Naturerbe Wersener Heide 18. Hollager Fahrradtour nach Lotte-Halen am 25. August

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In der Wersener Heide darf sich der Wald ganz natürlich entwickeln. Foto: DBU Naturerbe GmbH.In der Wersener Heide darf sich der Wald ganz natürlich entwickeln. Foto: DBU Naturerbe GmbH.

Wallenhorst/Lotte. Das ehemalige Truppenübungsgelände zwischen Halen und Achmer ist das Ziel der 18. Hollager Fahrradtour. Eine sachkundige Führung verspricht Werner Wahmhoff als Prokurist der DBU Naturerbe GmbH, der die 1000 Hektar große Fläche zum Zweck des Naturschutzes übertragen wurde.

Die Hollager Fahrradtour geht zurück auf die 750-Jahr-Feier im Jahr 2000. Damals hatte sich der „Arbeitskreis Hollager Ortsteile“ dafür stark gemacht, Alt- und Neubürgern im Fahrradsattel die neun Hollager Ortsteile näherzubringen, ihnen Einblicke in Natur, Kulturgeschichte, Siedlungsbau und Wirtschaftsleben zu bieten. Seither veranstaltet der Arbeitskreis um den Historiker Franz-Josef Landwehr in jedem Jahr eine Tour. In diesem Jahr werden nur wenige Hollager Ortsteile berührt, denn es geht gleich zielstrebig ins „Ausland“, in die NRW-Nachbargemeinde Lotte. Das dort gelegene ehemalige Truppenübungsgelände zwischen Halen und Achmer, offiziell als „Wersener Heide“ bezeichnet, ist für die meisten Mitbürger ein unbekanntes Terrain.

Kampfmittel im Boden

Und das aus gutem Grund, denn das bis 2012 von der britischen Rheinarmee genutzte Gelände ist nicht frei von Munitionsresten und daher weiterhin Sperrgebiet. Besichtigungen sind nur unter sachkundiger Führung erlaubt. Die übernimmt am Samstag der stellvertretende Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Werner Wahmhoff.


Prof. Werner Wahmhoff wird die Exkursion leiten. Foto: DBU Naturerbe GmbH.


 Der Professor der Agrarwissenschaften ist gleichzeitig fachlicher Leiter der DBU Naturerbe GmbH. Diese gemeinnützige DBU-Tochter hat vom Bund 70 Liegenschaften des nationalen Naturerbes in zehn Bundesländern in der Gesamtgröße von 70 000 Hektar übertragen bekommen. Überwiegend handelt es sich um ehemalige militärische Übungsflächen und Bergbaufolgelandschaften. Die DBU Naturerbe GmbH verwaltet sie mit der Zweckbindung, sie dauerhaft für den Naturschutz zu sichern.

Natur hat zurückerobert

Der südliche Teil der Wersener Heide gehört zu Lotte und damit zu NRW, während das nördliche Drittel auf Bramscher Gebiet und damit in Niedersachsen liegt. Ab 1935 hatte dort die Luftwaffe den Fliegerhorst Achmer angelegt, der über ein großes Infrastrukturnetz von Gebäuden, Bunkern, Rohstoffdepots, Wehranlagen und Straßen mit direktem Bahnanschluss verfügte. Entsprechend stark wurde das Gebiet von den Alliierten bombardiert. Nach der Besetzung nutzten die Briten für kurze Zeit den Flugplatz weiter und danach den südlich sich anschließenden Bereich als Truppenübungsgelände. Aus diesen militärischen Nutzungen resultieren im und am Boden verbliebene Kampfmittel. Die Natur hat sich aber nicht darum geschert. Sie zeitigt einen großen Reichtum an heimischen Tier- und Pflanzenarten.

Aufgabe der DBU Naturerbe ist es, das durch militärische Übungen entstandene Offenland durch regelmäßige Pflege als Rückzugsraum für seltene Arten zu erhalten. Naturnahe Laubmischwälder sollen sich ohne Einfluss des Menschen zu neuer Wildnis entwickeln. Artenarme Nadelholzforste werden schrittweise in naturnahe Wälder überführt und dann einer natürlichen Entwicklung überlassen. Feuchtgebiete und Gewässer werden durch die Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushaltes ökologisch aufgewertet und bewahrt.

Planwagen-Begleitung

Die Radtour startet am Samstag, 25. August, um 15 Uhr auf dem Josefsplatz in Hollage. Zur Pause im Zielgebiet gibt es Kaffee und Kuchen. Erstmals wird die Fahrradtour von einem Planwagen begleitet. Interessierte können gegen einen Kostenbeitrag von 5 Euro mitfahren, sollten sich aber zuvor bei Josef Pott, Tel. 05407 – 5735, anmelden. Zum Abschluss lädt das Vorbereitungsteam ab etwa 18 Uhr zum gemütlichen Ausklang am Heimathaus Hollager Hof.


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