Schöpfung, Leiden und Auferstehung Mehr als 500 Zuschauer verfolgen das Wallenhorster Passionsspiel

Von Monika Vollmer

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Wallenhorst. Das diesjährige Passionsspiel „Licht der Welt“ des CJC Malgarten lockte an drei Spieltagen mehr als 500 Besucher in die Wallenhorster Gymnastikhalle. Den Zuschauern bot sich ein dreistündiges Programm, das von Schöpfung und Sündenfall, den Leiden und der lichtreichen Auferstehung Jesu erzählte.

Wallenhorst. Um das Osterfest haben sich auf der ganzen Welt verschiedene Bräuche entwickelt, unter anderem auch das Passionsspiel. In einer mehrstündigen Aufführung wird unter Mitwirkung zahlreicher Akteure die Passion, das Leiden und Sterben Jesu, aufgeführt. In Wallenhorst konnten dieses Jahr über 500 Zuschauer ein solches Spiel miterleben, das es in Deutschland nur noch selten zu sehen gibt.

Bereits 1974 hat die Passionsspielgemeinschaft im Osnabrücker Land, der Verein CJC Malgarten, diese Tradition aufleben lassen, und es gilt bis heute, die Gepflogenheit zeitgemäß fortzusetzen. Dieser Aufgabe gerecht zu werden stellt für das Team eine Herausforderung dar, gleichwohl wird die Zahl der Mitwirkenden Jahr für Jahr größer.

14 Tage Stress

Pfarrer Anton Behrens beaufsichtigte in der Aufführung „Licht der Welt“ knapp 180 ehrenamtliche Mitwirkende: 110 Laiendarsteller, Chöre, Techniker, sowie freiwillige Helfer vor und hinter der Bühne. „Die letzten 14 Tage waren wahnsinniger Stress“, so der Pfarrer vor der letzten Aufführung am Karsamstag. „Aber es schmiedet zusammen, und am Ende ist es ein schönes Erfolgserlebnis, wenn man sieht, wie die Botschaft in den Herzen der Zuschauer aufgenommen wird“, ergänzt er. Die größte Schwierigkeit ist, dem Spiel einen zeitgemäßen, aber religiös fundierten Rahmen zu geben. Gerade beim inhaltlichen Aspekt stellt sich die Frage, wie modern oder traditionsgebunden, wie dramaturgisch frei die Darstellungsform sein darf, damit sie den Zuschauern gefällt. Anders als gewohnt zeigte die diesjährige Fassung „Licht der Welt“ nicht nur das Leiden und Sterben Jesu, sondern startete mit Schöpfung und Sündenfall.

„Wir legten wieder Wert darauf, dass zentrale Vorgänge den wirklichen Originalen entsprechen“, berichtet Behrens. „Lediglich in der Musik und den Höllenszenarien übernahmen wir moderne Elemente.“ Das Spiel griff mit der Verführung durch den Teufel und der Darstellung von „Himmel und Hölle“ immer wieder den Kampf der bösen Mächte gegen das Gute im Menschen auf. Schlussendlich wurde jedoch der endgültige Sieg über das Böse mit der lichtgewaltigen Auferstehung Jesu dargestellt.

Beamer-Technik

Moderne Beamer-Technik projizierte lebhafte Bilder auf die Bühne. Unterstützt wurde das Ganze durch stimmungsreiches Lichtdesign. Mit leidenschaftlichem Engagement sorgten die Laienschauspieler für einen bleibenden Eindruck bei den Zuschauern, welche sich mit anhaltendem Applaus beeindruckt von der Leistung aller Darsteller zeigten.

Mitspielen darf beim Verein CJC jeder, der Interesse hat. Die Altersstruktur reicht von drei bis 74 Jahren. Lediglich die zentralen Rollen Jesu, Pontius Pilatus’, des Hohenpriesters Kajaphas sowie Marias sind seit Jahren gesetzt. Bereits kurz nach Ostern starten die Vorbereitungen und das Casting für die Spielsaison 2019.


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