Ökumenisches Bühnenstück Kindermusical in Hollage erzählt von Luthers Leben

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Wallenhorst. Das Kindermusical „Luther macht Schule“ gleicht einer Zeitreise ins ausgehende Mittelalter. Am Wochenende wurde das Stück zweimal in Hollage aufgeführt. 70 Darsteller zwischen fünf und zwölf Jahren zeichneten darin das Leben des Mannes nach, dessen Ideen vor 500 Jahren zur Reformation führten.

Beide Aufführungen standen ganz im Zeichen der Ökumene: Eine fand am Samstagabend in der evangelischen Andreaskirche statt, die andere am Sonntagnachmittag in der katholischen Kirche St. Josef.

Großes Ensemble

Inszeniert wurde das Musical von Maria Hartelt, Kirchenmusikerin in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Wallenhorst. In ihren Chören singen auch evangelische Kinder. „Ich wollte, dass die Kinder nach dem Reformationsjubiläum die Wurzeln unserer Religion kennenlernen.“ Diakon Udo Ferle und Karin Keller von der evangelischen Andreasgemeinde kümmerten sich gemeinsam mit Hartelt um Text, Musik und Logistik.

Bei „Luther macht Schule“ machte es auch die Masse. Das 70-köpfige Ensemble besteht aus einem ökumenischen Projektkinderchor, den Music Kids und dem Schulchor der Erich-Kästner-Schule Hollage.

Meilensteine der Reformation

Acht Szenen warfen Schlaglichter auf das Leben Luthers. Die Kostüme waren der Zeit nachempfunden, aber die Sprache ist von heute, ebenso die Musik. Das Gewitter, das Luther in Todesangst zu seinem Schwur „Ich werde Mönch“ veranlasste, kam als Rap daher –und das ziemlich eingängig. Die schwungvollen Lieder nahmen die Jungen und Mädchen mit in die Gedankenwelt des späten Mittelalters, sie erklärten, worum es Martin Luther und seinen Freunden ging und wie sie die Welt veränderten. Zwischen den Liedern brachten 25 Schauspieler und zwei Erzähler die Handlung voran.

Es ging Schlag auf Schlag. Das Publikum erlebte Luther ins Kloster. Es hörte Tetzel sagen: „Ablass ist eine gute Sache, mit der ich richtig Kohle mache.“ Und natürlich verbreitete Luther auch seine 95 Thesen, für die er sich vor dem Reichstag in Worms verantworten musste („Hier stehe ich, ich kann nicht anders“).

Rock’n’Roll und Playmobil

Mithilfe seiner Freunde gelangte er auf die Wartburg und übersetzte die Bibel in verständliches Deutsch. Die Melodie dazu ist bekannt. „Ein Freund bleibt auch dein Freund, wenn man dich exkommuniziert.“ Schließlich komponierte Luther Klassiker der Kirchenmusik, darunter „Ein feste Burg ist unser Gott“. Doch auch da entfernte sich das Musical nicht von der Lebenswelt seiner Zielgruppe. Zum Abschluss gab es einen „Reformations-Rock’n’Roll“ – und als Dank für alle 70 Sänger und Schauspieler je eine Luther-Figur von Playmobil.


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