TV-Moderator auf Tour Reinhold Beckmann überzeugt als Musiker in Wallenhorst

Von Christoph Beyer

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cby Wallenhorst. Dass Reinhold Beckmann nicht nur ein begnadeter Kommunikator, sondern auch ein hervorragender Musiker ist, stellte er bei seinem Konzert in Wallenhorst unter Beweis. Gemeinsam mit seiner Band bot der TV-Moderator am Samstagabend vielseitige Klänge, poetische Texte und ganz viel Gefühl.

„Hallo Hollage, Lechtingen und Rulle“ hallte es gleich zu Beginn durch die Sporthalle. Reinhold Beckmann zeigte sich bei seiner Begrüßung bestens mit den lokalen Gegebenheiten vertraut. In charmantem Plauderton suchte er Tuchfühlung zum Publikum und präsentierte sich von jener Seite, welche den meisten Anwesenden besonders vertraut sein dürfte: einfühlsam, neugierig und nie um eine Anekdote verlegen.

„Freispiel“ lautet der Titel seiner neuen CD, die am kommenden Freitag erscheint und von der es an diesem Abend mehrere Stücke zu hören gab. Etwa das ruhige „Für den Moment für alle Zeiten“, mit dem die Band den Auftakt bestritt. . Das Konzert bildete den Auftakt zum diesjährigen „Tag des Anstoßes“ in Wallenhorst. Sanft hauchte Beckmann ins Mikro, harmonisch und warm klang seine Stimme, während er parallel die Akustikgitarre bearbeitete. Der Song packte, der Sound geriet dicht und stimmig, und Beckmann wirkte, als habe er zeit seines Lebens nichts anderes gemacht, als mit umgeschnallter Gitarre auf der Bühne zu stehen. Ganz falsch ist das nicht, denn seit seiner Schulzeit in seinem Heimatort Twistringen spielte der TV-Moderator und Fußballkommentatorin mehreren Bands. Doch erst seit 2011 tritt er mit seinen musikalischen Fähigkeiten stärker ins Rampenlicht.

Es waren durchweg lyrische Zeilen, die Beckmann vortrug, mal humorig, mal melancholisch, immer authentisch. „Die Menschen sind verrückt, die Zeiten sind absurd“ heißt es etwa in dem Song „Die Zeiten sind obskur“, während die Band mit ihrem Spiel zur klanglichen Höchstform auflief. Zwischendurch betätigt sich Beckmann als galanter Conférencier, der auch vor kritischen Statements nicht zurückschreckte, etwa als er auf Donald Trumps Politik zu sprechen kam und dabei auch einen Seitenhieb auf dessen Frisur nicht aussparte. Als musikalisches Kontrastprogramm konnten da so schöne Stücke wie das melancholische „Da war’n die Tage“ überzeugen. Gefühlvolle Harmonien, sanfte Melodienbögen und stimmungsvolle Texte bildeten dabei eine perfekte Melange. Beckmann zeigte sich in diesen Momenten von seiner ganz persönlichen Seite und schuf eine ebensolche Atmosphäre. Kongenial ergänzt wurde dies durch die Leistung der Bandkollegen, allen voran Gitarrist Johannes Wennrich, der wunderbare Sounds erklingen ließ. Aber auch Bassist Thomas Biller, Schlagzeuger Robin McMinn und Multiinstrumentalist Jan-Peter Klöpfel (Trompete, Flügelhorn, Keyboards) trugen das ihrige zu der intimen Konzertatmosphäre bei. „Während andere auf den Golfplatz gehen, mache ich einige Blues-Tabulaturen“, verriet Beckmann. Mit einem Augenzwinkern präsentierte die Band das Stück „Twistringen“ als Reminiszenz an Beckmanns Heimat samt der Anekdote über die angebliche erste Liebe des TV-Moderators, eine Fleischereifachverkäuferin namens Charlotte. Am Ende eines in jeder Hinsicht beflügelnden Konzertabends nahm Beckmann winkend Abschied vom singenden Publikum.


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