Haussanierer und Müllsammler Gemeinde Wallenhorst verleiht Umwelt- und Klimaschutzpreis

Von Christina Halbach

Drei Hausbesitzer, eine Naturschutzgruppe und eine Müllsammlerin bekamen den Klima- und Umweltschutzpreis der Gemeinde Wallenhorst überreicht. Foto: Christina HalbachDrei Hausbesitzer, eine Naturschutzgruppe und eine Müllsammlerin bekamen den Klima- und Umweltschutzpreis der Gemeinde Wallenhorst überreicht. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Die Gemeinde Wallenhorst hat den Umwelt- und Klimaschutzpreis verliehen. Prämiert wurden neben drei Hausbesitzern, die die Energiebilanz ihres Eigenheims verbessert haben, eine Naturschutzgruppe und eine Müllsammlerin. Ihr Engagement wurde mit insgesamt 3000 Euro belohnt.

Zum 13. Mal zeichnete die Gemeinde Projekte in den Bereichen Energiesparen, erneuerbare Energien und Naturschutz mit dem Klimaschutzpreis aus, für den Privatpersonen, aber auch in Wallenhorst ansässige Firmen, Vereine sowie Schulen und Kindergärten im Vorfeld Bewerbungen einreichen können. Bei der Sichtung der insgesamt sechs eingereichten Vorschläge sei in diesem Jahr, wie Bürgermeister Otto Steinkamp betonte, besonders die „große Bandbreite“ aufgefallen. Das zeige, wie vielfältig mittlerweile die Aktivitäten in Wallenhorst in puncto Klimaschutz seien. Die Gemeinde vergibt den Preis in Zusammenarbeit mit der Naturstrom-AG und den Stadtwerken Osnabrück.

Randvolle Tüten

Für das Projekt „Wallenhorster Saubermacher“ erhielt etwa die Lechtingerin Birgit Schad 300 Euro: Seit rund zwei Jahren sammelt sie auf ihren täglichen Spaziergängen Müll, den sie in Wäldern, an Straßengräben oder Feldern findet. „Ich möchte den Müll einfach nicht sehen“, erläuterte sie ihr Engagement, das sie regelmäßig mit randvollen Tüten zurückkehren ließe. Ihre Fundstücke von Zigarettenschachteln über ausrangierte Schuhe bis hin zu defekten Laptops postet sie außerdem regelmäßig auf Facebook.

Energetische Sanierung

Zu den Hausbesitzern, die für die energetische Sanierung ihres Eigenheims ausgezeichnet wurden, gehörten unter anderem Bernhard Linkemeyer und Heike Geiken. Sie erhielten 800 Euro, weil sie ihr Haus aus dem Jahr 1960 mit umfangreichen Maßnahmen auf KfW-70-Standard gebracht haben. „Wir wollten weg von Öl und Gas und regenerative Energien nutzen“, erklärten die Preisträger, die neben der Installation einer Pelletheizung unter anderem das komplette Dach und Fenster erneuert, Fassaden und Kellerwände gedämmt haben sowie das Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern lassen können.

Wärme aus der Luft

Besonderen „Pioniercharakter“ habe laut Klimaschutzmanager Stefan Sprenger der Hollager Manfred Budde bewiesen, als er in seinem Bauernhaus die 35 Jahre alte Ölheizung durch einen Energiezaun kombiniert mit einer Wärmepumpe ersetzt hat. Der 14 Meter lange und drei Meter hohe Zaun nehme die Wärme aus der Luft und dem Boden auf, erläuterte Budde, und führe sie dann der im Keller eingebauten Pumpe zu. Das war der Jury 600 Euro wert.

Umfangreiche Dachdämmung

Auch Familie Heinrich Dorenkamp hat ihr Wohnhaus energetisch auf neuesten Stand gebracht und wurde dafür mit 400 Euro belohnt. Neben einer umfangreichen Dachdämmung haben sie nach und nach die alten Fenster durch dreifachverglaste Modelle ersetzt und die alte Gasheizung gegen eine neue Gas-Brennwert-Therme ausgetauscht.

Pflanzen von Kopfweiden

Das höchste Preisgeld von 900 Euro ging an die AG-Naturschutzjugend der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL), die seit mehreren Jahren mit unterschiedlichen Projekten in Wallenhorst aktiv ist. „Wir haben ein großes Portfolio, das auch für Jugendliche sehr interessant ist“, erläuterte der langjährige Leiter Friedhelm Scheel. Das Pflanzen von Kopfweiden, die Installation von Nisthilfen für Steinkäuze, Schleiereulen und Co. oder auch eine Müllsammelaktion am Haseufer in Hollage sind einige davon.