Aufhebung der Fußgängerzone gescheitert Keine Autos auf der Wallenhorster Rathausallee

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Die Fußgängerzone auf der Rathausallee bleibt. Ein UWG-Antrag zur Öffnung der Straße für Autos ist im Bauausschuss abgelehnt worden. Foto: BinderDie Fußgängerzone auf der Rathausallee bleibt. Ein UWG-Antrag zur Öffnung der Straße für Autos ist im Bauausschuss abgelehnt worden. Foto: Binder

Wallenhorst. Die Mehrheit im Ausschuss für Bauen, Planen, Straßen und Verkehr hält nichts vom Vorstoß der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), die Rathausallee, Leinengasse und Alte Hofstelle für den Pkw-Verkehr freizugeben.

Nach relativ kurzer Debatte wurde der Antrag abgelehnt. Die Aussichten, dass Verwaltungsausschuss oder Rat in ihren nächsten Sitzungen das anders sehen, liegen nahe null.

Begründet hatte die UWG-Fraktionsvorsitzende Marion Müssen den Antrag mit dem „absolut mangelhaften“ Zustand der Straßen. Weil ohnehin ab 2019 eine aufwendige Pflastersanierung für eine Million Euro anstehe, möge die Verwaltung doch bitte prüfen und die Kosten ermitteln, wenn die genannten Straßen befahrbar gemacht und Kurzzeit-Parkflächen vor den Geschäften eingerichtet würden. Die UWG verspricht sich davon eine Belebung des Einzelhandels, weniger Leerstände, weniger häufige Betreiberwechsel und insgesamt eine Bindung von mehr Kaufkraft im Zentrum.

In der Sitzung ergänzte Müssen, dass die Idee einer Fußgängerzone im Zentrum gescheitert sei. Auf der Großen Straße herrsche wesentlich mehr Fußgängerverkehr als auf der parallel verlaufenden Rathausallee. Charakteristisch für den „desolaten Zustand“ der Rathausallee seien der selten funktionierende und meistens vermüllte Wasserlauf oder die ungepflegten Blumenkübel voller Moos. Der Einzelhandel würde davon profitieren, wenn der Kunde mit dem Auto vorfahren und auch mal größere Gegenstände einladen könne. Über eine Einbahn-Regelung ließe sich reden, wenn die Straßenbreite wie etwa bei der Leinengasse nicht mehr hergebe.

Unterstützung bekam Müssen nur vom WWG-Vertreter Ludger Meyer: „Die Sache war vor 25 Jahren mal eine nette Idee und gut gemeint. Jetzt aber müssen wir uns das Scheitern des Projekts eingestehen. Da flaniert keiner, da gibt es keine Aufenthaltsqualität.“

Fachbereichsleiterin Claudia Broxtermann begründete, weshalb die Verwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen: Bebauungsgrenzen, Pflasteraufbau und die gesamte Straßenraummöblierung sind nicht auf Autoverkehr ausgerichtet. Wasserlauf, Brunnen, Abfangmauern, Baumscheiben, Treppenanlagen, die sogenannten „Kirmes-Hydranten“ und Abwasserschächte müssten entfernt oder unschön „abgepollert“ werden. Die jetzige Rathausallee und die Nebengassen müssten komplett „entkernt“ und völlig neu konzipiert werden. Ob die neuen Gehwege barrierefrei gestaltbar seien, hält die Verwaltung angesichts der vorhandenen Gebäude und Zugangsniveaus für sehr fraglich.

Dirk Hagen (CDW) plädierte dafür, das Konzept der Autofreiheit nicht zu verlassen. Er warnte vor einer Umwidmung auch mit dem Argument, dass diese „beklagbar“ sei: „Hinterher geht das hier so ab wie in Osnabrück auf dem Neumarkt, auf – zu – auf – zu ….“. Auch die Sprecher der anderen Fraktionen sprachen sich für eine Beibehaltung des jetzigen Status aus. Die teilweise fehlende Aufenthaltsqualität müsse durch andere Maßnahmen erreicht werden, nicht durch eine Entwidmung. Mit neun gegen zwei Stimmen folgte der Ausschuss dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, den UWG-Antrag abzulehnen.


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