Alternative zum Elterntaxi Erster Walking Bus in Wallenhorst gestartet

Von Stefan Buchholz, 10.09.2018, 14:18 Uhr
Möglichkeiten, sich dem Walking Bus anzuschließen, gibt es nicht nur an den drei Haltestellen. Der Einstieg ist auch entlang der Strecke möglich. Foto: Stefan Buchholz

Wallenhorst. Ein Walking Bus bringt ab sofort Schüler sicher und umweltfreundlich zur Katharinaschule. Bislang aber nur an vier Tagen.

Wallenhorsts erster sogenannter Walking Bus hat sich in Gang gesetzt. Ab sofort bedienen Eltern als „mitgehende Busfahrer“ die Linie 1 aus dem Berliner Viertel. 15 Schüler nutzten gleich am ersten Tag die Möglichkeit, sicher und umweltfreundlich zugleich in ihre Grundschule zu kommen.

Los ging es an der von den Stadtwerken Osnabrück spendierten und von Grundschülern mit Bildern verzierten Haltestelle Schöneberger Straße. Hier warteten bereits Schulleiter Stefan Nawrath und Lehrerin Nadin Kohlbrecher auf die ersten „Fahrgäste“, ihre Schüler.

Pünktlich um 7.30 Uhr startete Steffi Fänger. Sie ist eine von acht Freiwilligen, die den Walking Bus an vier Schultagen die Woche zur Katharinaschule umsichtig lotsen. Auf der gut einen Kilometer kurzen Strecke gibt es zwei offizielle Haltestellen, an denen weitere Schüler warteten. „Aber auch zwischendurch kann man immer mit dazukommen“, sagte Steffi Fänger.

Elterntaxis verursachen Verkehrschaos

Der Grund, einen Walking Bus in Bewegung zu setzen, ist die chaotische Verkehrssituation vor der Schule. Morgen für Morgen spitzt sie sich zu, weil die Elterntaxis zeitgleich vorfahren. Das sei mitunter sogar gefährlich, hat Stefan Nawrath beobachtet. „Wir haben das im Schulelternrat besprochen, um nach einer Lösung zu suchen.“ Eine Mutter verwies dabei auf das Beispiel in Voxtrup. Dort habe man mittlerweile fünf „Linien“.

Schüler mobilisierten für Walking Bus

Lehrerin Nadin Kohlbrecher, zuständig für die Umwelt-AG an der Katharinaschule, griff die Idee auf. „Die Schüler haben eine Umfrage gestartet, bei der herauskam, dass ein Drittel von ihnen mit dem Auto zur Schule gefahren werden“, erzählte die Pädagogin. Zu viel für eine „Sportfreundliche Schule“, befand ergänzend Rektor Nawrath. Diese Auszeichnung trägt die Grundschule im Gemeindeteil Wallenhorst seit geraumer Zeit.

Was es nun brauchte, waren „Busfahrer“. Die Schüler malten deshalb Plakate und hängten sie in Banken und Fitnessstudios sowie im lokalen Einzelhandel auf. Flyer wurden gedruckt und in die Briefkästen entlang der geplanten Walking Bus-Linie geworfen.

Acht Eltern fanden sich bislang. Jeder übernimmt für einen Morgen die „Fahrt“ und bringt die Kinder sicher und klimafreundlich zur Schule. Acht deshalb, weil Ersatz im Krankheits- oder Verhinderungsfall gebraucht wird. Die Mütter und Väter können so sicherstellen, dass der gehende Bus von Montag bis Donnerstag läuft. Weil noch Freiwillige fehlen, verkehrt der Walking Bus am Freitag bislang nicht. „Es geht um gut 30 Minuten an einem Morgen, die helfen, die Verkehrssituation zu entzerren. Ich hoffe, es melden sich noch einige Eltern“, sagt Mutter Steffi Fänger.

Walking Bus mit Nachhaltigkeitseffekt

Auch Stefan Sprenger, Wallenhorsts Klimaschutzmanager, unterstützt den Walking Bus mit Warnwesten und -Kellen für die „Fahrer“. Er hofft auf einen nachhaltigen Lerneffekt. „Die Kinder merken, dass man Strecken auch zu Fuß schaffen kann und nutzen so später nicht gleich das Auto.“

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