Kinder stehen gelassen Zu wenig Plätze: Rulle erhält ab Donnerstag zusätzlichen Schulbus

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Schon an der Haltestelle "Lindenstraße" war der Bus der Linie 533 am Mittwochmorgen überfüllt. Ab Donnerstag soll ein zusätzlicher Bus Entlastung bringen. Foto: André HavergoSchon an der Haltestelle "Lindenstraße" war der Bus der Linie 533 am Mittwochmorgen überfüllt. Ab Donnerstag soll ein zusätzlicher Bus Entlastung bringen. Foto: André Havergo

Wallenhorst. Zwischen Rulle und Osnabrück wird ab Donnerstag morgens ein zusätzlicher Bus verkehren. Die Weser Ems Bus als Streckenbetreiberin reagiert damit kurzfristig auf die große Nachfrage in der neu eingerichteten Linie 533. Eltern hatten zuvor kritisiert, dass Busfahrer an den ersten Schultagen bereits Kinder an den Haltestellen stehen gelassen hätten.

Der neue Fahrplan war nicht einmal eine Woche alt, da hagelte es bereits Kritik: Eltern aus Wallenhorst-Rulle beklagten, dass der Schulbus der neuen Linie 533 nicht ausreichend Platz für alle Schüler biete. "In der Linie 533 - insbesondere im Bus um 6.48 ab Rulle, Apotheke - herrschen haltlose Zustände!", hatte etwa Martin Müller, Ruller Hausarzt und Vater, am Dienstagmorgen in einer E-Mail an die Deutsche Bahn geschrieben, deren Regio-Tochter Weser Ems Bus die Strecke bedient. 

Andere Streckenführung, frühere Abfahrtzeit

Müllers Kinder besuchen das Gymnasium Carolinum in Osnabrück; bis zum Sommer konnten sie dorthin mit der Linie 541 über Haste bis in die Innenstadt fahren. Mit Einführung des sogenannten neuen Wallenhorst-Taktes zum Fahrplanwechsel am vergangenen Donnerstag wurde die 541 allerdings durch die neue Linie 533 abgelöst, die nun über Dodesheide und Sonnenhügel in die City führt. Müller hatte bereits vor den Ferien Unterschriften gegen die Pläne gesammelt, denn der neue Fahrplan bringt nicht nur eine andere Streckenführung mit sich, sondern auch frühere Abfahrtzeiten. 

Martin Müller (links) gehört zu den Eltern, die sich bei der Deutschen Bahn über die überfüllten Busser beschwert hat – mit Erfolg. Foto: André Havergo

Nach den Ferien setzte die Weser Ems Bus zunächst nur einen Standardbus ein, wo früher ein Gelenkbus fuhr. Das reichte nach Auffassung der Ruller Eltern nicht aus: "Bereits ab der Haltestelle Lindenstraße ist der Bus überfüllt", schrieb Müller in der E-Mail, die auch ans Gymnasium Carolinum und unsere Redaktion ging. Demnach fuhr der Bus am Dienstag an den letzten beiden Ruller Haltestellen durch, ohne anzuhalten. An der Haltestelle "An der Nette" seien deshalb drei Kinder stehen geblieben, darunter zwei Fünftklässler, die gerade erst neu ans Gymnasium gewechselt seien. 

Bus "in vollem Tempo" vorbeigefahren

Peter Dekarski ist Vater eines der Fünftklässler, auch er beschwerte sich per E-Mail bei der Bahn. "Die Kinder sind die erste Woche in der neuen Schule und kriegen natürlich Panik, wenn der Bus einfach weiterfährt", sagte er auf Nachfrage unserer Redaktion. In seiner Mail kritisierte er indirekt auch den Fahrer: Der Bus sei "in vollem Tempo" an der Haltestelle vorbeigefahren, "am Steuer ein wild gestikulierender Fahrer – was auch immer er den verdutzt wartenden Schülern damit mitteilen wollte???". Er habe seinen Sohn und zwei Freunde schließlich mit dem Auto in die Stadt gebracht, sagt Dekarski. "Das kann ich aber nicht jeden Morgen machen, schließlich muss ich auch zur Arbeit." 

Dekarski, Müller und andere Eltern begleiteten ihre Kinder deshalb jeden Morgen zur Bushaltestelle, um sicherzugehen, dass sie mitgenommen werden. Manche Kinder seien sogar mit dem Fahrrad zu einer früheren Haltestelle gefahren, um noch einen Platz im Bus zu ergattern, berichtete Dekarski.


Auf Nummer sicher gehen wollten Peter Dekarski (rechts) und andere Eltern: Sie brachten ihre Kinder morgens zur Haltestelle, um zu sehen, ob der Bus sie überhaupt mitnimmt. Foto: André Havergo


"Da dies der einzige Bus und die einzige Möglichkeit der Kinder ist, pünktlich den Unterricht in der Stadt zu erreichen, bitte ich Sie dringend Abhilfe zu schaffen", appellierte Müller an die Weser-Ems-Mutter Deutsche Bahn – und wurde gehört. Auf Anfrage unserer Redaktion teilte die Bahn am Mittwoch mit: "Auch wir sind mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden." Bereits ab Donnerstag werde deshalb "bis auf Weiteres" ein zusätzlicher Bus eingesetzt. 

Langfristig soll ein Gelenkbus kommen

Früher aufstehen müssen die Ruller Schüler allerdings weiterhin: Der zusätzliche Bus wird planmäßig zur gleichen Zeit fahren wie der bisherige Bus, also 6.48 Uhr ab Rulle-Apotheke. "Es kann sein, dass er mal ein bisschen später kommt", sagte Bahn-Sprecherin Angelika Theidig, grundsätzlich sei der Zusatzbus aber als Entlastung der bestehenden Verbindung angelegt und nicht als eigenständiges Angebot. Langfristig sei dann der Einsatz eines Gelenkbusses vorgesehen, dieser sei kurzfristig allerdings noch nicht verfügbar.


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