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220 Mitglieder UNESCO zeichnet Gemeinschaftshof Pente aus

<em>UNESCO-Auszeichnung</em> für den CSA-Hof in Pente: das Team des Gemeinschaftshofs Pente um Tobias Hartkemeyer (Bildmitte mit Hut). Foto: Hendrik SteinkuhlUNESCO-Auszeichnung für den CSA-Hof in Pente: das Team des Gemeinschaftshofs Pente um Tobias Hartkemeyer (Bildmitte mit Hut). Foto: Hendrik Steinkuhl

Bramsche/Wallenhorst. Große Ehre für den Landwirt Tobias Hartkemeyer: Die deutsche UNESCO-Kommission hat seinen Hof Pente als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Zweieinhalb Jahre nach seiner Gründung erfährt der Gemeinschaftshof ein enormes öffentliches Interesse.

Penter Ortsrat, Reisegruppe aus Wladiwostok, Indianer aus Peru: Zurzeit kann sich der Hof Pente vor lokalen und internationalen Besuchern kaum retten. Vor allem die peruanischen Kartoffelbauern, die als Gäste der Universität in Osnabrück waren, zeigten sich überrascht. „Die haben gar nicht damit gerechnet, dass es hier so etwas wie unseren Hof gibt“, sagt Tobias Hartkemeyer.

Seit 2011 leitet er gemeinsam mit einem Team aus Familienmitgliedern, Lehrlingen und Freiwilligen den CSA-Hof Pente. CSA steht für „Community Supported Agriculture“, auf Deutsch spricht man von gemeinschaftsgetragener Landbaukultur. Das Konzept: Gegen einen festen Monatsbeitrag versorgt der Hof seine Mitglieder bedarfsdeckend mit Gemüse, Obst, Eiern, Honig, Brot und Fleisch. Die Mitglieder des Projekts sollen dabei nicht bloße Konsumenten sein, sie werden mit ihren Wünschen einbezogen.

Der Hof Pente ist allerdings mehr als ein bloßer Versorger, Tobias Hartkemeyer begreift ihn außerdem als Lernstandort. Seit vergangenem Jahr gehört deshalb auch ein Kinderbauernhof zum Projekt. Wochentags kommen zurzeit neun Kinder auf den Hof und werden hier nicht nur betreut; sie beteiligen sich am Leben auf dem Hof und sammeln zum Beispiel Eier aus den Hühnernestern. „Die Kinder wachsen in diesem besonderen Umfeld auf und erleben das Gefühl: Mensch, ich schaffe mit an der Welt!“, sagt Hartkemeyer. Nicht nur für die Kinder, auch für Besuchergruppen, Lehrlinge, Gesellen, Praktikanten und für die Mitglieder der CSA-Gemeinschaft ist der Hof Pente damit laut Hartkemeyer ein „Lebens-Lernort“.

Für diesen Ansatz bekam der Hof nun die Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Hintergrund: Die Vereinten Nationen (UN) rufen eine Dekade aus, wenn sie ein weltweit bedeutsames Thema als besonders wichtig einschätzen, bisher aber noch nicht genug dafür getan wurde. Die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist für die UN ein solches Thema. Die Juroren begründen die Auszeichnung für den Hof Pente so: „Der CSA-Hof Pente zeigt eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann. Das Votum der Jury würdigt das Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln.“

Hartkemeyer und sein Team sehen den Preis als tollen Lohn für ihre Arbeit. Noch wichtiger ist Hartkemeyer aber das Lob, das er von den Mitgliedern seines Gemeinschaftshofes erfährt. Vor Kurzem trafen sich die Teilnehmer zur Jahresversammlung – und noch immer ist Hartkemeyer tief beeindruckt von dem, was er dort gehört hat. „Viele haben gesagt, sie seien total dankbar dafür, dass wir unseren Hof für die Öffentlichkeit öffnen und dass sie deshalb am Landleben teilhaben können.“ Eine Auswahl positiver Rückmeldungen findet sich auch im Buch „Nachrichten vom Hof“, das die gleichnamigen Mitglieder-Informationstexte sammelt und mit weiteren Informationen ergänzt. Das Buch kostet 14,90 Euro und ist im Handel erhältlich.

Wer Interesse hat, Mitglied zu werden, kann das tun. Zurzeit versorgt der Hof Pente 220 Mitglieder – 20 neue können ab dem ersten Juli aufgenommen werden. Für Interessierte findet am 23. Juni um 16 Uhr eine Informationsveranstaltung statt. Weitere Details gibt es im Internet unter www.hofpente.de .


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