Musical mit 90 Tänzerinnen „Die Eisköngin“ berührt und begeistert Publikum in Lechtingen

Von Christina Halbach


Wallenhorst. Die Tanzabteilung der Sportfreunde Lechtingen begeisterte mit ihrer Musicalvariante des Disney-Films „Frozen – Völlig unverfroren“ ihr Publikum: 650 Zuschauer ließen sich in einer ausverkauften Lechtinger Mehrzweckhalle in die Welt von Elsa, Anna und des Königreichs Arendelle entführen.

Wie es kaum anders sein kann, hat ein gemeinsames Eisessen im Sommer 2016 die beiden Organisatoren Silke Scheffler und Kristina Möller auf die Idee gebracht, nach dem Erfolg mit „Rebecca“ im November 2012 erneut ein Musical, diesmal aus der Welt des hohen Nordens, auf die Bühne zu bringen. Viele Monate, Besprechungen und Proben später war es dann soweit: 90 Tänzerinnen im Alter von vier bis 30 Jahren tanzten, spielten und sangen in einer bearbeiteten Playback-Fassung des beliebten Disney-Streifens. „Wir haben aus dem Film unser eigenes Tanzmusical kreiert, uns dafür der Filmsongs bedient und diese mit Dialogen aus dem Animationsfilm kombiniert“, erklärte Silke Scheffler im Vorfeld das Mammutprojekt. Ergänzt wird die Inszenierung außerdem mit verschiedenen Instrumentalstücken, die sie und Möller ausgewählt haben.

Sechs Tanzgruppen

Das Konzept ist wieder einmal aufgegangen: Stimmige Choreografien präsentiert durch die sechs Tanzgruppen Primavera, Lunetta Saltatrix, Pepper, Backtalk und Xenon, ausdrucksvolle Darsteller mit nahezu synchroner Playback-Technik sowie ein ausgefeiltes Lichtkonzept zogen das bunt gemischte Publikum von Anfang in ihren Bann.

Abenteuerliche Reise

Gerne folgten die Zuschauer vom Kindergartenkind bis ins hohe Alter der Geschichte um die Königstochter Anna, die sich – begleitet von dem Abenteurer Kristoff und und dem Schneemann Olaf – auf eine abenteuerliche Reise begibt, um ihre Schwester Elsa zu finden, deren eisige Kräfte das Königreich Arendelle im ewigen Winter gefangen halten. Luisa Borchert spielt die jüngere Prinzessin Anna mit entzückender mädchenhafter Anmut, Charlotte Möller hingegen gibt eine ernsthafte Elsa, die an ihrer Fähigkeit, Frost und Schnee zu erzeugen zu verzweifeln droht.

Sieben Stunden beim Friseur

Besonders beeindruckend: Ihre Frisur, die der Zeichentrick-Elsa frappierend ähnlich sieht und keinesfalls mit einem Haarteil aufgepeppt ist, wie Silke Scheffler offenbart: „Das sind tatsächlich ihre echten Haare“. Um die gewaltige Mischung aus Locken und Zopf zu erzeugen, war Einsatz gefragt: Sieben Stunden habe die junge Darstellerin vor der Vorstellung beim Friseur gesessen.

kräftiger Applaus

Besonders viel Spaß machte auch Marie Altrogge in der Rolle des naiven Schneemanns Olafs. Mit der Stimme von Hape Kerkeling an der Seite, überzeugte sie mit treffender Mimik und viel Bewegungstalent.

Das Publikum, darunter naturgemäß viele Eltern, Großeltern und Verwandte, spendete dem Ensemble kräftigen Applaus.

Mit erhöhter Schlagzahl trainiert

Bereits in der Pause zeigte sich Marco Günther vollauf begeistert. Seine Tochter Juna (7) tanzt in der Lunetta-Gruppe und saß in der Pause erschöpft, aber glücklich auf seinem Schoß. Für den großen Auftritt habe sie zunächst regelmäßig einmal die Woche, zum Schluss mit erhöhter Schlagzahl trainiert, berichtet sie begeistert. Der Aufwand habe sich gelohnt, findet ihr Vater: „Da steckt viel Liebe zum Detail drin und es kommen viele Emotionen rüber.“ Vor den Trainerinnen Scheffler und Möller könne er nur den Hut ziehen: „Dass sich Menschen mit so viel Herzblut über das normale Maß hinaus engagieren, ist wirklich bemerkenswert.“

Wer beim Kartenverkauf diesmal leer ausgegangen ist, hat noch eine Chance, muss jedoch noch ein wenig warten: Am 17. November, verspricht Silke Scheffler, soll „Die Eiskönigin“ noch einmal über die Bühne gehen.