Bauausschuss segnet Pläne ab Wallenhorst: Ehemaliger Hollager Schützenplatz wird bebaut

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Drei Gebäude sollen auf dem ehemaligen Hollager Schützenplatz gebaut werden. Die frühere Gaststätte Strößner (rechts) wird dafür abgerissen. Anwohner der Reihenhäuser (links im Bild) sorgen sich derweil um ihre Wohnqualität. Foto: Swaantje HehmannDrei Gebäude sollen auf dem ehemaligen Hollager Schützenplatz gebaut werden. Die frühere Gaststätte Strößner (rechts) wird dafür abgerissen. Anwohner der Reihenhäuser (links im Bild) sorgen sich derweil um ihre Wohnqualität. Foto: Swaantje Hehmann

Wallenhorst. Der ehemalige Schützenplatz in Hollage darf bebaut werden. Das hat der Bauausschuss der Gemeinde Wallenhorst beschlossen – gegen die Stimmen von Grünen und WWG. Deren Vertreter hatten sich auf die Seite der Anlieger gestellt, die eine Beeinträchtigung durch eine geplante "Stadtvilla" befürchten.

Die Firma MSH Massiv-System-Haus aus Westerkappeln will auf der Fläche zwischen Hollager Straße, Egbersstraße und Fiesteler Straße  einen Komplex aus drei Wohn- und Geschäftshäusern erreichen. Hierfür soll auch die ehemalige Gaststätte Strößner am der Ecke Hollager Straße/Egbersstraße abgerissen werden, während die Bäckerei Strößner bestehen bleiben soll. Insgesamt sollen dabei 32 barrierefreie Wohneinheiten mit einer durchschnittlichen Größe von 70 bis 80 Quadratmeter entstehen. 

Drei Wohn- und Geschäftsgebäude

An der Ecke Hollager Straße/Egbersstraße sehen die Pläne der MSH ein L-förmiges Gebäude vor, in dessen Erdgeschoss zwei Gewerbeeinheiten untergebracht sind, an der dahinterliegenden Kreuzung Egbersstraße/Liebigstraße/Fiesteler Straße soll ein ebenfalls L-förmiges, reines Wohngebäude entstehen. Beide Gebäude sind demnach dreigeschossig mit einem nach hinten versetzten Staffelgeschoss, wobei der Gebäudetrakt an der Fiesteler Straße eine Etage flacher ausfallen soll. 

Drittes Objekt in der Planung ist eine sogenannte Stadtvilla, die ebenfalls an der Fiesteler Straße gebaut werden soll. Auch sie umfasst – wie das Eckhaus – zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss; zwischen Eckhaus und Stadtvilla ist zudem die Einfahrt zu einer übergrünten Tiefgarage vorgesehen.

Drei Gebäude sollen auf dem ehemaligen Schützenplatz in Hollage entstehen, darunter eine sogenannte Stadtvilla. Entwurf: MSH Massiv-System-Haus GmbH & Co. KG

Den erforderlichen Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes hatte die MSH bereits im Januar 2016 gestellt, im Dezember 2016 gaben die politischen Gremien grünes Licht. Zur seinerzeit beschlossenen öffentlichen Auslegung kam es dann allerdings vorerst nicht; wegen eines Todesfalls mussten die Verträge teils neu ausgehandelt werden. Erst im Mai dieses Jahres wurden die Planungen wieder aufgenommen und die Unterlagen ausgelegt.

Bedenken äußerten dabei insbesondere Anwohner der direkt angrenzenden Reihenhäuser in der Fiesteler Straße. Sie hatten bereits vor zwei Jahren Kritik an der geplanten Stadtvilla geäußert, die ihres Erachtens zu hoch sei und zu nah an ihren Grundstücken stünde. Gerade der Schattenwurf des Neubaus würde die Wohn- und Lebensqualität derart einschränken, dass sich die Reihenhäuser schlechter vermieten und nur mit Wertverlust verkaufen ließen, argumentierte etwa ein Anwohner im öffentlichen Beteiligungsverfahren – zumal auf der anderen Seite der Reihenhäuser bereits ein Hochhaus stehe.

"Alle Vorgaben eingehalten"

Für diese Sorgen äußerten im Bauausschuss sowohl Verwaltung als auch Politik Verständnis. Da allerdings alle rechtlich vorgegebenen Maximalhöhen und Mindestabstände "mehr als eingehalten" würden und das Projekt alle Anforderungen an die innerörtliche Nachverdichtung erfülle, sei der Bau der Stadtvilla gleichwohl vertretbar, wie Fachbereichsleiterin Claudia Broxtermann anführte. Zudem sei die Stadtvilla mit 10,50 Meter nur geringfügig höher als die Reihenhäuser – das sei "durchaus ortsüblich und insbesondere dann nicht unzumutbar, wenn die erforderlichen Grenzabstände eingehalten werden", heißt es dazu im Abwägungsvorschlag der Verwaltung.

Wie schon vor zwei Jahren schlugen sich einzig Arnulf Nüßlein (Grüne) und Ludger Meyer (WWG) auf die Seite der Anwohner und stimmten gegen die Änderung des Bebauungsplans. Alle anderen Ausschussmitglieder blieben indes beim Mehrheitsvotum von 2016 und stimmten für das Projekt. Sofern auch der Rat am 20. September zustimmt, soll nach Auskunft der MSH im Frühjahr 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden.


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