Dorferneuerungsprogramm Anlieger müssen nicht für Sanierung der Klosterstraße in Rulle zahlen

Von Joachim Dierks

Ludger Meyer (WWG) arbeitete die Vorteile des Dorferneuerungsprogramms für Rulle heraus. Foto: Joachim Dierks.Ludger Meyer (WWG) arbeitete die Vorteile des Dorferneuerungsprogramms für Rulle heraus. Foto: Joachim Dierks.

Wallenhorst. Die Wallenhorster Wählergemeinschaft (WWG) sieht Anzeichen, dass das Projekt Dorferneuerung Rulle durch Falschinformationen und Halbwahrheiten schlechtgeredet wird. Sie lud zu einer Informationsveranstaltung ins Ruller Kolpinghaus.

Der WWG-Vorsitzende Martin Knöpke und der WWG-Ratsherr Ludger Meyer sind überzeugt, dass Rulle durch das Projekt nur gewinnen kann. Sie kritisierten die Einengung des Themas. „Dorferneuerung ist nicht nur Kreisverkehr und Andachtsplatz“, hielt Meyer gleich zu Beginn fest. Diese beiden derzeit meistdiskutierten Punkte seien nur zwei von 41, die im Dorfentwicklungsplan enthalten seien. Er bezeichnete es als eine „Riesen-Chance“, dass es 2010 geglückt sei, das Alte Dorf in Wallenhorst, das Nettetal, das Ruller Zentrum und Teile von Rulle-Ost in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen wegen der damit verbundenen Förderung hineinzubekommen. „Geholfen hat dabei, dass Rulle Wallfahrtsort ist“, so Meyer.  

In enger Zusammenarbeit haben der aus engagierten Bürgern bestehende Arbeitskreis, die Gemeindeverwaltung, das Amt für regionale Landesentwicklung sowie ein externes Planungsbüro den Dorferneuerungsplan erarbeitet. Zielsetzung war und ist, die Lebensqualität im ländlichen Raum durch Wahrung der dörflichen Besonderheiten zu erhalten und zu verbessern. „Dazu gehören etwa die Beseitigung von Bausünden und Leerständen, Herstellung von Aufenthaltsqualität, verbesserte Verkehrsführungen und eine Optimierung des ÖPNV“, so Meyer. Auch private Baumaßnahmen seien förderfähig.

Sichtbare erste Erfolge der Dorferneuerung

Bereits verwirklicht sind in Alt-Wallenhorst etwa die verkehrsberuhigte Umgestaltung der Straße „Im alten Dorf“ mit der Neuanlage von Stellplätzen an der alten Kirche und die Sanierung des „Knüppeldamms“ im Zuge des Schleptruper Kirchwegs. In Rulle ist Punkt 17 abgearbeitet, nämlich die ansprechende Umgestaltung des Ortseingangs bei der Kreuzung Nonnenpfad/ Zum Gruthügel/ Am Haupthügel, und ebenso der Punkt 33, die Erneuerung der Brücke an der Ruller Flut im Zuge des Erftenbeckswegs. 

Nun stünden die Umgestaltung des Verkehrsraums vor dem Ärztehaus, des Andachtsplatzes und der Klosterstraße ganz oben auf der Tagesordnung, führte Meyer aus. In den vergangenen Ausschuss- und Gemeinderatssitzungen habe man sich an Details festgebissen und festgestellt, dass eine Beschlussfassung so noch nicht möglich sei. Auf seine Anregung hin sei ein politischer Arbeitskreis eingerichtet worden. Der habe bislang dreimal getagt und zu Verbesserungen der bisherigen Planungen geführt. Die würden am 14. August im Ausschuss und am 20. September im Rat vorgestellt. „Ich rechne damit, dass wir das jetzt mit großer Mehrheit durchkriegen“, sagte Meyer. 

Kreisel besser als abknickende Vorfahrt

Dann werde die Vorteilhaftigkeit eines überfahrbaren Mini-Kreisels vor dem Ärztehauses gegenüber der von der CDU bislang favorisierten abknickenden Vorfahrt noch deutlicher werden. Den derzeit in Umlauf befindlichen Befürchtungen oder Falschmeldungen werde dann endgültig der Boden entzogen, meinte Meyer. So werde die Fußgänger-Bedarfsampel über die Wittekindstraße bleiben, werde das Kreuz auf dem Andachtsplatz nicht verrückt und der Platz selbst etwa doppelt so groß, würden die Parkplätze vor dem Ärztehaus nicht weniger, sondern sogar mehr werden, nur in leicht verschobener Lage. Ein Punkt war Meyer besonders wichtig: „Kein Anlieger wird zu Straßenbaubeiträgen veranlagt, wenn die Klosterstraße umgebaut wird.“ Verwaltung und Politik seien sich einig, dass die Straße nicht „erneuert“, sondern lediglich „instandgesetzt“ werde. Damit seien Veranlagungen der Anlieger vom Tisch.

Die Teilnehmer der trotz Hitze und Ferienzeit gut besuchten Veranstaltung hörten das gerne und quittierten auch eine Visualisierung des geplanten Kreisverkehrs und der verschönerten Seitenräume mit Beifall. Heiterkeit erzielte Meyer abschließend mit einer – freilich unrealistischen – Dorfverschönerungsmaßnahme: Er hatte das vor 40 Jahren abgerissene Gasthaus Spannhorst ins Bild hineingebastelt. „Wie geil wär das denn!“, lautete einer der Kommentare.


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