Mehrgenerationenpark kommt Wallenhorst macht vier Spielplätze dicht – eines Tages

Von Constantin Binder


Wallenhorst. Nach zähen Diskussionen in mehreren Gremien hat der Wallenhorster Rat beschlossen, vier wenig genutzte Spielplätze zu schließen – allerdings erst, wenn eine „angemessene Nachnutzung“ umsetzbar ist. Bereits jetzt sollen die Planungen für einen Mehrgenerationenpark beginnen.

Vor einem Dreivierteljahr stellte die Verwaltung ihr Spielplatzkonzept erstmals vor, nun hat der Rat die Umsetzung in die Wege geleitet. Dabei legte er vier Spielplätze fest, die zurückgebaut werden sollen, weil sie zu wenig genutzt werden; ein weiterer Spielplatz ist bereits geschlossen. Zugleich beauftragte das Gremium die Verwaltung, den Verkauf und die mögliche Bebauung der Spielplatzgrundstücke „zu prüfen und einzuleiten“. Der eigentliche Rückbau soll – anders als ursprünglich von der Verwaltung vorgesehen –allerdings erst erfolgen, wenn eine Bebauung unmittelbar bevorsteht. Betroffen sind demnach folgende Spielplätze:

  • Feuerbachstraße (Ortsteil Rulle)
  • Osnabrücker Straße (Ortsteil Lechtingen)
  • Klosterstraße (Ortsteil Rulle)
  • Fiesteler Straße (Ortsteil Hollage)
  • Xaver-Lütz-Straße (Ortsteil Wallenhorst, bereits geschlossen)

Außerdem beschloss der Rat, an der Hofstelle Duling den ersten Mehrgenerationenpark der Gemeinde einzurichten. Auch in diesem Punkt setzte die Politik sich gegen die Verwaltung durch: Diese hatte zunächst vorgeschlagen, den Mehrgenerationenpark erst anzugehen, wenn erste Einnahmen aus dem Verkauf der Spielplatzgrundstücke erzielt wurden. In der nun verabschiedeten Beschlussfassung heißt es nun: „Der Umsetzungsprozess für den Mehrgenerationenpark ist umgehend einzuleiten, sodass die Nutzung gleichzeitig zur Schließung der Spielplätze möglich ist.“

Beschluss im Januar vertagt

Die ursprüngliche Vorlage hatte der Bauausschuss im Dezember einstimmig abgelehnt, weil Spielplatzschließung, Grundstücksverkauf und Mehrgenerationenplatz als Paket beschlossen werden sollten. Im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss hatte die SPD/FDP-Gruppe dann die nun verabschiedete, abgewandelte Beschlussfassung vorgeschlagen, die bei sechs Jastimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung angenommen wurde. Doch als der Rat Ende Januar abstimmen sollte, kamen neue Fragen auf – und eine Debatte darüber, ob sich nicht auch der Schulausschuss noch mit dem Spielplatzkonzept befassen müsse. Das lehnte der Rat zwar mehrheitlich ab, vertagte schließlich aber die eigentliche Entscheidung.

Gegensätze treten erneut zutage

Und die fiel dem Gremium auch im zweiten Anlauf nicht leicht, denn trotz des SPD/FDP-Vorstoßes blieben die Fraktionen in grundlegenden Fragen unterschiedlicher Meinung. Die CDU erneuerte in der Sitzung am Donnerstag ihre grundsätzliche Kritik am Verkauf der Flächen. Akzeptabel sei allenfalls eine „Inruhestellung“ wenig genutzter Spielplätze, um Betriebskosten zu sparen – die Gemeinde müsse aber im Besitz der Flächen verbleiben, um dort bei Bedarf erneut Spielplätze errichten zu können. Noch klarer positionierte sich die die WWG gegen den Verkauf und die Bebauung der Grundstücke, während der UWG die Planungen für den Mehrgenerationenpark in der Beschlussvorlage nicht weit genug gingen.

Mehrgenerationenpark als „gute Alternative“

SPD/FDP-Gruppe und CDW hingegen sprachen sich deutlich für das Konzept aus, weil die Schließung einiger weniger Spielplätze die Aufwertung anderer Spielplätze ermögliche und mit dem Mehrgenerationenpark zugleich eine gute Alternative entstehe. Dem schlossen sich in der Abstimmung auch Dagmar Wellmann (Grüne) und Bürgermeister Otto Steinkamp (parteilos) an, sodass die Vorlage schließlich mit 19 Ja- und 13-Gegenstimmen bei einer Enthaltung (Arnulf Nüßlein, Grüne) beschlossen wurde.


Spielplatzkonzept der Gemeinde Wallenhorst

Für das Spielplatzkonzept hatte die Verwaltung bereits im Jahr 2015 alle 58 Spielplätze der Gemeinde untersucht und anhand eines Punktekatalogs bewertet. Zudem verteilte sie an allen sieben Schulen der Gemeinde Fragebögen für Erst- bis Achtklässler, um etwa zu ermitteln, welche Spielplätze besonders häufig genutzt werden und welche Geräte besonders beliebt sind. Anhand dieser Daten ermittelte die Verwaltung sieben Spielplätze, die wenig genutzt würden und deshalb kurzfristig geschlossen werden könnten – neben den vier genannten sind das Am Heerweg (Wallenhorst), Anette-Kolb-Straße (Lechtingen) und In den Dillen (Hollage). Fünf weitere Spielplätze könnten dem Konzept zufolge mittel- oder langfristig aufgegeben werden: Portkamp (Wallenhorst), Leyer Straße (Lechtingen), Elsterweg und Liebigstraße (Hollage) sowie Wilhelm-Röntgen-Straße I (Rulle). Über die Zukunft dieser insgesamt acht Spielplätze hat der Rat bislang nicht entschieden.

Lesen Sie hier das Spielplatzkonzept als PDF-Datei.