Von Gelsenkirchen nach Hollage Elisabeth Fischer feiert 100. Geburtstag in Hollage

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Wallenhorst. Die ganze Nachbarschaft ist dabei, wenn Elisabeth Fischer ihren 100. Geburtstag feiert. Gut sichtbar steht eine große, mit Blumen geschmückte 100 aus gebogenem Metall vor dem Haus, in dem sie mit ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn im Wallenhorster Ortsteil Hollage wohnt.

Geboren wurde sie am 23. August 1918 in Gelsenkirchen-Buer. „Alle sagen Elli zu mir, sogar die Lehrerin nannte mich so, aber eigentlich mag ich meinen richtigen Namen auch sehr gern. Doch der war vielen wohl einfach zu lang.“ Auf dem Wohnzimmertisch liegt eine große Lupe auf der Fernsehzeitung, kurze Wege geht sie zu Fuß, und wenn sie morgens aufsteht, kocht sie sich erst einmal zwei Tassen Kaffee. „Mein Frühstück und mein Abendbrot mache ich mir selbst, zum Mittagessen gehe ich runter.“ Runter, das ist die Wohnung ihres Schwiegersohns Heinz und ihrer Tochter Ingrid Knabke.

Nach der achten Klasse kam Elli Kruk, wie sie mit Mädchennamen heißt, in Gelsenkirchen in die Lehre. „Ich wäre gern Verkäuferin geworden, aber ich war so klein, das gefiel den Ladenbesitzern wohl nicht, bei denen ich mich vorstellte.“ Ihre Schwester entdeckte eine Anzeige in der Zeitung, in der eine Monogrammstickerei einen Lehrling suchte. „Dort wurde ich das erste Lehrmädchen, nach mir folgten noch ganz viele.“ Elli Kruk stickte Anfangsbuchstaben in Wäsche und Kleidung. „Das war damals sehr gefragt, die jungen Frauen gaben uns ihre Aussteuer, und wir stickten mit einer Maschine die Monogramme ein.“ Machte sie einen Fehler, kam sie mit ihrem eigenen Geld für den Schaden auf. „Das musste ich unterschreiben, die Leute gaben uns schließlich ihre persönlichen Sachen.“

Vorfreude auf das Fest

Als sie 1940 mit 22 Jahren heiratete, arbeitete sie zunächst noch halbtags, als die Kinder kamen, hörte sie bei der Monogrammstickerei auf. „Der Betrieb ging auch im Krieg weiter, aber wenn Fliegeralarm war, sind wir immer gerannt.“ Ihr Mann Heinrich war im Krieg, sie lebte weiter bei den Eltern. „Wir hatten Glück, dass das Haus, in dem wir wohnten, nicht getroffen wurde, und noch mehr, dass mein Mann aus dem Krieg zurückkam.“ Heinrich Fischer wurde in Stalingrad verwundet. 1956 wurde er Berufssoldat. „Deshalb sind wir einige Male umgezogen, erst nach Andernach, dann nach Bremen und schließlich nach Rheine.“ Dort lebten Elli und Heinrich Fischer seit 1964 mit ihren Kindern Norbert und Ingrid. 2001 zog das Paar dann zur Tochter nach Hollage, Heinrich Fischer starb noch im gleichen Jahr.

Ihren 100. Geburtstag feiert Elisabeth Fischer nicht nur mit ihren beiden Kindern, fünf Enkeln und sieben Urenkeln. Sie erwartet mindestens 60 Gäste. Die ganze Nachbarschaft kommt zum Gratulieren, und auch die Mitglieder des Dienstagstreffs wünschen alles Gute. An den Seniorennachmittagen nimmt sie immer noch gern teil, und auch den katholischen Gottesdienst besucht sie regelmäßig. „Ich bin gut zufrieden“, sagt sie, „und ich freue mich auf das Fest.“


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