Ausstellung im Wallenhorster Rathaus Johannsmeier gelingt die Verschmelzung von Klassik und Moderne

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Der Osnabrücker Künstler Thomas Johannsmeier neben seinem Bild „Der Meisterschüler“. Bis zum 30. November werden seine Bilder im Wallenhorster Rathaus gezeigt. 
Foto: Christina HalbachDer Osnabrücker Künstler Thomas Johannsmeier neben seinem Bild „Der Meisterschüler“. Bis zum 30. November werden seine Bilder im Wallenhorster Rathaus gezeigt. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Der Osnabrücker Künstler Thomas Johannsmeier kombiniert alte Meister mit modernen Motiven. Unter dem Titel „Kunstsprünge“ werden die Werke bis zum 30. November im Foyer des Wallenhorster Rathauses gezeigt.

Goldenes Zeitalter und abstrakter Expressionismus in einem Bild? Geht das? Thomas Johannsmeier macht es in seinem Bild „Der Meistermaler“ möglich: Der Osnabrücker Künstler  hat eine Szene aus dem gleichnamigen Bild des niederländischen Malers Jan Steen, einen konzentriert mit Ölfarbe malenden Jungen, gelöst und sie mit wilder, getropfter Malerei des US-amerikanischen Künstlers Jackson Pollock kombiniert, der als Erfinder des Action-Paintings gilt. Ein künstlerischer Gegensatz, wie er größer kaum sein könnte: „Die Werke des amerikanischen abstrakten Expressionismus richteten sich genau gegen diese gegenständliche Kunst, die seinerzeit in der Sowjetunion zu Propagandazwecken eingesetzt wurde. Das habe ich zusammengebracht“, erläuterte Johannsmeier. Bereits in seiner künstlerischen Ausbildung, sagte er nach seiner Motivation für diese besondere Kunstform gefragt, habe er die alten Meister geliebt und sich mit ihren Techniken auseinandergesetzt: „Mich hat es aber nie fasziniert, sie nur zu kopieren, sondern den Bogenschluss zur abstrakten Malerei zu kriegen.“

Seit einigen Jahren entstehen in seinem Atelier diese außergewöhnlichen Werke, bei deren Produktion Johannsmeier Spray- und Acrylfarben, wasserlösliche Ölfarbe oder auch mal Sand einsetzt. Dabei sei „ein einzigartiges Panoptikum“, wie der Osnabrücker Schriftsteller Alfred Cordes in seiner Einführung erläuterte, von Zitaten entstanden: Ein Knabenportrait des amerikanischen Portraitmalers John Singer Sargent kombiniert Johannsmeier mit Klonkriegern, das Frauenbildnis eines unbekannten russischen Künstlers in die Kulisse eines Plattenbaus. Aber auch bekannte Künstler wie Velasquez, Franz Hals und natürlich Rembrandt werden zitiert und mit moderner Alltagskultur kombiniert.

„Gehen Sie mit den Bildern auf Zeitreise“, forderte Bürgermeister Otto Steinkamp die Gäste der gut besuchten Ausstellungseröffnung auf, der Sängerin Anne Bischow und Gitarrist Eugen Wiedemann mit einem Medley aus Songs „What a wonderful“ und „Fly me to the moon“ eine leichte und beschwingte Note gaben. Kulturbeauftragte Margret Terglane hatte die Bilder vor drei Jahren im Steinwerk entdeckt, wo Johannsmeier seine Bilder während der Osnabrücker Kulturnacht präsentiert hatte. Die Bilder können käuflich erworben werden. Möglich ist auch, teilte Johannsmeier mit, die Werke gegen eine monatliche Gebühr von ein Prozent des Kaufpreises für die Dauer eines Jahres auszuleihen.


Die Ausstellung ist bis Freitag, 30. November während der Öffnungszeiten der Gemeinde Wallenhorst zu sehen: Montag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 16 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 8 bis 17.30 Uhr. 

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