Industriebrache erwacht zu neuem Leben Am Fürstenauer Weg in Hollage entsteht ein Garagen-Mietpark

Von Joachim Dierks


Wallenhorst. 33 Jahre lang konnten sich Fuchs und Hase hier ungestört Gute Nacht sagen. Die Hauptfläche des früheren Kalksandsteinwerks Brinkhege am Fürstenauer Weg lag brach. Nun regt sich neues Leben: Ein Investor aus Hollage errichtet einen Park von Mietgaragen und Klein-Lagerräumen.

Zwischen 1961 und 1985 produzierte die Firma Anton Brinkhege direkt an der durch die Autobahn A 1 gebildeten Stadtgrenze zu Osnabrück-Pye Kalksandsteine. Als die nahegelegenen Sandgruben ausgebeutet waren und auch sowieso eine Modernisierung der Werksanlagen anstand, gab Brinkhege den Standort auf und zog weiter in Richtung der reichhaltigen Sandvorkommen des Hörnschen Knapp. Im Gewerbegebiet nördlich von Alt-Wallenhorst entstand an der Wernher-von-Braun-Straße ein neues, größeres Werk. Die alten Werksanlagen am Fürstenauer Weg wurden nach „Rot-China“, wie man damals sagte, verkauft. Für einige Wochen wehte die rote chinesische Flagge vom Siloturm, während ein Demontagetrupp aus Fernost seine Arbeit verrichtete.

Ungenutztes Werksgelände

Die Natur holte sich das geschleifte Werksgelände zurück. Heidegras, Jungbirken und Weidenbuschgruppen überzogen das Areal, das bald einer Holding-Gesellschaft verschiedener Kalksandsteinhersteller, den Baustoffwerken Münster-Osnabrück (BMO), gehörte. Über Jahrzehnte blieben die Bemühungen, die 1,6 Hektar große Fläche einer neuen Nutzung zuzuführen, erfolglos. 2012 dann ein erstes Teilergebnis: Der nördliche Streifen ging an das Bauunternehmen Diersing, das dort einen Bauplatz und eine Lagerhalle erstellte.

Mehr als zehn Standorten in NRW

Nun ist auch die Hauptfläche von rund einem Hektar vermarktet. Peter Bartsch, Gründer der Firma Bartsch-Pumpen am Huller Weg, wird dort einen Lager- und Garagen-Park nach den Baumustern, Marketing-Konzepten und unter dem Handelsnamen „Maxi-Garagen.de“ errichten. Maxi-Garagen des Gewächshausbauers Vornbrock aus Dorsten sind bereits an mehr als zehn Standorten in NRW verwirklicht. Investor Bartsch wird in Hollage 65 einzeln vermietbare Raumzellen in Größen von 24, 28, 31 oder 56 Quadratmetern anbieten. Durch Entnahme von Zwischenwänden sind auch größere zusammenhängende Flächen darstellbar. Die Sektionaltore bieten Einfahrthöhen von bis zu vier Metern, sodass auch hohe Wohnmobile, Lkws und Busse untergestellt werden können.

Kleinräumige Lagerflächen

Peter Bartsch ist davon überzeugt, dass es bei Gewerbetreibenden und Privatpersonen aus dem Nordkreis und aus den nördlichen Stadtteilen Osnabrücks einen großen Bedarf an kleinräumigen Lagerflächen gibt. Typische Einstellgüter sind Boote, Baugeräte, Traktoren, Oldtimer, Segelflugzeuge, Wohnwagen, Anhänger, Werkstattwagen, Sommer- oder Winterreifen und Baumaterialien. Auf Sicherheit wird großer Wert gelegt: Das ganze Gelände ist eingezäunt und steht Tag und Nacht unter Beobachtung von sechs Videokameras. Über einen Zugangs-Chip öffnet sich das Tor für die Mieter, über Bewegungsmelder springt die Beleuchtung der Fahrstraßen an. Eine spezielle Smartphone-App erlaubt es den Mietern, jederzeit auch aus der Ferne einen Blick auf Ihre Garage zu werfen. Jeder Mietraum verfügt über Stromanschluss mit Zähler, auf Wunsch mit einer Ladestation für Elektrofahrzeuge.

Erste Mieter im Juli

Das Planum des Geländes und die Regenwasserkanalisation sind hergestellt, sodass in Kürze mit der Wegepflasterung und den Betonböden für die Mieträume begonnen werden kann. Peter Bartsch ist zuversichtlich, ab Juli 2018 die ersten Mieter begrüßen zu können.