Ignorante Hundebesitzer Verkommt der Wallenhorster Sportplatz zum Hundeklo?

Von Jessica von den Benken


Wallenhorst. Verkommt der Sportplatz des Turn und Sportvereins Wallenhorst zum Hundeklo? Das fragt sich Vereinsvorstand Dirk Nowak, denn täglich erleichtern sich Hunde auf dem Gelände im Ortskern – auch vor dem Spielfeld machen sie nicht halt.

Langsam hat Dirk Nowak die Nase gestrichen voll. Täglich muss Platzwart Michael Hörnschemeyer ungezählte Hundehaufen auf der gesamten Sportanlage des TSV Wallenhorst beseitigen. Der Weg für die Sportler von den Umkleidekabinen zum Fußballfeld sei von Tretminen gesäumt. Nicht in Hundehaufen zu treten: eine Kunst.

Köttel zieren den Rasen

Selbst auf den Spielfeldern ist man vor der Sauerei nicht sicher. Unzählige Köttel zieren den Rasenplatz. „Wir haben nichts gegen Hunde auf unserer Anlage“, betont Nowak. Nur habe er kein Verständnis für die Ignoranz einiger Tierhalter, wenn es um die Beseitigung der Ausscheidungen ihrer Vierbeiner gehe. Er fragt sich, warum die Haufen nicht mit einem Kotbeutel entfernt und im Müll entsorgt werden. „Schließlich steht hier eine Station mit einem Kotbeutel-Spender der Gemeinde, an dem man sich umsonst bedienen kann.“

Die Station scheint jedoch von vielen Hundebesitzern nicht angenommen zu werden. Die Grünstreifen rund um die Spielfelder des TSV sind von Hundehaufen in verschiedensten Größen gespickt. Auch Nowaks achtjährige Tochter Nele findet das ziemlich ekelig. „Man muss hier immer gucken, wo man hinläuft“, sagt das Mädchen. Eine Freundin habe es vor kurzem erwischt.

Problem ist der Verwaltung bekannt

Das Problem auf dem Wallenhorster Sportplatz ist der Gemeindeverwaltung bekannt. „Die Gefahrenabwehrsatzung besagt, dass Hunde auf Sportplätzen nur an der Leine geführt werden dürfen. Hundekot ist unverzüglich zu beseitigen. Verstöße hiergegen können als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro geahndet werden“, heißt es seitens der Gemeinde auf Anfrage unserer Redaktion. Wer einen Hundehalter beobachte, der sich nicht an diese Vorschriften halte, möge sich an das Ordnungsamt wenden, fordert die Verwaltung auf.

Soviel zur Theorie. Die Praxis sieht anders aus. Zwar weisen zwei Schilder am Platzeingang auf den von der Verwaltung geschilderten Sachverhalte hin. „Nur hält sich daran kaum jemand“, weiß Nowak. Zum Teil kämen in den Abendstunden Hundehalter mit dem Auto vorgefahren, ließen ihre Tiere aus dem Kofferraum springen. Diese verrichteten ihre Geschäfte auf dem Platz und würden dann zum Auto zurückgerufen. „So etwas ist echt unfassbar.“ Am meisten rege Nowak jedoch auf, dass er von einigen Hundehalten auch noch ausgelacht werde, wenn er sie bitte, den Hundekot vom Platz zu entfernen.

Keine Lösung in Sicht

Eine Lösung des Problems ist für ihn nicht in Sicht. „Wir haben vom Verein aus angeregt, den Sportplatz einzuzäunen“, erklärt er. Dies sei jedoch nicht möglich, habe die Verwaltung dem Verein mitgeteilt, weil öffentliche Wege über die Anlage laufen. Auch die Verwaltung könne nur an die Vernunft der Hundebesitzer appellieren. Hierzu werde jedem Hundehalter ein Informationszettel zur Hundehaltung vom Fachbereich Bürgerservice und Soziales ausgehändigt.

Zum Thema Hundekot ist Folgendes zu lesen: „In den öffentlichen Grün- und Sportanlagen dürfen Hunde nur angeleint mitgeführt werden, auf Kinderspielplätzen und Schulhöfen sind Tiere nicht erlaubt. Denken Sie daran, dass die Grünflächen kein Hundeklo sind. Hier wollen Kinder und Erwachsene spielen können, ohne mit den Hinterlassenschaften Ihres Hundes in Berührung zu kommen. Verunreinigungen der Anlagen, Straßen und Gehwege durch Hundekot sind zu entfernen. Die Gemeinde stellt kostenlos derzeit 17 Hundestationen mit Hygienetüten zur Verfügung. Hundekot ist Abfall und gehört in die Restmülltonne oder die aufgestellten Abfallbehälter. Bitte leisten Sie Ihren Beitrag zu einem positiven Bild der Hundehaltung durch ein rücksichtsvolles und vorbildliches Auftreten in der Öffentlichkeit.“

Aufsammeln eine Selbstverständlichkeit

Das ein solches Verhalten kein Hexenwerk ist, zeigt Jana Remme. Sie lebt mit ihrem dreijährigen Hund Amilo in Wallenhorst und ist täglich mit dem Tier in der Gemeinde unterwegs. „Ich gehe immer auf unterschiedlichen Wegen“, erklärt die junge Frau. Dabei sei es für sie selbstverständlich, ausreichend Kotbeutel zum Aufsammeln der Ausscheidungen ihres Hundes bei sich zu haben. „Ich lasse nirgendwo einen Haufen liegen“, betont sie. Das sei für sie ganz selbstverständlich. „Wenn doch nur mehr Hundebesitzer im Zentrum so denken würden, wäre uns schon geholfen“, so Nowak.


In Wallenhorst sind derzeit 1336 Hunde gemeldet. In 2017 betrug die Hundesteuer circa 114000 Euro. Die Steuer wird im Rahmen der Gesamtdeckung des Haushaltes verwendet, erklärt die Verwaltung auf Anfrage unserer Redaktion.