Unfall- und Notfalldarstellung Wallenhorster Malteser suchen Unfalldarsteller

Von Hendrik Steinkuhl

Birgit Tepe (links) und Julia Fimmel von den Wallenhorster Maltesern simulieren einen Armbruch. Foto: Hendrik SteinkuhlBirgit Tepe (links) und Julia Fimmel von den Wallenhorster Maltesern simulieren einen Armbruch. Foto: Hendrik Steinkuhl

Wallenhorst. Um für den Notfall vorbereitet zu sein, hilft am besten ein realitätsgetreues Training. Die „Realistische Unfall- und Notfalldarstellung“, abgekürzt „RUND“, schult Rettungskräfte für den Einsatz. Bei einem Informationsabend haben die Wallenhorster Malteser ihre RUND-Abteilung vorgestellt.

Einfach nur daliegen und nichts tun, sich nicht bewegen und mal richtig hängen lassen - klingt doch nach einer Aufgabe, der jeder gewachsen ist. Doch laut Julia Fimmel von den Wallenhorster Maltesern verhält es sich ganz anders. „Die Leute denken, einen Bewusstlosen zu spielen wäre ganz einfach. Tatsächlich ist es aber so, dass nichts so schwer ist. Denn ohne es zu wollen hilft man immer mit, wenn man bewegt wird.“

Was im Film oder auf der Theaterbühne nicht weiter auffallen würde, ist in der Realistischen Unfall- und Notfalldarstellung ein erhebliches Problem. Denn realistisch kann die Simulation eines Bewusstlosen eben nur sein, wenn der Bewusstlose seine Helfer nicht unterstützt. Julia Fimmel beherrscht diese Kunst. „Ich träume vor mich hin und blende alles andere komplett aus.“

Schon seit einigen Jahren leitet Julia Fimmel die Realistische Unfall- und Notfalldarstellung bei den Wallenhorster Maltesern. RUND-Abteilungen sind bei den Hilfsorganisationen in der Region nicht gerade häufig zu finden. Und dabei leisten sie eine wichtige Arbeit in der Unfallsimulation. Bei großen Übungen gehören die Mimen mittlerweile völlig selbstverständlich dazu.

Wer sich den Darstellern der Wallenhorster Malteser anschließt, darf mit regelmäßigen Einsätzen rechnen, „an Langeweile ist bei uns noch keiner gestorben“, sagt Julia Fimmel. Allerdings gebe es keine festen Termine, die Notfalldarsteller müssten eine gewisse Flexibilität mitbringen.

Wer sich den Malteser-Mimen anschließt, wird dann aber durchaus spektakuläre Nachmittage und Abende verbringen, gerne auch mit offenen Brüchen, Scherben, die aus der Haut ragen, und schweren Brandwunden. Alle aufgezählten Verletzungen müssen die Mimen aber natürlich nicht erleiden, sie werden entsprechend geschminkt und können anschließend mit Fotos prahlen, die andere höchstens nach Halloween vorzuweisen haben. 

„Wie ist es denn mit der Kleidung, ich habe gesehen, dass die oft zerschnitten wird“, fragt die Hollagerin Daniela Tepe, die sich an diesem Abend über die Realistische Unfall- und Notfalldarstellung informiert. Julia Fimmel kann sie beruhigen. „Wir haben ein ganzes Lager mit Altkleidern, die wir übrigens nach jedem Einsatz mit Waschmittel und Hygienespüler reinigen. Es muss natürlich kein Mime für uns den Kleiderschrank plündern.“

Wer sich für die Realistische Unfall- und Notfalldarstellung interessiert, erreicht Julia Fimmel unter Julia.Fimmel@t-online.de oder unter der Telefonnummer 0179-7923445.