Verein „Bürgerradweg Hollage-Halen“ Wallenhorst und Kreis Steinfurt steigen in Radweg-Planung ein

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Rund 30 Radelfreunde nahmen an der ersten Mitgliederversammlung des Vereins „Bürger-Radweg Hollage-Halen“ nach der Gründung vor einem Jahr teil. Foto: Christina HalbachRund 30 Radelfreunde nahmen an der ersten Mitgliederversammlung des Vereins „Bürger-Radweg Hollage-Halen“ nach der Gründung vor einem Jahr teil. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Ein vor allem in puncto Öffentlichkeitsarbeit reges Jahr liegt hinter den Aktiven des Vereins „Bürgerradweg Hollage-Halen“. Im Heimathaus Hollager Hof fand jetzt die erste Mitgliederversammlung seit der Neugründung im März 2017 statt. Positive Signale sendeten die Rathausvertreter aus Wallenhorst und Lotte.

„Noch nie waren die Chancen so günstig wie jetzt“, stellte Rüdiger Mittmann, Allgemeiner Vertreter des Wallenhorster Bürgermeisters Otto Steinkamp, in seinem Bericht zum aktuellen Stand in Sachen Realisierung eines Radwegs zwischen dem niedersächsischen Wallenhorster Ortsteil Hollage mit dem Lotter Ortsteil Halen in NRW fest. Entsprechende positive Signale seien bereits im Mai 2016  von einem Gespräch zwischen Vertretern der Gemeinde Wallenhorst und des  Landkreises mit dem damaligen niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies ausgegangen. Diese Gelegenheit will die Gemeinde nutzen und treibt in Abstimmung mit der Kreisverwaltung Steinfurt sowie der Gemeinde Lotte die Planung des Radweges voran. Damit sei zwar kein Vorrang verbunden, die Chancen für eine Realisierung würden jedoch verbessert, hieß es in Hannover.

Der Wallenhorster Bauausschuss hat daher in seiner jüngsten Sitzung dem Abschluss einer Planungsvereinbarung zwischen der Gemeinde und dem Land Niedersachsen zugestimmt (siehe nebenstehenden Text). Außerdem gab das Gremium seinen Segen, stufenweise ein Ingenieurbüro mit den ersten Planungsschritten zu beauftragen. Dafür stehen im aktuellen Haushalt 100000 Euro zur Verfügung.

Probleme mit der Bahn?

Rainer Lammers, Bürgermeister der Gemeinde Lotte, hatte ebenfalls positive Nachrichten von der Kreisverwaltung Steinfurt mitgebracht. Dort sei mit der Bestandsvermessung des Geländes und  Vorplanung begonnen worden. Mit eher gekrauster Stirn blickt der Lotter Bürgermeister jedoch auf einen weiteren Mitspieler: die Deutsche Bahn (DB). Damit Radfahrer den Bahnübergang an der Ortseinfahrt Halen gefahrlos passieren können, muss das Verkehrsunternehmen dort eine Halbschranke einrichten. Laut  DB-Mittteilung soll mit den Planungen jedoch erst im Herbst 2019 begonnen werden. In der Mittelfinanzplanung sei das Projekt erst 2023 vorgesehen. „Es zieht sich“, stellte Lammers fest und sicherte zu, über die politische Schiene Druck aufbauen zu wollen.

Den ersten Vereinsvorsitzenden Dirk Havermeyer kann das nicht aus der Ruhe bringen. Ein Gespräch mit dem NRW-Bahnchef Werner Lübberink im April 2017 habe ergeben, dass es schwierigere Bahnübergänge gebe und der Einbau leicht umzusetzen sei. „Wir hoffen, dass es schneller geht“, sagte Havermeyer.

Der Termin mit dem DB-Verantwortlichen ist Teil einer breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit: Für seinen Kollegen aus Wallenhorst, den zweiten Vorsitzenden Volker Holtmeyer, ein ganz wichtiger Baustein: „Es ist zwar was passiert, aber wir müssen den Druck erhöhen, damit alle im Ball bleiben.“ Zehn flatternde Banner an der L 109 mit Slogans wie „Radwege verbinden Menschen“, die Teilnahme am Stadtradeln und der kommunalpolitischen Radtour in Wallenhorst oder die Produktion von Luftballons und Kugelschreibern sind nur einige Beispiele aus dem Werbeprogramm für die Radwegeverbindung zwischen Hollage und Halen.

Blickt man auf die Mitgliederzahlen, hat sich der Einsatz bereits gelohnt: 176  Radelfreunde zähle der Verein jetzt: Davon seien 70 nach der Neugründung vor einem Jahr hinzugekommen, berichtete Kassenwart Lutz Noack: 46 der Neuzugänge stammten aus Hollage, der Rest aus Halen.

Seit vielen Jahren setzt sich der Verein „Bürgerradweg Wesen-Halen-Büren“ für die Radwegestruktur in Drei-Gemeinden-Dreieck hinter der Landesgrenze ein. Seit März 2017 arbeitet der Verein länderübergreifend mit neuem Namen und Ziel und engagiert sich damit wohl deutschlandweit einmalig für einen Radweg, der zwei Bundesländer miteinander verbindet.


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