„Mache Dinge, weil Du Spaß hast“ Eckart von Hirschhausen begeistert in Rulle

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Wallenhorst. Mit seinem Programm „Endlich“ gastierte Dr. Eckart von Hirschhausen am Samstagabend in der Wittekindhalle in Rulle. Mehr als 1000 Zuschauer waren gekommen, um von ihm mehr zum Thema Zeit zu erfahren.

Nachdem kurz zuvor noch eine lange Menschenschlange vor der Halle auf den Einlass gewartet hatte, ging die Show um 20.07 Uhr los. Von Hirschausen erklärte: Es sei ja schon etwas ungewöhnlich, in einer Mehrzweckhalle aufzutreten. Doch in Rulle habe er sich einen Kindheitstraum erfüllen können: „Ich durfte mich in der Lehrerumkleide umziehen“, sagte von Hirschausen, für den der Auftritt in Rulle ein Heimspiel war: „Das ist wie eine Familienfeier, in fünf Reihen sitzt Verwandtschaft.“

Nachdem von Hirschausen festgestellt hatte, dass sein jüngster Zuschauer an diesem Abend der elfjährige Jesper war und der älteste der 93-jährige Hinrich Baller, erklärte er, warum für Ältere die Zeit schneller zu vergehen scheint: „Das Gehirn merkt sich Dinge, die man das erste Mal tut.“ Zwischen 50 und 66 Jahren seien dies halt weniger Dinge als bis zum 16. Lebensjahr. Während er Zaubertricks mit einem Seil vorführte, fragte er: „Ist Zeit ein Kreislauf?“ Wie er darauf kam: „Mit fünf ist es toll, Fahrrad zu fahren, mit 85 auch.“

30 IQ-Punkte dümmer

Dann wetterte er über Anti-Aging-Maßnahmen, die er für „Quatsch“ hielt: „Wenn eine Frau mit 25 keine Falten hat, frage ich nicht: Was hat sie für eine Faltencreme, sondern was hat sie für eine Lebenseinstelltung.“ In diesem Fall vermisst er Lachfältchen im Gesicht. „Botox macht einen fünf Jahre jünger, aber mit Sicherheit auch 30 IQ-Punkte dümmer. Da sagen viele, das ist es mir Wert.“

Außerdem hatte von Hirschausen noch fünf Tipps parat: Der Erste war Bewegung. Denn Sitzen sei das neue Rauchen. Wobei Nichtrauchen Tipp Nummer zwei war, und viel Gemüse essen Tipp Nummer drei. „Werde erwachsen“, riet von Hirschhausen weiter und erklärte mit Blick auf die Titanic und die Vorliebe der Menschen für Dramen: „Sie hören nichts von den Kapitänen, die schlau genug waren, um den Eisberg herum zu fahren.“ Es folgte Tipp Nummer fünf: „Vergiss Punkte eins bis vier regelmäßig und mache Dinge einfach, weil Du Spaß dran hast“, so von Hirschausen. Später riet er noch: „Wenn das Leben vor dem Tod an einem vorbei zieht, sollte man ein interessantes Leben gehabt haben, sonst langweilt man sich zu Tode.“ Und er wusste aus Statistiken: „Es sterben überproportional viele Menschen an ihrem Geburtstag“, woraus von Hirschausen den Schluss zog: „Der Tod muss nicht selbst vorbei kommen, es reicht, die Verwandten zu schicken.“

„So eine Ewigkeit wird lang, gerade nach hinten raus“

Um „Tod und Sterben“ ging es auch nach der Pause als von Hirschausen mit dem Pianisten Christoph Reuter auf „Einlass in den Himmel“ wartete und dabei feststellte: „So eine Ewigkeit wird lang, gerade nach hinten raus.“ Dann aber bemerkte er zur Freude eines Publikums: „Wir waren in Rulle in einer Mehrzweckhalle, mehr kannste im Showbiz nicht erreichen.“

Außerdem ging es um Vorbilder, Lebenslust und Lebensziele sowie um Momente, in denen die Zeit stehen bleibt. Während von Hirschhausen neugierig auf die Lebensziele der Zuschauer war, vertonte Reuter am Klavier einen besonderen Moment einer Zuschauerin: Das Geburtsdatum ihres Sohnes setzte er in Noten um und improvisierte.

Zum Schluss kam von Hirschausen kam auf Tipp Nummer fünf zurück: Er ließ große Luftballons von der Decke in den Saal schweben und freute sich, als sein Publikum damit spielte: „Das war ein schöner Moment. Es geht um Momente nicht um Minuten.“


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