Berufungsverfahren vor dem Landgericht Hat Wallenhorster mit „alten“ Drogen gedealt?

Von Horst Troiza

Vor dem Landgericht Osnabrück hat das Berufungsverfahren gegen einen 24-Jährigen aus Wallenhorst begonnen.  Symbolfoto: Michael GründelVor dem Landgericht Osnabrück hat das Berufungsverfahren gegen einen 24-Jährigen aus Wallenhorst begonnen. Symbolfoto: Michael Gründel

Wallenhorst/Osnabrück. Bei der Wohnungsdurchsuchung sind bei einem 24-jährigen Wallenhorster im vergangenen Jahr Marihuana, Amphetamin und Bargeld aufgefunden worden. Das Amtsgericht Osnabrück hatte ihn deshalb unter Einbeziehung einer weiteren Verurteilung wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Vor dem Landgericht hat jetzt die Berufungsverhandlung begonnen.

Der Durchsuchung vorausgegangen war eine Fahrzeugkontrolle auf der Hansastraße in Wallenhorst. Als die Polizeistreife dem Fahrer Haltesignale gegeben hatte, hatte dieser einige Gegenstände aus dem Beifahrerfenster geworfen, die sich nach Auffinden als Klemmtütchen mit kleinen Mengen Marihuana als Inhalt entpuppt hatten, insgesamt etwa 34 Gramm. Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung in Hollage waren die Beamten auf weitere 360 Gramm der Weichdroge, 143 Gramm Amphetamin sowie 3600 Euro Bargeld gestoßen, dazu auf eine Feinwaage und Klemmtütchen.

Das Amtsgericht verurteilte den Angeklagten im November unter Einbeziehung einer früheren Verurteilung aus dem Jahr 2016 wegen Betäubungsmittelvergehens zu 30 Monaten Gefängnis. Dagegen hat er Berufung eingelegt. Den Besitz der Drogen bestreitet er nicht, macht jedoch geltend, das Marihuana bereits zu jener Zeit besessen zu haben, als er 2016 verurteilt worden war. „Auch damals war meine Wohnung von der Polizei durchsucht worden, die Beamten hatten nur einen Teil gefunden“, so seine Erklärung. Träfe dies zu, könnte er im neuerlichen Verfahren zumindest nicht mehr wegen des Erwerbs verurteilt werden – das ist schon in der früheren Verhandlung geschehen. Juristisch wird er Erwerb und der Besitz als eine Handlung gesehen.

Die Berufungskammer kann nun das Landeskriminalamt ersuchen, einen chemischen Vergleich zwischen den im vergangenen Jahr aufgefundenen Drogen und jenen anzustellen, die zum ersten Verfahren geführt haben. „Dazu muss aber noch Substanz vom damals untersuchten Material vorhanden sein“, gab sich der Staatsanwalt skeptisch.

Weitere Zeugen

Zeit, dieses herauszufinden, wird noch genügend sein. Denn nach gut zweistündiger Verhandlung wurde das Verfahren vertagt. Die Berufungskammer sah es als unumgänglich an, weitere Zeugen zu einem Folgetermin zu laden. Die bisher gehörten Zeugen haben unterschiedliche Angaben zur Person desjenigen gemacht, der ihnen Drogen verkauft hat. Während ein junger Mann den Angeklagten als diesen identifizierte und beschrieb, er habe immer eine Box mit fertig abgepackten Tütchen in seinem Fahrzeug gehabt, bestritt ein anderer, ihn je gesehen zu haben.

Das Verfahren wird fortgesetzt.