Gute Stimmung trotz Wehmut Hollager Kolping Club (KKC) feiert und verabschiedet viele Akteure

Von Claudia Sarrazin


Wallenhorst. Wie gewohnt feierten die Karnevalisten des Kolping Karnevals Clubs (KKC) und ihre Gäste am Freitag vor Rosenmontag ein stimmungsvolles Kostümfest. Alle waren in Partylaune - obwohl sich manchmal ein wenig Wehmut einschlich. Denn viele bekannte Akteure des KKC-Karnevals standen zum letzten Mal auf der Bühne.

Rund 280 Hollager Karnevalisten und ihre Gäste feierte am Freitag das Kostümfest des KKC in Hollage, das diesmal unter dem Motto  „Viva la Mexiko“ stand. Prinz Udo (Blaudszun) I. und Prinzessin Sandra (Gründler) I. kamen als edle Herrschaften, während der Elferrat typisch mexikanische Ponchos und Sombreros trug. Auch beim Publikum war diese Verkleidung sehr beliebt. Übertroffen wurde sie zahlentechnisch jedoch von Skeletten wie „La Catrina“, die in Mexiko symbolisch für den Feiertag „Día de Muertos“ (Tag der Toten) stehen. Zudem feierten einige Bienen, Schlümpfe, Cowboys, eine Chili und zwei Bananen sowie ein Pilot, ein Schotte und Batmann im Saal Barlag mit.

Böse Büttenrede bekommt viele Lacher

Maike Neugebauer trat mit einer bitterbösen Büttenrede auf, die für viel Gelächter sorgte. So erklärte sie beispielsweise: „Sie haben bestimmt schon mal den Begriff ehrliche Haut gehört - das bin ich.“ Neulich traf Neugebauer beispielsweise eine alte Freundin dachte: „Die sieht aber alt aus.“ Daher habe sie diese auch mit den Worten „Tach Schabracke“ begrüßt. Als anschließend eine Spitze gegen Hollage folgte, gab es vom Tisch der Blau-Weißen-Garde aus Rulle Applaus. Danach nahm Neugebauer sich ihre Familie vor und berichtete:  Ihre Mutter sei den Jacobsweg gewandert und habe sich gewundert, dass es dort keinen Kaffee gab. 

Büttenrede und Jonglage

Jongleur Philipp Dammer jonglierte nicht nur mit Bällen und Keulen, sondern hatte auch so manche Anekdote parat. Zwischendurch wurde er politisch: „Jetzt kommt ein Trick, den habe ich mir heute um 14 Uhr ausgedacht.“ Und er fügte hinzu: „Der Schulz verzichtet jetzt doch auf das Amt, das er von vorne herein ausgeschlossen hat.“ Daher heiße der Trick: „Martin Schulz, hin und her, hin und her.“

 

Vier Leute sind ein Trio

Ein Trio, dass mit vier Leuten kommt, ist zwar ein Wiederspruch in sich, doch das Trio Fatal konnte dies erklären: Jockel Steinmeister trat zum letzten Mal mit seinen Kollegen Jörg Riepe und Thomas Torbecke auf. Der Nachwuchs stand bereits in der Person von Christian Riepe mit auf der Bühne. Die Vier sangen zunächst ein Loblieb auf die Guggenmusiker „Reppischfäger“ aus Dietikon (Schweiz), bevor sie das Lied „Heute fährt die 18 bis nach Istanbul“ umtexteten und ein Problem der Wallenhorster auf den Punkt brachten: „Ach wie komme ich denn bloß nach Bramsche hin, das macht für viele Wallenhorster wirklich Sinn.“ Denn derzeit fahren keine Busse von Wallenhorst nach Bramsche. Dann wurde es wieder politisch: Zum Song „Que sera mi vida“ der Gibson Brothers und dem Refrain „If you should go.go“ sangen die Vier vom Trio Fatal: „Landtagswahl vorbei, der Clemens weint und Guido ist der King. Voll blamiert hier in Holl’ge, CDU verliert, die SPD, die hat die Nase vorn. Das war für Clemens ganz fatal, elf Punkte minus war die Zahl.“ Auch dem Wallenhorster Dauerbrenner widmeten die Vier eine Strophe: „Wallenhorst’s – neue Mitte, die ist ja gestrichen und bei Töwerland – ist’s auch noch grün.“ Und sie wiesen darauf hin: „Wallenhorst’s Große Straße, gefährlich ist die Fahrt mit einem Rad am schmalen Straßenrand.“ Vom Sitzungspräsidenten erfuhren die Zuhörer anschließend, dass Steinmeister drei mal elf Jahre auf der Bühne des KKC gestanden hat. Und Speer freute sich, dass „Jockel“ dem Rosenmontag sowie dem Kinderkarneval erhalten bleibt.

Der Bauer und das Funkenmariechen

Bevor die nächste Verabschiedung auf dem Programm stand, kam noch Bauer Schulte-Brömmelkamp aus Kattenvenne vorbei. Er verfügte inzwischen über gute Kenntnisse der hiesigen Verhältnisse und rief: „Liebe Hollager und zugereiste aus Rulle.“ Danach scherzte er mit dem Elferrat und vor allem mit dem Funkenmariechen Antonia, das ebenfalls das letzte Mal für den KKC tanzte.

Gemeinsam die letzte Zugabe

„Ich bin stolz auf unsere Tanzgruppen, die immer für euch ein halbes Jahr trainieren“, rief Sitzungspräsident Ansgar Speer nach dem Auftritt der Tanzgruppe Dancing Queens. Die Prinzengarde Sweet Sixteen, die später noch einmal als „Die Oldies“ auftrat, hatte beim Kostümfest ihren buchstäblich letzten Auftritt, ebenso wie die Männertanzgruppe HKT. Die beiden Tanzgruppen wurden vom Publikum lautstark umjubelt. Und die Tänzer hatten sich für ihren Abschied etwas besonderes ausgedacht: Eine gemeinsame Zugabe. Danach verließen sie zum Song „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“ die Bühne.

Reppischfäger sorgen für Stimmung

Doch Trauerstimmung konnte gar nicht aufkommen, denn als nächstes eroberten die Reppischfäger den Saal. Die Schweizer kommen seit 30 Jahren alle drei Jahre zum Karneval nach Hollage, und Speer sprach für viele, als er verkündetet: „Es ist immer wieder schön, euch hier zu haben.“ Dann rockten die Musiker, die diesmal in Schottenkostümen auftraten, die Bühne. Und die Party konnte beginnen.