Verhandlung vor dem Amtsgericht 39-Jähriger für Einbruch in Rulle zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Das Amtsgericht Osnabrück hat einen 39-jährigen Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten wegen Einbruchs in ein Einfamilienhaus verurteilt. Foto: Michael SchwagerDas Amtsgericht Osnabrück hat einen 39-jährigen Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten wegen Einbruchs in ein Einfamilienhaus verurteilt. Foto: Michael Schwager

Wallenhorst. Das Amtsgericht Osnabrück hat einen 39-jährigen Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Der Osnabrücker war gemeinsam mit zwei Komplizen in ein Haus in Wallenhorst-Rulle eingebrochen und hatte Gegenstände im Wert von 9000 Euro gestohlen.

Die Tat, für die das Schöffengericht den Mann aus Osnabrück nun verurteilte, ereignete sich im Mai 2017. Gemeinsam mit zwei Kumpanen brach der 39-Jährige in das Haus im Wallenhorster Ortsteil Rulle ein und stahl dort Schmuck, Uhren, Kleidung und Parfum im Wert von 9000 Euro.

DNA-Spuren an einem Schraubenzieher

Die Einbrecher kamen nicht nachts, sondern am frühen Nachmittag, laut Anklage stiegen sie gegen 14.30 Uhr in das Haus eines Ehepaares ein. Besonders professionell verhielten sich die Männer dabei nicht: Der Angeklagte trug keine Handschuhe, laut dem Vorsitzenden Richter fanden sich an einem Schraubenzieher DNA-Spuren, die eindeutig dem Angeklagten zugeordnet werden konnten.

Bisher weiße Weste

Auch seine Mittäter wurden geschnappt, sie waren aber bereits zuvor mehrfach straffällig geworden. Beide sitzen derzeit am Kollegienwall in Untersuchungshaft. Der 39-Jährige hingegen hatte bisher eine weiße Weste. Offensichtlich hatte er sich von seinen Kumpanen und Wohnungsgenossen, wie er beide Litauer, zu dem Einbruch bequatschen lassen.

Über die näheren Hintergründe der Tat bekam der Vorsitzende Richter aber trotz mehrfachen Nachfragens nichts heraus. „Wie kommen Sie denn auf so einen Quatsch? Sie haben ja sogar versucht, einen Tresor aufzuhebeln. Haben die Ihnen versprochen, dass Sie auch Geld bekommen?“ Nichts hätten die beiden Komplizen gesagt, übersetzte die Dolmetscherin für den Angeklagten. Er sei davon ausgegangen, man fahre nur herum, und als die Rede auf den Einbruch kam, habe er gesagt, sie würden nur Quatsch erzählen.

Genervter Pflichtverteigiger

„Ich glaube, es wäre unter Litauern eher ungewöhnlich, dass man auf solche Fragen antwortet“, sagte der sichtlich genervte Pflichtverteidiger, der erst kurz vor der Verhandlung mit seinem Mandanten sprechen konnte. Offenbar hatte die Post des Gerichts den Mann nicht erreicht, laut seinem Verteidiger hängt an dessen Wohnhaus nur ein Briefkasten für alle Bewohner des Hauses.

Seit vier Jahren in Deutschland

Da der Angeklagte seine Tat unumwunden einräumte, war die weitere Verhandlung dann auch eher pädagogisch als juristisch geprägt. „Sagen Sie ihm doch bitte, er soll sich einen eigenen kleinen Briefkasten aufhängen“, riet etwa der Staatsanwalt. Der Vorsitzende Richter wiederum wies den Mann mehrfach darauf hin, dass er doch nach vier Jahren in Deutschland auch endlich Deutsch lernen solle, um sich zu integrieren.

Geldstrafe von 1800 Euro

Das Gericht verurteilte den 39-Jährigen schließlich zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt ist. Der Bewährungszeitraum ist drei Jahre, in dieser Zeit muss der Mann außerdem 1800 Euro an den Förderverein der Grundschule Berge zahlen.


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