Neue Wendeschleife für Busse Dorferneuerung Rulle: Pläne für Wittekindplatz überarbeitet

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Hier sollen künftig Busse wenden: Das Südseite des Wittekindplatzes – hier mit Blick aus der Welfenstraße Richtung Poststraße – soll umgebaut werden. Auf der anderen Straßenseite ist zudem eine Betriebshaltestellen für Pausen vorgesehen. Foto: Swaantje HehmannHier sollen künftig Busse wenden: Das Südseite des Wittekindplatzes – hier mit Blick aus der Welfenstraße Richtung Poststraße – soll umgebaut werden. Auf der anderen Straßenseite ist zudem eine Betriebshaltestellen für Pausen vorgesehen. Foto: Swaantje Hehmann

Wallenhorst. Die Planungen für den ersten Bauabschnitt der Dorferneuerung Rulle werden konkreter: Der Bauausschuss der Gemeinde Wallenhorst verabschiedete jetzt einen überarbeiteten Entwurf, der am südlichen Ende des Wittekindplatzes eine Wendeschleife für Busse vorsieht.

Im Zuge der Dorferneuerung sollen der Kreuzungsbereich Poststraße/Wittekindstraße/Klosterstraße sowie die Klosterstraße in zwei Bauabschnitten umgestaltet werden. Bereits im beschlossen ist der Bau eines überfahrbaren Kreisverkehrs vor dem Ärztehaus, noch offen waren aber Detailfragen, insbesondere zur Buslinienführung und zur Lage der Haltestellen.

Busse müssen künftig wenden können

Denn wegen der zum Fahrplanwechsel Anfang August neu geschaffenen Linie 533 müssen Busse künftig in Rulle wenden können: Einer der beiden stündlich verkehrenden Busse, die Rulle neuerdings von Osnabrück aus ansteuern, endet in Rulle und muss nach einer kurzen Betriebspause nach Osnabrück zurückfahren. Um dies zu ermöglichen, hatte der Rat bereits im Frühjahr grundsätzlich dem Bau einer Betriebshaltestelle hinter der Einfahrt zur Straße Am Eichholz zugestimmt. Der Fahrer des sogenannten Kurzläufers soll hier eine Pause einlegen können, wenn an der Endhaltestelle Rulle-Apotheke die letzten Fahrgäste ausgestiegen sind. 

Offen war bislang allerdings, wo dieser Bus dann wenden sollte, um die Rückfahrt nach Osnabrück anzutreten. Zuletzt hatte die Nahverkehrsplanungsgesellschaft Planos eine weitere Bushaltestelle an der Einmündung des Wittekindplatzes in den neuen Kreisverkehr angeregt – die Busse wären demnach von Süden aus über den Wittekindplatz gefahren. Diese Idee musste aber "aufgrund von Bedenken der Verkehrsplanungsbehörde des Landkreises verworfen werden", wie die Verwaltung nun in ihrer Beschlussvorlage darlegte. 

"Alternativlose Lösung"

Gemeinsam mit der Verkehrsplanungsbehörde , der Planos, der Polizei und einem Verkehrsplaner habe die Gemeinde deshalb eine "alternativlose Lösung" erarbeitet, bei der eine Buswendeschleife im südlichen Bereich des Wittekindplatzes errichtet wird. Der Bus würde demnach von der Poststraße über die Welfenstraße in den Wittekindplatz einbiegen und über eine neu zu schaffende Durchfahrt direkt wieder auf die Poststraße zurückgeführt. Hierfür müssten zwei Bäume gefällt werden; in der Innenfläche der neuen Wendeschleife könne aber zumindest ein neuer Baum gepflanzt werden. 

So soll der Wittekindplatz künftig aussehen: Im südlichen Bereich (unten rechts in der Skizze) entsteht eine Buswendeschleife. Entwurf: Hyco Verhaagen/Gemeinde Wallenhorst

Diese Wendeschleife soll künftig auch von den sogenannten Langläufern genutzt werden, also jenen Bussen, die einmal pro Stunde von Osnabrück über Rulle nach Wallenhorst weiterfahren. Denn weil die Klosterstraße für eine Bushaltestelle zu eng ist, soll die Haltestelle "Apotheke" als zentraler Busstopp in Rulle ausgebaut werden – mit Wartehalle und "dem üblichen Inventar", wie es in der Beschlussvorlage heißt. Alle Busse der 533 werden also langfristig einen Schlenker über Poststraße und Wittekindstraße machen, bevor sie dann über den Kreisverkehr entweder Richtung Wallenhorst weiter- oder nach Osnabrück zurückfahren. Der Ausstieg erfolgt in beiden Fällen direkt vor der Apotheke, der Einstieg jeweils auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Auch die dortige Bushaltestelle soll ausgebaut und mit einem Wartehäuschen ausgestattet werden. 

CDU: Dorferneuerung ja, ÖPNV-Konzept nein

Dieser Planung stimmte die Mehrheit der Ausschussmitglieder zu; einzig die CDU, die die Buslinienführung durch die Klosterstraße auch in der Vergangenheit stets abgelehnt hatte, votierte dagegen. Bestandteil der Beschlussvorlage waren allerdings auch die weiteren Planungen für die beiden Bauabschnitte, darunter die Erarbeitung eines Förderantrags, der im September gestellt werden muss. Um diesen Punkten zustimmen zu können, hatte die CDU zuvor die getrennte Abstimmung beantragt, sodass der Ausschuss hier einstimmig votieren konnt. Sofern – wie zu erwarten – der Rat am 20. September zustimmt, kann damit die konkrete Ausführungsplanung für den geplanten ersten Bauabschnitt beginnen.

Zuvor hatten die Verkehrsplaner Hyco Verhaagen, dessen Entwurf der Dorferneuerung zugrunde liegt, und Hans Tovar, den die Gemeinde als zweiten Experten zurate gezogen hatte, weitere Details zur Umgestaltung der Kreuzung Poststraße/Wittekindstraße/Klosterstraße vorgestellt. Demnach entfallen zwar neun PKW-Stellplätze, dafür werden im Umfeld des neuen Kreisels aber zwölf neue Plätze geschaffen. An jedem der drei Arme des Kreisverkehrs sollen Fußgängerüberwege entstehen, außerdem bleibt die Fußgängerampel nahe der Einmündung in den Eschweg bestehen. 

Knapp 1,8 Millionen Euro

Die Gesamtkosten für die Dorferneuerung und die Umsetzung des ÖPNV-Konzepts beziffert die Gemeinde mittlerweile mit  1.748.575 Euro. Hiervon seien 900.000 Euro aus Drittmitteln förderfähig, erläuterte Uwe-Heinz Bendig vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) im Ausschuss. 

Für die Übergangszeit, bis die Buswendeschleife fertiggestellt ist, hat die Gemeinde bereits eine provisorische Haltestelle in der Klosterstraße auf Höhe der Bäckerei eingerichtet.


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