Saal schunkelt schon vor Beginn Nachmittagsgala des Kolping-Karnevals-Clubs Hollage


awen Wallenhorst. Wie Karneval fernab der Hochburgen am Rhein im angeblich so kühlen Norden und dann noch am Nachmittag funktioniert, hat der Kolping-Karnevals-Club (KKC) Hollage am Sonntag eindrucksvoll bewiesen.

Rund 200 Besucher, überwiegend Senioren, hatten sich für die Galasitzung im Gasthaus Barlag Karten gesichert, darunter viele Stammgäste wie Marianne Notthoff, die seit zehn Jahren dabei ist, als ihre Tochter erstmals auf der Bühne stand. Oder wie Heinrich Sandmann, der selbst zehn Jahre im Elferrat der Kolping-Karnevalisten aktiv war.

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Seniorentreff in der ersten Reihe

Zu den ersten im Saal gehörte auch der Dienstagstreff einer Senioreneinrichtung. Der Star unter ihnen: Elli Fischer, der niemand ihre 99 Lebensjahre anmerkt. Gemeinsam mit Ursula Haucap, Gisela Kempa und Lisa Maike haben sie bereits um kurz nach 13 Uhr ihre Plätze direkt an der Bühne eingenommen. Noch vor dem offiziellen Start der Gala um 14 Uhr kocht die Stimmung hoch. Dank der Gruppe „Free for Fun“ und bewährter Lieder wie „An der Nordseeküste“ lagen sich die Besucher in den Armen und schunkelten, wie es weniger vernarrte Gemüter aus TV-Aufzeichnungen aus Mainz, Köln oder Düsseldorf kennen.

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Ob Sitzungspräsident Ansgar Speer, Bürgermeister Otto Steinkamp, Pfarrer Dietmar Schöneich oder Pastor Carsten Heyer – ein jeder bekam sein Fett weg oder nahm sich selbst und die anderen auf die Schippe. Ein Augenschmaus waren die vielen Tanzgruppen wie die KKC-Kids, Glitzerblumen oder die Sweet Sixteens, die wie Funkenmariechen Antonia Eßer nach vielen Jahren im aktiven Karnevalseinsatz in der kommenden Session die Bühne für den Nachwuchs freimachen wollen.

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Keine Nachwuchssorgen

Beim Nachwuchs gibt es Kurt Flegel zufolge keinen Mangel. Wie viele andere Ehrenamtliche engagiert auch er sich an diesem Nachmittag. Flegel ist für die Fotos des KKC zuständig. Die Frauen haben Kuchen gebacken, andere helfen beim Auftischen und Abdecken, damit die Rechnung aufgeht und der Eintrittspreis zu halten ist. Hinzu kommen zahlreiche Sponsoren, die wie Tänzer, Trainer und Büttenredner mit einem „Holla Helau“ bedacht werden.

Bürgermeister Stallkamp übergab seiner Tollität Udo I. und ihrer Lieblichkeit Sandra (Udo Blaudszun und Sandra Gründler) kampflos das Feld und den Rathausschlüssel. Dabei outete er sich zugleich als Narrenlaie. Im vierten Anlauf, so Stallkamp, habe er es aber schließlich geschafft, die Kappe richtig herum aufzusetzen: „Bümmel vorn“, doch die rote Clownsnase machte ihm immer wieder beim Lesen zu schaffen. Ein Running Gag, stets mit Applaus bedacht.

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Geistlicher mit Appetit

„Viva la Mexiko“ ist das KKC-Motto in diesem Jahr mit großem Kostümfest am Freitag. Am Sonntag steht dann noch ein musikalischer Frühschoppen auf dem Programm. „Erst in die Messe, dann in den Saal“, gab Sitzungspräsident Speer als Devise aus. Ein volles Haus als Wiedergutmachung für einen närrischen Seitenhieb. Danach führt Pfarrer Schöneich angeblich einen Buffet-Kalender, in dem er die kulinarisch besten Termine für sich selbst reklamiert und andere Pastor Heyer überlässt. Aber der halte dafür sein Gewicht.

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