Neues Wallenhorster Gewerbegebiet Wasserwirtschaft erfordert Planänderungen am Schwarzen See

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Am Schwarzen See in wallenhorst soll ein Gewerbegebiet entstehen – doch vorher muss geklärt sein, wie das Wasser künftig abfließen kann. Foto: Archiv/Gert WestdörpAm Schwarzen See in wallenhorst soll ein Gewerbegebiet entstehen – doch vorher muss geklärt sein, wie das Wasser künftig abfließen kann. Foto: Archiv/Gert Westdörp

Wallenhorst. Die Entwurfsplanung zur Erschließung des 2017 beschlossenen Gewerbegebiets „Schwarzer See“ in Wallenhorst steht kurz vor dem Abschluss. Vor allem in Hinblick auf die Wasserwirtschaft mussten die ersten Vorplanungen noch einmal gründlich überarbeitet werden.

Im Juni 2017 hatte der Wallenhorster Gemeinderat den Bebauungsplan Nr. 241 "Westlich und nördlich Schwarzer See" beschlossen. Hier an der Grenze zum Gebiet der Stadt Bramsche, wo ein interkommunales Gewerbegebiet vor nunmehr zehn Jahren bis auf Weiteres gescheitert war, soll eine der größten zusammenhängenden Gewerbeflächen im Landkreis Osnabrück entstehen. 

Vorplanung umfassend abgeändert

Die Entwurfsplanung war zum Zeitpunkt des Ratsbeschlusses nach europaweiter Ausschreibung bereits an das Osnabrücker Planungsbüro Hahm vergeben – und das musste die Vorplanung, die mit einer Machbarkeitsstudie vergleichbar ist, noch einmal umfassend abändern. Denn als Knackpunkt bei der Erschließung erwies sich, was Fachleute "wasserwirtschaftliche Erschließung" nennen, also insbesondere die Frage, wohin das Regenwasser abfließen soll, wenn die Flächen erschlossen und versiegelt sind. Hier hat vor allem die beim Landkreis angesiedelte Untere Wasserbehörde ein Mitspracherecht, schließlich muss sie die Pläne am Ende genehmigen. Sie prüft, ob die vorgesehenen Regenrückhaltebecken, Gräben und Bäche bestimmten Regenmengen standhalten oder eben nicht. 

Bach auf 19 Meter verbreitern?

Beim geplanten Gewerbegebiet stehen für den Wasserabfluss zum einen der Schwarze See selbst zu Verfügung, der über den Hollager Mühlenbach in die Laake entwässert wird, die zwischen Hase und Stichkanal verläuft und bei Achmer in die Hase mündet. Zum anderen sollte der Sooswiesenbach zwei geplanten Regenrückhaltebecken als sogenannter Vorfluter dienen, also als Möglichkeit, Wasser abfließen zu lassen, bevor es zur Flut kommt. Doch an dieser Stelle ging die Vorplanung nicht auf – denn um diese Vorfluter-Funktion zu erfüllen, hätte der Sooswiesenbach nach Berechnungen der Unteren Wasserbehörde stellenweise auf 19 Meter verbreitert werden müssen. Die Behörde forderte zudem, dass weder Sooswiesenbach noch Hollager Mühlenbach durch das Gewerbegebiet hydraulisch höher belastet werden dürften.

Größere Regenrückhaltebecken als geplant

Das Planungsbüro Hahm erarbeitete deshalb andere Lösungen, die der für Wasserwirtschaft zuständige Projektplaner Phillip Rolke kürzlich im Bauausschuss der Gemeinde vorstellte. Um die beiden Bäche zu entlasten, soll das Regenwasser demnach in einem jetzt deutlich vergrößerten Regenrückhaltebecken am Hollager Mühlenbach gesammelt werden. Dieses soll westlich des Pollerweges angelegt werden, wo im Zuge des Bebauungsplans Nr. 277 "Zwischen Hansastraße und Niehaus Kirchweg" entlang der Straße ebenfalls Gewerbeflächen entstehen sollen, die letztlich zum Gewerbegebiet "Schwarzer See" gerechnet werden dürften. Den hierfür erforderlichen Aufstellungsbeschluss hatte der Bauausschuss im Mai dieses Jahres verabschiedet.

Neue Pumpstation für Schmutzwasser

Eine weitere wesentliche Änderung gegenüber der Vorplanung ist die Vergrößerung des im Nordwesten geplanten Regenrückhaltebeckens. Dieses soll zudem unter die bestehenden Windräder verlegt werden, sodass weniger vermarktbare Fläche verloren geht. Außerdem soll am östlichen Ende des Schwarzen Sees eine sogenannte Retentionsmulde entstehen, in der Regenwasser versickern kann. Ein Überlauf in den See soll das Abfließen des Wassers nach starken Regenfällen ermöglichen. Schmutzwasser soll der Kanalisation an der Hansastraße zugeführt werden. Hierfür muss eine Pumpstation am Niehaus Kirchweg gebaut werden. Ohnehin vorgesehen war die Aufschüttung des Geländes um etwa einen Meter im westlichen Bereich des Gewerbegebiets, um ein künstliches Gefälle für die Entwässerung zu schaffen.

Erschließung im Frühjahr 2019?

Aufgrund der zahlreichen Änderungen in der Erschließung ist eine Anpassung des Bebauungsplanes erforderlich, die nach Auskunft der Verwaltung  "künftig" erfolgen soll. Mit der Erschließung dürfte demnach im Frühjahr 2019 begonnen werden. Bereits im Laufe des Septembers sollen die Tiefbauarbeiten für die Erdverkabelung der 110-kV-Freileitung beginnen, die derzeit noch über das künftige Gewerbegebiet verläuft.


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