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Eigenständig leben lernen Neuer HHO-Nachbarschaftstreff in Rulle

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Im Nachbarschaftstreffpunkt Rulle wird gekocht, geklönt und gespielt. Leiterin Anke Lüers (vorn links) gibt nebenbei Tipps zur eigenständigen Lebensführung. Foto: HHOIm Nachbarschaftstreffpunkt Rulle wird gekocht, geklönt und gespielt. Leiterin Anke Lüers (vorn links) gibt nebenbei Tipps zur eigenständigen Lebensführung. Foto: HHO

Wallenhorst. Nach und nach füllt sich das geräumige Wohnzimmer im Haus an der Dürerstraße in Rulle. Gut zwanzig Menschen mit und ohne Behinderung reden über Gott und die Welt, es wird gezockt, gebacken, geklönt, neue Kontakte ergeben sich wie von selbst. Die Stimmung ist gut und der Treff ein Schritt in ein eigenständiges Leben. So sieht das auch die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück, die den Treffpunkt Arbeit der HHO mit insgesamt 5846,88 Euro fördert.

Das Haus an der Dürerstraße ist der fünfte Nachbarschaftstreff der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück, wie diese in einer Pressemitteilung berichtet. „Die Nachbarschaftstreffpunkte bieten viele Chancen, deshalb ist die Stimmung auch immer hervorragend“, versichert Anke Lüers, Leiterin der Ambulanten Assistenz in Rulle. Für die HHO sind die Nachbarschaftstreffpunkte in Osnabrück, Bad Rothenfelde, Bohmte, Melle und jetzt in Rulle ein wichtiger Knoten im Netzwerk der ambulanten Unterstützung für Menschen mit Behinderung, die in ihren eigenen Wohnungen leben. Durch Mitarbeiter und Ehrenamtliche erhalten sie individuelle Hilfe für das eigenständige Leben. Kontakte ergeben sich in den Treffs schnell, und die Wege zur Beratung sind kurz.

Im Haus befinden sich das Büro der Ambulanten Assistenz und damit an jedem Tag Ansprechpartner. Während der Treffs werden Alltagsfähigkeiten wie Kochen, der Umgang mit dem Geld oder Haushaltsführung im geselligen Miteinander trainiert.

Das Haus in Rulle wurde so umgebaut, dass im Obergeschoss eine Wohngemeinschaft mit drei Menschen einziehen konnte. So ging für die 51-jährige Bärbel Düvelmeyer in diesem Haus ein Traum in Erfüllung. Vom Wohnheim Krebsburg zog sie hierher in ihre erste eigene Wohnung.

Mittwochs ist das Haus voll, dann ist der Treffpunkt geöffnet. Rund 20 Gäste sitzen im großen Wohnzimmer, die Geräuschkulisse ist beträchtlich, man kennt sich und lacht viel miteinander. Die Nachbarschaftsgäste kommen mit Fahrrad oder dem Bus aus Osnabrück, wie Joachim Klevorn, der als der beste Witzeerzähler des Treffs gilt und entsprechend begrüßt wird. Andere Gäste werden von HHO-Betreuern hierher gefahren.

Die Einrichtungen der Nachbarschaftstreffpunkte kosten Geld. Geld, das außerhalb der Sozialleistungen liegt. „Aktion Mensch“ leistete die Anschubfinanzierung. Unterstützung erhielt die HHO auch von der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS). Beim ÖPNV-Tag der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück im September des vergangenen Jahres fuhren die Busse kostenlos, und die Fahrgäste spendeten ihren Fahrschein für die gute Sache. Mehr als 5800 Euro stellte die VOS für die Nachbarschaftstreffpunkte in Bad Rothenfelde, Melle, Rulle und Sutthausen zur Verfügung. Für Rulle wurde in Möbel investiert.


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