„Wallenhorst kikeriki“ Schlüsselübergabe im Wallenhorster Rathaus beendet Narrenfreiheit

Die Blau-Weiße Garde aus Rulle übergibt Bürgermeister Otto Steinkamp den Rathausschlüssel. Foto: Julia SchächteleDie Blau-Weiße Garde aus Rulle übergibt Bürgermeister Otto Steinkamp den Rathausschlüssel. Foto: Julia Schächtele

schae Wallenhorst. Die fünfte Jahreszeit ist mit dem Veilchendienstag zu Ende gegangen: Zeit für die Karnevalsvereine aus Rulle und Hollage, dem Wallenhorster Bürgermeister die Schlüssel zurückzugeben und ein letztes Mal mit Sang und Klang zu feiern.

Pünktlich um 11.11 Uhr betritt Bürgermeister Otto Steinkamp, gekleidet mit FC-Köln-Schal, Sonnenbrille und Narrenkappe, im Foyer des Rathauses ans Rednerpult. Zwischen modernen Büros und ausliegenden Steuerformularen tummeln sich Cowboys, Indianer, Musiker und rot-weiße sowie blau-weiße Karnevalisten.

Klassische Büttenrede

Im Januar hatten der Kolping-Karneval-Club (KKC) Hollage, die katholische Frauengemeinschaft Hollage und die die Blau-Weiße Garde aus Rulle die Schlüssel in ihren Sitzungen erhalten. Jetzt freut Steinkamp sich, dass er diese und damit symbolisch die Hoheit über sein Amt zurückerhält. „Die Narren haben gut regiert“ gibt er zu, trotzdem sei jetzt die Zeit für das Ende der Narrenfreiheit. Ganz im Stile einer klassischen Büttenrede unterhält er die 100 Gäste sichtbar mit Reimen und Scherzen. Die Witze reichen von seinem Lieblingsverein, den er um den Hals trägt, bis zu lokalpolitischen Anspielungen auf die aktuelle Situation der Baustellen im Sinne von „Wallenhorst 21“.

Alle Register der Karnevalsfeier

Auch die Vereine reimen einige Zeilen und lassen die Gelegenheit nicht aus, ein paar Worte zu den Freuden der fünften Jahreszeit und aktuellen Themen, zum Beispiel der Feuerwehr in Rulle, zu verlieren. Vor allem aber ist die Rückgabe natürlich ein willkommener Anlass, um ein letztes Mal in dieser Session zu feiern.

Dazu ziehen die Narren noch einmal alle Register der Karnevalsfeier: Sie halten Büttenreden mit reichlich Witz und Reim und Funkenmariechen, Prinzengarde und die katholische Frauengemeinschaft Hollage geben ihre Tänze zum Besten. Die Gäste amüsieren sich, singen und tanzen und das ein oder andere Karnevalsgetränk darf dabei natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Mit Pauken und Trompeten

Ein vierköpfiges Trio spielt Hits zum Mitsingen und lässt die Karnevalisten munter schunkeln. Besonders viel Begeisterung rufen die schweizer Reppischfäger hervor: Die Guggenmusiker sind mit Pauken und Trompeten eigens für die närrischen Tage angereist, alle drei Jahre besuchen die Schweizer ihre Osnabrücker Freunde. Nach vier Tagen voller Guggenmusik, Tanz und Trunk verabschieden sich die Schweizer heute. In deren Heimat ist Karneval noch nicht ganz vorbei, in Osnabrück dagegen schon. Zumindest vorerst, bis zur nächsten Saison. Dann heißt es wieder: „Hollage Helau, Rulle Helau, Lechtingen Alaaf und Wallenhorst Kikeriki“.