Prozess vor dem Osnabrücker Landgericht Wallenhorster wegen des Handels mit Marihuana verurteilt

Ein 24-jähriger Angeklagter aus Wallenhorst ist wegen Handeltreibens mit Marihuana und Amphetamin von einer Berufungskammer am Landgericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Symbolfoto: Michael GründelEin 24-jähriger Angeklagter aus Wallenhorst ist wegen Handeltreibens mit Marihuana und Amphetamin von einer Berufungskammer am Landgericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Symbolfoto: Michael Gründel

Wallenhorst. Erfolglos hat ein 24-Jähriger aus Wallenhorst seine Verurteilung wegen eines Betäubungsmitteldeliktes angefochten. Die Berufungskammer am Landgericht war nicht davon zu überzeugen, dass bei ihm aufgefundenes Marihuana aus „Restbeständen“ stammte.

Der Wallenhorster war im März vergangenen Jahres auf der Hansastraße unterwegs gewesen, als er eine Polizeistreife hinter sich bemerkt hatte. Bevor es zur Kontrolle gekommen war, hatte er mehrere Tütchen mit abgepacktem Marihuana aus dem Autofenster geworfen. Das war den Beamten nicht entgangen, die den 24-Jährigen gestoppt und die Tütchen eingesammelt hatten. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung waren dort 367 Gramm Marihuana und 143 Gramm des illegalen Aufputschmittels Amphetamin gefunden worden, ebenso 3600 Euro Bargeld.

Drogen unterm Bett versteckt

Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln unter Einbeziehung eines weiteren Urteils zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Dagegen hatte er Einspruch eingelegt. Seine Begründung: Zwei Jahre vor dem jetzt zu verhandelnden Fall war seine Wohnung ebenfalls wegen des Verdachts des Besitzes von Betäubungsmitteln durchsucht worden. Damals habe er den Beamten eine Tüte mit Marihuana ausgehändigt. Eine zweite, unter dem Bett in seinem Zimmer versteckte Tüte, in der sich ebenfalls Marihuana befunden hatte, sei von den Beamten nicht entdeckt worden. Im darauf folgenden Verfahren war er 2016 zu einer Haft von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt worden war.

Aussage der Exfreundin

Zudem behauptete er jetzt, dass das bei ihm aufgefundene Geld stamme unter anderem von Mitbewohnern seiner Wohngemeinschaft, das sie ihm als anteilige Mietzahlung ausgehändigt hätten.

Diese Darstellungen hatte eine umfängliche Beweisaufnahme des Gerichts nötig gemacht. Als Zeugen geladene frühere Mitbewohner bestätigten, dass die Beamten das ihm gehörige Zimmer damals bei der ersten Durchsuchung 2015 nur kurz betreten hätten. Dieser Sachverhalt wurde von Polizeibeamten eingeräumt. Allerdings sagte eine Exfreundin des Wallenhorsters aus, im besagten Zeitraum hätte sich, anders als der Angeklagte behauptete, keine Plastiktüte mit Inhalt unter dem Bett befunden.

Die Berufungskammer sah am Ende des Verfahrens die aufgestellte Behauptung nicht ausreichend gestützt. „Die Beamten haben bei der ersten Durchsuchung, ich will nicht sagen schlampig, aber zumindest nur oberflächlich gearbeitet“, kommentierte der Vorsitzende diesen Punkt. Nicht nachzuvollziehen sei aber, weshalb er das Marihuana zu jener Zeit in zwei verschiedenen und nicht in einer einzigen Tüte aufbewahrt haben sollte.

Ausweitung der Geschäfte

Zusätzlich war da noch das sichergestellte Amphetamin. „Noch im ersten Verfahren hat der Angeklagte beteuert, ausschließlich nur mit Marihuana zu handeln. Jetzt wird Aufputschmittel bei ihm gefunden – was uns eine Ausweitung seiner illegalen Geschäfte zeigt“.

Unter der Einbeziehung des 2016 ergangenen Urteils verhängte die Kammer jetzt zwei Jahre und sechs Monate Haft. Die angestrebte Aussetzung zur Bewährung blieb dem Angeklagten damit versagt.