Wallenhorst, Belm und Bissendorf Trotz Beitragsfreiheit: Kaum Nachfrage nach längerer Betreuung

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Bleiben Kindergartenkinder länger in den Kitas, weil Eltern nicht mehr zahlen müssen? Bislang sieht es in Wallenhorst, Belm und Bissendorf nicht danach aus. Symbolfoto: Gert WestdörpBleiben Kindergartenkinder länger in den Kitas, weil Eltern nicht mehr zahlen müssen? Bislang sieht es in Wallenhorst, Belm und Bissendorf nicht danach aus. Symbolfoto: Gert Westdörp

Wallenhorst/Belm/Bissendorf. Seit einem Monat entfallen in Niedersachsen die Betreuungskosten für Kindergartenkinder über drei Jahren. Nehmen deshalb mehr Eltern längere Betreuungszeiten in Anspruch? Eine erste Bestandsaufnahme in Wallenhorst, Belm und Bissendorf deutet nicht darauf hin.

"Tatsächlich nicht", antwortet Bissendorfs Fachbereichsleiterin Martina Storck auf die Frage, ob Eltern infolge der Beitragsfreiheit ihre Kinder länger in die Kindergärten schickten. "Die Eltern sprechen zwar davon, aber das hat sich noch nicht in höheren Anmeldezahlen niedergeschlagen", berichtet Storck. Sie vermute, dass manche Familien nun eine Umstellung ihrer Arbeitszeiten prüften, das aber geschehe nun mal nicht von heute auf morgen.

Auch aus Belm heißt es, eine höhere Nachfrage nach längerer Betreuung sei "nicht erkennbar". Gleichwohl gebe es mehr Essenausgaben, die allerdings ohnehin kostenpflichtig seien. Erforderliche Mehrstunden für die Hilfskräfte bei den Essenausgaben würden deshalb derzeit geprüft.

Vereinzelt längere Betreuungszeiten angefragt 

Lediglich in Wallenhorst seien seit Inkrafttreten des Gesetzes vereinzelt längere Betreuungszeiten angefragt worden, wie Fachbereichsleiter Rüdiger Mittmann sagt. Räume und Personal reichten derzeit dennoch aus; sollte der Bedarf allerdings weiter steigen, müsse die Gemeinde Wallenhorst eine "Personalausweitung" finanzieren. Die Herausforderung für die Träger, also katholische und evangelische Kirche, sei jedoch, Personal zu gewinnen, das kurzfristig bereit ist, länger zu arbeiten, sagt Mittmann. Bei einer erhöhten Nachfrage müsse möglicherweise zudem das Mittagessen, das von einem Caterer geliefert wird, in mehreren Schichten eingenommen werden: "Hier könnten einige Einrichtungen an ihre Grenzen stoßen."

Die grundsätzliche Nachfrage nach Kindergartenplätzen hat in den drei Kommunen nicht zugenommen: In Wallenhorst sind Mittmann zufolge zwölf Kindergartenplätze nicht belegt, auf der Warteliste würden vier Kinder geführt. "Die Zahlen zeigen, dass aktuell ausreichend Kindergartenplätze angeboten werden können", konstatiert der Fachbereichsleiter. 

Bedarf in Belm und Bissendorf gedeckt

Auch in Belm sei keine erhöhte Nachfrage erkennbar, vermeldet Pressesprecher Dirk Meyer. Derzeit seien zehn Kinder über drei ohne Platz, allerdings gebe es bisher keine Beanstandungen der Eltern. Aktuell seien zusätzliche Krippen- und Kindergartengruppen im Bau; vermutlich akzeptierten Eltern auch Wartezeiten bis zur Fertigstellung, um eine wohnortnahe Betreuung zu haben. Auch Bissendorfs Fachbereichsleiterin Storck sieht den Bedarf an Kindergartenplätzen aktuell gedeckt.

Gleiches gilt für die Krippenplätze, also die Betreuung unter Dreijähriger. Derzeit errichtet die Gemeinde Bissendorf eine neue Krippengruppe in der ehemaligen Jugendbildungsstätte Holter Burg; diese dürfte Storck zufolge ab etwa Mitte September bezugsfertig sein, sodass der aktuelle Bedarf von 15 Krippenplätzen dann gedeckt sei. "Wir haben keine Kenntnis, dass es aktuell Probleme gibt", heißt es auch aus dem Belmer Rathaus. Sollten Betreuungsplätze fehlen, könnten diese in der Regel über Tagespflegepersonen abgedeckt werden.

Angespannte Lage in Wallenhorst

Allein in Wallenhorst ist die Lage etwas angespannter: Gemäß aktueller Warteliste fehlen dort insgesamt 25 Krippenplätze. Dem stehen Mittmann zufolge ein freier Krippenplatz und sieben freie Plätze in der Tagespflege gegenüber. Bis zum Jahresende würden voraussichtlich fünf Krippenplätze frei, weil Familien umziehen. Die Gemeinde Wallenhorst hat bereits den Anbau einer Krippengruppe am Lechtinger Regenbogenkindergarten beschlossen, die zum 1. Februar nächsten Jahres 15 weitere Krippenplätze schaffen soll. Ebenfalls beschlossen und in Planung ist der Neubau eines Krippenhauses mit 75 Plätzen, das voraussichtlich zum 1. August 2020 bezugsfertig sein wird. "Darüber hinaus ist die Gemeinde bemüht, weitere selbstständig tätige Tagespflegepersonen zu gewinnen", versichert Mittmann.


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