Bedarf in Wallenhorst gedeckt? Rat beschließt neue Krippengruppe in Lechtingen

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Eine zusätzliche Krippengruppe soll schnellstmöglich im Wallenhorster Ortsteil Lechtingen entstehen. Symbolfoto: Gert WestdörpEine zusätzliche Krippengruppe soll schnellstmöglich im Wallenhorster Ortsteil Lechtingen entstehen. Symbolfoto: Gert Westdörp

Wallenhorst. Holzrahmenbauweise statt Containerlösung: Der Wallenhorster Rat hat den Bau einer neuen Krippengruppe am Lechtinger Regenbogen-Kindergarten einstimmig beschlossen. Das Gremium folgte damit dem Vorschlag des Kindergartenausschusses, auf einen dauerhaften Anbau anstelle einer mobilen Lösung zu setzen.

Angesichts geschätzter Gesamtkosten von 425.000 Euro für die mobile Lösung, von denen binnen drei Jahren allein 230.000 Euro für die Miete der Container angefallen wären, hatte Fachbereichsleiter Rüdiger Mittmann kurz vor der Ausschusssitzung noch Alternativen prüfen lassen. Ergebnis: Eine dauerhafte Lösung wäre „praktisch zu den selben Kosten zu haben“, wie der Ausschussvorsitzende Mark Brockmeyer (CDW) nun im Rat referierte; die geringfügig höheren Baukosten könnten durch Zuschüsse ausgeglichen werden. Das überzeugte Anfang des Monats nicht nur den Ausschuss, sondern auch die evangelische Kirchengemeinde als Träger, wie Brockmeyer nun berichtete.

„Schön, dass die Geburtenrate steigt“

Dementsprechend hatte auch der Rat keine Einwände: Claudia Burs (SPD/FDP-Gruppe) begrüßte die Pläne, Marlies Robben (CDU) fand „schön, dass die Geburtenrate steigt“, und Stefan Düing (UWG), der sich im Ausschuss noch enthalten hatte, weil er sich noch mit seiner Fraktion abstimmen wollte, sah nun keinen Beratungsbedarf mehr. Folgerichtig fiel der Beschluss für einen dauerhaften Anbau Holzrahmenbauweise einstimmig, zumal – wie Mittmann zuvor ausgeführt hatte – keine andere Einrichtung in der Gemeinde erweitert werden kann. Die neue Gruppe soll Platz für 15 Kinder bieten und so schnell wie möglich im Laufe des kommenden Kindergartenjahres fertiggestellt werden.

Krippenhaus erst 2020 fertig

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Rat den Bau eines Krippenhauses im Wallenhorster Zentrum beschlossen, das fünf Gruppen für Unter-Dreijährige beheimaten soll. Die Fertigstellung ist Mittmann zufolge für den 15. Juli 2020 vorgesehen, knapp ein Jahr später als in der ursprünglichen Planung angenommen. Die derzeit bestehenden Übergangslösungen am St.-Stephanus- und am Franziskus-Kindergarten sollten nach der Eröffnung des Krippenhauses „sukzessive zurückgebaut werden“, sagte Mittmann. Krippenkinder, die eine der mobilen Gruppen besuchen, sollen demnach die Möglichkeit behalten, im Alter von drei Jahren regulär in eine Kindergartengruppe der jeweiligen Einrichtung zu wechseln.

Kurzfristiger Bedarf gedeckt

Den kurzfristigen Betreuungsbedarf sieht die Verwaltung gedeckt – wenngleich Mittmann einräumte, die Nachfrage der Eltern „überhaupt nicht“ absehen zu können. Nach jetzigem Stand fehlen zum kommenden Kindergartenjahr 53 und zum Kindergartenjahr 2019/2020 71 Krippenplätze. Dem gegenüber stünden in Wallenhorst 71 Tagespflegplätze zur Verfügung, die „zur Erfüllung des Rechtsanspruches“ ebenfalls herangezogen werden könnten, wie die Beschlussvorlage der Verwaltung ausführt. Von diesen 71 Plätzen würden zwar 24 von Kindern aus Nachbargemeinden genutzt, im Gegenzug seien andere Plätze im Rahmen von „Platz-Sharing“ doppelt vergeben, „was die Kapazität wiederum erhöht“, wie die Verwaltung bilanziert. Die neue Lechtinger Gruppe soll die Situation nun kurzfristig entspannen.


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