„Schwedischste aller Feste“ Ruller Haus: Deutsche und Schweden feiern längsten Tag

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Wallenhorst. Das „schwedischste aller schwedischen Feste“ feierten Schweden und Deutsche am Mittwoch im Gartenhof des Ruller Hauses: Bereits zum zweiten Mal organisierten Lehrende und Studierenden der Osnabrücker Schwedisch-Sprachkurse gemeinsam mit dem Ruller Haus ein Mittsommerfest.

„Schöne Mitbringsel wären grüne Zweige und Wiesenblumen, um den Baum zu schmücken. Das schönste Mitbringsel ist gute Laune“, hieß es in der Einladung. So viel vorne weg: Das hat geklappt. Die Schwedisch-Lehrerinnen Christiane Vortmeyer und Louise Martensson-Nussweiler sowie Gerda Fleddermann-Albes vom Ruller Haus, die das Fest organisiert hatten, blickten, wohin sie auch schauten, in Gesichter gut gelauntenTeilnehmer.

Tanz um den Baum

Im Gartenhof des Rullerhauses stand inzwischen mittig ein Majstång, der für Mittsommer typische mit Blumen und Blättern geschmückte Baum. Auch wenn dessen Optik und das Aufstellen des Majstång dem des Maibaums ähnelt, ist es keiner. Der Name leitet sich vom altertümliche Verb maja („mit Blumen schmücken“) ab.

Geschmückt hatten den Baum alle gemeinsam. Aus Zweigen und Blumen, die übrigbelieben waren, hatten sich die Frauen Blumenkränze gebunden. Sobald der Baum stand griff Martin Gehrmann zum Akkordeon und stimmte einige Tanzlieder an. Nicht fehlen durfte „Små grodorna“, das Lied von den kleinen Fröschen, deren Bewegungen in Schweden traditionell beim Tanzen immitiert werden. Martensson-Nussweiler gab entsprechenden Instruktionen, während die Sänger und Tänzer vor Vergnügen lachten, als sie versuchten, auf schwedisch mitzusingen. „Das Quak, quak, quak hat gut geklappt“, berichtete Frauke Krone später grinsend.

Typisch Schwedisch

Nach dem Tanz um den Baum hatten sich alle eine Stärkung verdient. Jeder hatte etwas mitgebracht, unter anderem gehören Frikadellen (Köttbullar), Knäckebrot und „Sill“, eingelegten Hering, zum Mittsommer-Buffet. Während die einen den Hering vom schwedischen Einrichtungshaus dabei hatten, hatten andere ihn selbst in Karotten, Zwiebeln, Gewürzen und Essig selbst eingelegt. „Nach dem Essen singen wir noch mal ein paar Lieder – auf alle Fälle das Schnapslied Helangår“, berichtete Martensson-Nussweiler.

Schwedenfans sind begeistert

Zu Midsommer gerade erst aus Schweden zurückgekommen waren Frauke, Wiebke und Gabriele Krone: „Wir nehmen als Familie über das Jahr verteilt an vier klassischen Sportevents in Schweden teil, in zwei Wochen geht es wieder los.“ Mitsommer hat die Familie schon oft in Schweden gefeiert, doch am Ruller Haus gefiel es den Dreien auch. Einen Tisch weiter saßen Simeon und Katja Kinov mit Heidrun Frönd. Die drei sind zwar Schwedenfans, hatten aber noch nie Mitsommer in Schweden gefeiert. „Das habe ich auch noch nicht, würde ich aber gerne mal“, erklärte Marlene Kindler. Die Studentin war von ihrer Freundin Nele Ronnenberg auf das Fest aufmerksam gemacht worden. Ronneberg lernt gerade Schwedisch: „Ich habe auch versucht mitzusingen“, berichtete sie schmunzelnd. Die Frauen trugen alle selbst gebundene Blumenkränze, und Lena Aden erklräte: „Ich war überrascht, die waren nicht schwer zu binden.“


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