Naturskulptur an den Helmichsteinen Fleißige Hände kreieren den „Ruller Gugelhupf“

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Wallenhorst. Was am Samstagmorgen um 9 Uhr noch wie ein Haufen aus Weidenästen aussah, wurde von kreativen Köpfen und fleißigen Händen bis zum Mittag in ein Nest aus Naturmaterialien mit einem Durchmesser von zirka fünf Metern verwandelt. Dieses riesige Weidennest neben den Helmichsteinen in Rulle wird den Frühling und Sommer über blühen und grünen, bevor es im September beim dritten Theaterfestival des Ruller Hauses seinen großen Auftritt hat.

Mit Gartenhandschuhen, Astscheren und Erdbohrern werkelten Mitglieder des Ruller Hauses, deren Familien und Freunde, sowie eine Gruppe aus Afghanistan Geflüchteter voller Elan an diesem ersten, so richtig frühlingshaften Vormittag. Dickere Äste wurden in 80 Zentimeter tiefe Löcher in den Boden gesteckt, dünnere Zweige wild drumherum gestapelt und geflochten. „Am Ende soll die Landschaftsskulptur einen dynamischen Charakter haben“, erklärte Claudia Schliemer, Landschaftsarchitektin und Dozentin an der Hochschule Osnabrück.

Natur-Skulptur

Neben ihr arbeitete Georg Krumme, Gärtner bei der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück, die die Werkzeuge für die Aktion zur Verfügung gestellt hatte. Obwohl die Natur-Skulptur eigentlich erst im September gebraucht wird, muss sie bereits jetzt erstellt werden, da die eingesetzten Weidenäste nur außerhalb der Vegetationsperiode vom Baum geschnitten werden dürfen. Im Januar hatte die AG Naturschutzjugend der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz im Tecklenburger Land, kurz ANTL, an der Ruller Flut zahlreiche Kopfweiden im Sinne des Naturschutzes und Kulturguterhalts beschnitten. Die herabgefallenen Äste, die bis dato noch am Fließgewässer lagen, dort natürlich feucht gehalten wurden und somit für das „Verbauen und Verflechten“ ideal waren, konnten nun im Einvernehmen mit der Gemeinde Wallenhorst für die Aktion genutzt werden.

Spielraum für Interpretation

„Wir nennen die Skulptur Ruller Gugelhupf“, sagte Elisabeth Lumme, Geschäftsführerin des Ruller Haus. Aber egal ob nun Nest oder Gugelhupf – Kunst soll schließlich Spielraum für Interpretation lassen – eines ist klar: Die Landschaftsskulptur wird Ziel des Theatertrecks beim Theaterfestival des Ruller Hauses vom 14. bis 16. September. Gab es bei den vorherigen Festivals fünf Bühnen, die dezentral im Dorf bespielt und von den Zuschauern nacheinander aufgesucht werden konnten, soll das Konzept in diesem Jahr ein anderes sein.

„Rulle vorwärts“

„Wir möchten das Publikum mitnehmen auf eine überraschende Theaterreise durch den Ort“, verrieten Katrin Orth und Ralf Siebenand vom Osnabrücker Musiktheater Lupe. Der ziehende Treck aus Gästen, Schauspielern und Akteuren aus Rulle, soll dabei ein rund zwei Meter großes „kugelförmiges Kunstobjekt“ in das Ziel, das Nest, den Ruller Gugelhupf, befördern. „Rulle vorwärts“ haben die Künstler das anstehende Theaterprojekt betitelt.

Vorfreude auf das Theaterfestival

„Der Gugelhupf ist nun fast fertig, aber was ist mit dem runden Objekt, dass durch den Ort rollen soll?“, fragte einer der freiwilligen Helfer am Samstagmittag in die Runde, die in der Sonne die wohlverdiente Kaffeepause am Picknicktisch einlegte. „Die Kugel wird von einem Künstlerteam rund um den Osnabrücker David Rauer zusammen mit Bewohnern der Ruller Jugendhilfeeinrichtung Solveigs Hof kreiert“, berichtete Elisabeth Lumme. Dann werden die Kaffeebecher abgestellt, um noch letzte Ausbesserungen an der Skulptur vorzunehmen. Alle Helfer haben Ehrgeiz entwickelt und eine große Vorfreude auf das Theaterfestival, alle packten erneut mit an, nur Golden Retriever Leo blieb gemütlich am Picknickplatz liegen und beobachtet das Geschehen aus der Ferne.


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