Fragen: „Wie will die CDU-Fraktion das anpacken?“, wollte Josef Pott wissen. Anna Schwegmann machte hier deutlich, dass zunächst alle Fakten auf dem Tisch liegen müssten, um eine Entscheidung treffen zu können. Die CDU-Fraktion habe daher einen Antrag auf Ermittlung des Grundstückswerts und Klärung eines etwaigen Denkmalschutzes gestellt. In der Sache sagte Schwegmann aber auch: „Der Gebäude ist meiner Ansicht nach intakt und ortsbildprägend. Einen Abriss würden wir bedauerlich finden.“


Acht Wallenhorster CDU-Ratsherren - und frauen stellten sich den Fragen der rund 20 Gäste beim 1. CDU-Bürgerforum. Foto: Christina Halbach


Nächstes Thema: Baugebiete. „Wann können wir in Rulle damit rechnen?“, wollte ein Diskussionsteilnehmer wissen. CDU-Ratsherr Dennis Schratz beantwortete diese Frage nicht zum ersten Mal: „Das Problem ist die Flächenverfügbarkeit“, stellt er lapidar fest. Die in den Blick genommenen Flächen am Stadtweg stünden im Eigentum einzelner Landwirte, mit denen sich der Bürgermeister in entsprechenden Gesprächen befände. Mit einer Entscheidung sei jedoch erst im Frühjahr 2019 zu rechnen. Sollte es dann wieder nicht zu einem Verkauf kommen, müsse über die gemeindeeigenen Flächen hinter den Helmichsteinen nachgedacht werden. Bis 2021 müsse der Bürgermeister ein Ergebnis vorlegen, antwortete Schratz auf Nachfrage. Dann wolle er schließlich wiedergewählt werden. Für Clemens Lammerskitten sei das Problem ein hausgemachtes, nämlich im bereits aufgestellten Flächennutzungsplan selbst zu suchen: „Es ist immer leichter, an die Flächen zu kommen, im Vorfeld mit den Landwirten zu verhandeln und sie dann in den Flächennutzungsplan aufzunehmen.“

Weiterhin auf Stillstand müsse sich die Wallenhorster Bevölkerung bei der Grünen Wiese einstellen: „Dort tut sich voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren nichts“, erklärte Stefan Gutendorf. Grund sei eine Schadenersatzklage, die der Hamburger Investor Harald Ortner, Geschäftsführer der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), gegen die Gemeinde erhoben hatte. Grund: Die Verwaltung hatte den mit der HBB geschlossenen städtebaulichen Vertrag aufgehoben, nachdem die Wallenhorster Bevölkerung das Projekt „Neue Mitte“ in der Bürgerbefragung abgelehnt hatte. Die Bereitschaft der Verwaltung, parallel zum Klageverfahren eine neue Planung in Gang zu setzen, sei relativ gering, vermutet Gutendorf . Die CDU-Fraktion habe mittlerweile Einsicht in die Klageschrift gefordert.

Noch nicht das letzte Wort sei in puncto Umbau des Lechtinger Budke-Kreisels gesprochen, stellte Anna Schwegmann auf Nachfrage fest. Auch die anderen Fraktionen seien sich mittlerweile nicht mehr ganz sicher, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hätten, meint die CDU-Ratsfrau: „Wir wollen versuchen, eine Revision des Beschlusses hinzukriegen.“

Diese und andere Themen sollen in Arbeitskreisen gemeinsam mit CDU-Mitgliedern und Wallenhorster Bürgern vertieft werden, kündigte Nadine Klumpe an. Weiterhin geplant sei, das CDU-Bürgerforum im halbjährlichen Turnus stattfinden zu lassen.

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