Kampf gegen wilde Müllkippen Klimaschutzpreisträger starten Aktion am Stichkanal in Hollage

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Ausgerüstet mit Müllzangen und einer Schiebkarre schritten Träger des Wallenhorster Klimaschutzpreises am Stichkanal in Hollage zur Tat. Foto: Michael LuttmerAusgerüstet mit Müllzangen und einer Schiebkarre schritten Träger des Wallenhorster Klimaschutzpreises am Stichkanal in Hollage zur Tat. Foto: Michael Luttmer

milu Wallenhorst. Zu einer Müllsammelaktion Jugendlicher hat Friedhelm Scheel von der „Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land“ (ANTL) aufgerufen. Vier Heranwachsende, alle Mitglieder der Naturschutzjugend der ANTL, waren dem Aufruf gefolgt: Sie trafen sich mit Scheel am frühen Samstagnachmittag an einem Uferarm der Hase in Hollage – nur einen Steinwurf vom Yachthafen Hollage entfernt.

Ausgerüstet mit Müllzangen und einer Schiebkarre schritten die eifrigen Ökoaktivisten rasch zur Tat. Unterstützt von der Lechtingerin Birgit Schad, Preisträgerin des Wallenhorster Umwelt- und Klimaschutzpreises 2017, zogen die Jugendlichen Plastikflaschen aus der Böschung und sammelten zertrampelte Zigarettenpackungen ein; einer von ihnen entdeckte sogar eine Sprühdose auf seinem Weg kanalabwärts.

Umweltpreis

„Es ist schlicht unglaublich, was manche Zeitgenossen in die Natur werfen“, sagte Birgit Schad, die mit der Bequemlichkeit bestimmter Spaziergänger hadert und deren mangelndes Umweltbewusstsein anprangert. So habe sie am Vormittag während eines Spaziergangs mit ihrem Hund am Kanal eine achtlos abgestellte Kühltasche gefunden und sich darüber gewundert, dass sie gefüllt gewesen war. Funde dieser unerfreulichen Art seien aber gar nicht so selten, ergänzte die engagierte Frau, die wilden Müllkippen den Kampf angesagt hat und während ihrer Spaziergänge in Wald und Flur nach Unrat Ausschau hält. Für ihren Einsatz ausgezeichnet wurde sie mit dem Umweltpreis, den die Gemeinde Wallenhorst auslobte. (Weiterlesen: Gemeinde Wallenhorst verleiht Umwelt- und Klimaschutzpreis)

Idealismus

Während der Preisverleihung lernte sie Friedhelm Scheel kennen, dessen Engagement mit der Naturschutzjugend in Wallenhorst ebenfalls gewürdigt worden war. „Diese gemeinsame Müllsammelaktion ist der erste Streich unserer punktuellen Zusammenarbeit“, sagte Scheel, der 1982 aus Idealismus eine Naturschutzgruppe in Westerkappeln gegründet hatte. Und auch heute, 36 Jahre später, 25 Jugendliche für sein „Herzensanliegen“ Umweltschutz nachhaltig erwärmen möchte. Da das Konkurrenzangebot groß sei und vielen Jugendlichen Kurzweil in der Freizeit immer wichtiger werde, müsse man dem Nachwuchs aber einiges bieten, um ihn bei der Stange zu halten, betonte er. Deshalb dürfe man sich nicht wundern, dass „sachdienlichen“ Aktionen wie Müllsammeln Kanufahrten und Grillabende als „Spaßaktionen“ im Wechsel folgen müssten, sagte er. Schad pflichtete ihm bei und stellte außerdem die „Vorbildfunktion“ Erwachsener bei Umwelterziehung heraus. So sei es ihrer Ansicht nach unglaubwürdig, wenn Erwachsene nur anordneten, selber aber untätig blieben.

Und deshalb packten beiden mit an. Nach etwa zweieinhalb Stunden hatten sie die Arbeit beendet – und ließen den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ausklingen.


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