18000 Euro im ersten Schritt Bürgerbus-Verein beantragt Zuschüsse bei Gemeinde Wallenhorst

Von Constantin Binder

Vorbild für den Bürgerbus Wallenhorst-Wersen: Das Westerkappelner Pendant, das bereits im Einsatz ist. Foto: Ulrike Havermeyer/ArchivVorbild für den Bürgerbus Wallenhorst-Wersen: Das Westerkappelner Pendant, das bereits im Einsatz ist. Foto: Ulrike Havermeyer/Archiv

Wallenhorst. Der Verein Bürgerbus Wallenhorst-Wersen beantragt bei der Gemeinde Wallenhorst einmalige Zuschüsse von 18000 Euro, um den geplanten Bürgerbus ins Rollen zu bringen. Außerdem soll die Gemeinde jährlich 7500 Euro beisteuern.

Am kommenden Dienstag soll der Ausschuss für Bürgerservice und Soziales in einer außerplanmäßigen Sitzung über den Antrag entscheiden; in der Folgewoche tagt dann der Rat das letzte Mal vor der Sommerpause. Konkret erbittet der im März gegründete Verein einen einmaligen Zuschuss von 12000 Euro zur Kostendeckung des anzuschaffenden Fahrzeugs, einen weiteren Zuschuss von 6000 Euro als „weitere Anschubfinanzierung“ sowie einen jährlichen Zuschuss von 7500 Euro für den laufenden Betrieb. Auch bei der Gemeinde Lotte will der Verein Zuschüsse beantragen, weil der geplante Bürgerbus länderübergreifend auch die Lotter Ortsteile Halen und Wersen anfahren soll.

Kostenteilung von 80:20 zwischen Wallenhorst und Lotte

Grundlage der Finanzplanung ist ein neunsitziger Fiat Ducato Shuttle, für den sich der Verein nach einem Vergleich mit Fahrzeugen anderer Hersteller entschieden hatte. Wie der Bürgerbus-Verein im Antrag darlegt, kostet der Wagen 95000 Euro. Abzüglich der Fördersummen, die das Land Niedersachsen und der Landkreis Osnabrück beisteuerten, ergebe sich ein Fehlbetrag von etwa 15000 Euro. „Da sowohl Wallenhorst als auch Lotte von diesem zusätzlichen ÖPNV-Angebot profitieren, schlagen wir anteilig an der Streckenführung eine Kostenbeteiligung der beiden Kommunen von 80:20 (Wallenhorst/Lotte) vor“, schreibt der Verein. Daraus ergebe sich eine Kostenbeteiligung von 12000 Euro für die Gemeinde Wallenhorst, 3000 Euro müsste Lotte beisteuern.

Prüfungen für ehrenamtliche Fahrer

Neben den Fahrzeugkosten fielen überdies Vorlaufkosten an, bevor das Fahrzeug den Betrieb aufnimmt, heißt es im Antrag weiter. So seien die rund 25 ehrenamtlichen Fahrer, die von Montag bis Freitag die Strecke bedienen sollen, verpflichtet, eine Gesundheitsprüfung mit Reaktionstest und Sehtest abzulegen. Die Kosten einschließlich der Ausstellung des Personenbeförderungsscheins lägen pro Person bei etwa 250 Euro. Im Finanzierungsplan ergebe sich daraus ein Defizit von circa 7650 Euro, sodass der Anteil der Gemeinde Wallenhorst „nach dem Prinzip 80:20“ bei 6000 Euro läge.

„Betriebskosten schwer zu kalkulieren“

Nicht zuletzt müssten für die Folgejahre die laufenden Betriebskosten abgesichert werden. Hier räumt der Verein ein, dass Kraftstoffverbrauch , Wartung und Reparaturen sich nur eingeschränkt kalkulieren ließen. Es sei aber „davon auszugehen, dass Fahrschein-, Mitgliedsbeitrags-, Werbe- und Sponsoringeinnahmen die Ausgaben nicht komplett decken werden“, heißt es. Hier erbittet der Bürgerbus-Verein einen jährlichen Zuschuss zu den laufenden Betriebskosten von 7500 Euro bei der Gemeinde Wallenhorst.

Bereits Anfang Mai hatte der Verein Details zur Streckenführung und zum Fahrzeug bekannt gegeben. Der Neunsitzer soll demnach am Ostenort in Rulle starten und über die Ortsteile Rulle-Zentrum, Lechtingen, Wallenhorst, Hollage und den vorderen Bereich von Brockhausen über den Bahnhof Halen bis zum Rathaus in Wersen fahren und dann auf dem selben Weg wieder zurückzukehren.

Der Ausschuss für Bürgerservice und Soziales tagt am Dienstag, 5. Juni, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Wallenhorst. 15 Minuten vor Beginn findet eine Einwohnerfragestunde statt.


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